PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 236121 (Otto (GmbH & Co KG))
  • Otto (GmbH & Co KG)
  • Werner-Otto-Straße 1-7
  • 22172 Hamburg
  • http://www.ottogroup.com
  • Ansprechpartner
  • Thomas Voigt
  • +49 (40) 6461-401

Otto Group plant Umstrukturierung des Lagerlogistik-Netzwerks

(PresseBox) (Hamburg , ) Die Otto Group, Hamburg, hat heute den Plan für eine neue Struktur ihres Lagerlogistik-Netzwerks in Deutschland und dem angrenzenden Ausland bekannt gegeben. Um auch zukünftig im Markt erfolgreich zu sein, plant die Otto Group, die Auslieferung an den Standorten Burgkunstadt und Haldensleben sowie die Retourenlogistik an den Standorten Hamburg, Hanau und Pilsen zu bündeln. Teile der Standorte in Hamburg, Burgkunstadt und Würzburg sowie der Logistikstandort in Graz sollen geschlossen werden. Von heute knapp 7.800 überwiegend in Teilzeit besetzten Arbeitsplätzen sollen zum Zeitpunkt der Umsetzung per Saldo rund 360 abgebaut werden. Das Unternehmen hat zugesagt, dass in Deutschland vor 2010 keine betriebsbedingten Kündigungen infolge der geplanten Umstrukturierung ausgesprochen werden sollen. Aus Sicht des Vorstands stellt das Konzept einen Kompromiss zwischen marktwirtschaftlicher Notwendigkeit und größtmöglichem Arbeitsplatzerhalt dar.

Bereits Anfang September hatte der Vorstand der Otto Group sämtliche knapp 7.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 15 Lagerbetriebe der Otto Group Konzernlogistik über das konzernweite Projekt "Neue marktorientierte Lagerlogistik" informiert. Vor dem Hintergrund langjährig gewachsener Standort- und Tarifstrukturen sind bei der Lagerlogistik der Otto Group Veränderungen notwendig. Neue Wettbewerber bieten im Distanzhandel optimierte Serviceleistungen zu geringeren Kosten an. Mit der Umstrukturierung verfolgt die Otto Group das strategische Ziel, die Lagerlogistik fit für die Zukunft zu machen und Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Im Zentrum stehen die schnellere Belieferung der Kunden und die Senkung der Stückkosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Otto Group ihr Logistik-Netzwerk straffen, Überkapazitäten abbauen und Mitarbeiterkonditionen anpassen.

In intensiven Gesprächen zwischen dem Unternehmen, dem Konzernbetriebsrat und ver.di erreichten die Arbeitnehmervertreter, dass es keine Komplett-Schließung einzelner Standorte in Deutschland geben wird. Dabei sind aus Sicht des Vorstands Anpassungen der Mitarbeiterkonditionen erforderlich und betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen.

Heute wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Umstrukturierungskonzept des Vorstands vorgestellt: Die Auslieferung der kleinvolumigen Sortimente soll demnach künftig in deutlich ausgebauten Betrieben in Haldensleben und Burgkunstadt gebündelt werden. Das hat laut Planungsentscheidung zur Folge, dass die Auslieferung in Hamburg und Graz geschlossen wird. Ein Erhalt aller vier Auslieferungsstandorte wäre wirtschaftlich und logistisch nicht sinnvoll. Die Entscheidung gegen Hamburg und Graz fiel aufgrund der dezentralen Lage im Logistik-Verbundsystem der Otto Group. Das strategische Ziel der Otto Group, ihren Kunden mittelfristig einen deutlich schnelleren Auslieferungsservice anzubieten, setzt eine zentrale Lage der Auslieferungsstandorte voraus. Das Würzburger Modelager von Frankonia soll in den Logistikbetrieb in Weiden integriert werden.

Die Abwicklung retournierter Waren soll zukünftig in einem bis zur technischen Kapazitätsgrenze ausgebauten Retourenstandort Hamburg sowie in Pilsen und in einem verkleinerten Retourenbetrieb in Hanau erfolgen. Die Retourenbetriebe Burgkunstadt und Graz sollen nach diesem Konzept geschlossen werden.

In Hamburg kommt es nach dem Konzept durch die Schließung der Auslieferung und der Reserveläger in Norderstedt und Billbrook zum Zeitpunkt der Umsetzung zu einem Abbau von insgesamt knapp 500 Arbeitsplätzen. Durch die daraus folgende Schließung des zentralen Umschlagplatzes ("Hub") in Hamburg entfallen dann weitere 87 Arbeitsplätze. Eine komplette Schließung des Logistik-Standortes Hamburg mit knapp 2.000 Arbeitsplätzen wird vermieden. Vielmehr soll der Retourenstandort in Hamburg deutlich ausgebaut werden.

Bei einer Schließung des Auslieferungs- und Retourenbetriebs in Graz kommt es nach dem Konzept zu einem Abbau von rund 270 Arbeitsplätzen. In Hanau entfallen bei einer Verkleinerung des Retourenbetriebs rund 100 und in Würzburg bei einer Schließung des Modelagers 34 Arbeitsplätze. In Burgkunstadt sollen durch den geplanten Ausbau der Auslieferung die bei einer Schließung des Retourenbetriebs und des Großstückbetriebs wegfallenden Arbeitsplätze vollständig aufgefangen werden, es soll also lediglich zu einer Verschiebung der Arbeitsplätze am gleichen Standort kommen.

In Haldensleben sollen durch den Ausbau der Auslieferungslogistik Arbeitsplätze für rund 620 neue Mitarbeiter geschaffen werden.

Von der geplanten Umstrukturierung soll die Anzahl der Arbeitsplätze an den Standorten Bad Salzuflen (Alba Moda), Karlsruhe (Otto Office), Lodz (Bonprix Osteuropa sowie Großstückabwicklung), Löhne und Ohrdruf (Großstücke), Pilsen (Retouren), Salzburg (Großstückabwicklung Österreich), Würzburg (Jagdsortiment), Weiden (Witt), Valdengo (Bonprix Italien) und Zürich (Retourenbearbeitung für die Schweiz) nicht betroffen sein.

Von den insgesamt knapp 7.800 Arbeitsplätzen im betrachteten Logistikverbund sind nach dem Konzept rund 990 Arbeitsplätze von Verlagerung bzw. Abbau betroffen. An anderen Standorten sollen rund 630 neue Stellen geschaffen werden. Per Saldo wird es demnach zu einem Abbau von rund 360 Arbeitsplätzen kommen.

Um den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglichst viel Zeit zur Neuorientierung zu geben, hat der Vorstand zudem entschieden, dass in Deutschland vor 2010 keine betriebsbedingten Kündigungen infolge der geplanten Umstrukturierung ausgesprochen werden sollen. Für die dann betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sucht das Unternehmen gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern nach Möglichkeiten, die tatsächliche Anzahl der betriebsbedingten Kündigungen so klein wie möglich zu halten, sei es z.B. durch Fluktuation, Altersteilzeit oder Vermittlung von freien Arbeitsplätzen (Jobbörse) innerhalb des Konzerns.

Darüber hinaus wird eine Anpassung der Mitarbeiterkonditionen an den verbleibenden Standorten in Abhängigkeit von der jeweiligen Ausgangssituation zur nachhaltigen Sicherung der Wirtschaftlichkeit erforderlich.

Es gehört zu den Grundsätzen der Otto Group, die Umsetzung wirtschaftlich gebotener Maßnahmen in Austausch mit den Arbeitnehmervertretern stets so vorzunehmen, dass für die Mitarbeiter eine größtmögliche Sozialverträglichkeit gewährleistet ist. So zählte zu den verschiedenen Lösungsansätzen ursprünglich auch eine deutliche Verlagerung in das angrenzende osteuropäische Ausland mit seinen niedrigeren Lohnkosten. Die Otto Group hat sich nach intensiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretungen aus sozialen Erwägungen gegen diese Lösung entschieden und damit einen viel umfassenderen Stellenabbau in Deutschland ausgeschlossen.

"Die jetzige Planungsentscheidung des Vorstands stellt einen Kompromiss zwischen marktwirtschaftlicher Notwendigkeit und größtmöglichem Arbeitsplatzerhalt dar", betont der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader. Über die geplante Umstrukturierung sollen mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen so schnell wie möglich Beratungen und Verhandlungen aufgenommen werden, um eine Einigung über einen Interessenausgleich für die deutschen Standorte und Sozialplanregelungen zu vereinbaren.

Otto (GmbH & Co KG)

1949 in Deutschland gegründet, ist die Otto Group heute eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit 52.668 Mitarbeitern auf drei Kontinenten. Die Otto Group ist mit 123 wesentlichen Unternehmen in 19 Ländern Europas, Nordamerikas und Asiens präsent. Ihre Geschäftstätigkeit erstreckt sich auf die drei Segmente Multichannel-Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service. Im Geschäftsjahr 2007/2008 (29. Februar) erwirtschaftete die Otto Group einen Umsatz von 11.513 Mio. Euro. Otto ist heute die größte Distanzhandelsgruppe der Welt. Im Onlinehandel mit dem Endverbraucher (B2C) belegt die Otto Group weltweit Platz 2 hinter Amazon und ist in Deutschland größter Onlinehändler (B2C). Die dritte Säule innerhalb des erfolgreichen Multichannel-Vertriebskonzepts - neben dem Kataloggeschäft und E-Commerce - bildet der stationäre Einzelhandel. Weltweite Konzernaktivitäten und eine Vielzahl von strategischen Partnerschaften und Joint Ventures bieten Otto ausgezeichnete Voraussetzungen für Know-how-Transfer und die Nutzung von Synergiepotenzialen. Ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit der nationalen Unternehmen garantiert zugleich Flexibilität und Kundennähe sowie eine optimale Zielgruppenansprache in den jeweiligen Ländern.

Nähere Informationen zur Otto Group liegen im Internet unter www.ottogroup.com für Sie bereit.