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Pressemitteilung BoxID: 236664 (OPAL Gastransport GmbH & Co. KG)
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Bau der OPAL: Renaturierung des "Martenschen Bruchs" in Mecklenburg-Vorpommern geplant

Wiederherstellung von über 260 Hektar Naturflächen an der deutschpolnischen Grenze / Maßnahmen sollen Torfverfall stoppen

(PresseBox) (Kassel/Osnabrück , ) Zusammen mit Umweltbehörden plant das Betreiberkonsortium der Erdgasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) die Renaturierung des Niedermoors "Martensches Bruch" im Osten von Mecklenburg-Vorpommern. Die Moorfläche an der deutsch-polnischen Grenze soll als Ausgleich für den Bau der Erdgaspipeline renaturiert werden. Der Trassenkorridor der Pipeline selbst berührt das rund 260 Hektar große Schutzgebiet nicht, sondern führt rund 25 Kilometer westlich daran vorbei. "Die Renaturierung des Martenschen Bruchs an der deutschpolnischen Grenze ist gemeinsam mit den Naturschutzbehörden ausgearbeitet und genehmigt worden", erklärt Ingo Neubert, Geschäftsführer der OPAL NEL TRANSPORT GmbH. "Obwohl die Fläche weit größer ist, als die Kompensationsmaßnahmen für den Bau der Erdgasfernleitung OPAL gesetzlich vorsehen, ergreifen wir hier die Chance, mit Hilfe von Ausgleichsmaßnahmen ein besonderes Niedermoor großflächig zu vernässen und damit für die Nachwelt zu erhalten." Die Gesellschaft ist als einer der Betreiber der beiden geplanten Erdgasleitungen OPAL und NEL (Norddeutsche Erdgas-Leitung) vorgesehen, mit denen die durch die Ostsee führende Nord Stream-Pipeline mit dem europäischen Erdgasnetz verbunden werden soll. Das Planfeststellungsverfahren für die OPAL in Mecklenburg-Vorpommern soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden.

Der "Martensche Bruch" an der deutsch-polnischen Grenze gehört zum Naturschutzgebiet "Gottesheide und Lenzener See" und ist bereits FFHund EU-Vogelschutzgebiet. Zur langfristigen Sicherung des dortigen Wasserhaushaltes, eine wesentliche Grundlage für die Erhaltung des Niedermoors, wurde die geplante Maßnahme von Naturschutzbehörden und initiiert. "Die jahrzehntelange Entwässerung und Kultivierung der Niedermoore Nordost- und Nordwestdeutschlands, wie hier im Martenschen Bruch, haben dazu geführt, dass nur noch wenige dieser Lebensräume in naturnahem Zustand sind", erklärt Dr. Uwe Fuelhaas von der DBU Naturerbe GmbH, einer Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück. Die Gesellschaft hatte daher die Renaturierung gemeinsam mit dem Bundesforst, dem große Flächen des "Martenschen Bruchs" noch unterstehen, vorangetrieben. Die DBU Naturerbe GmbH wird das Naturschutzgebiet in den nächsten Jahren übernehmen.

"Neben dem Verlust einzigartiger Lebensgemeinschaften haben viele unserer Niedermoore ihre wichtige Funktion als Stoffsenke und Wasserspeicher verloren", so der Naturschutzexperte weiter. "Durch den Verfall des Torfes setzen entwässerte Moore große Mengen klimaschädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre frei. Mit der Wiedervernässung des "Martenschen Bruchs" können wir dem entgegen wirken." Eines der drei Leitbilder der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist neben der Entwicklung von Waldwildnis und der Erhaltung von Offenland die Wiederherstellung von Feuchtgebieten.

Naturschutzmaßnahme läuft über mehrere Jahre

Für die Renaturierung des "Martenschen Bruchs" sind zahlreiche Maßnahmen geplant. "Wir werden durch den Einbau von sieben regelbaren Staubauwerken den Wasserstand sukzessiv erhöhen", skizziert Holger Illian, zuständiger Trassenplaner für den Bereich Mecklenburg- Vorpommern, den Prozess der Wiedervernässung. "In einigen Bereichen wird der Grundwasserspiegel so bis unter die Grasnabe steigen. Eine Seenbildung, wie manche befürchten, wird es jedoch nicht geben." Daneben sind ein Umbau des Waldbestands, eine Teilverfüllung von Gräben und der Rückbau von Wegen und alten Wehren vorgesehen. Den Planungen für die Wiedervernässung sind umfangreiche hydrologische Untersuchungen vorausgegangen.

"Um überhaupt ein Bild vom Zustand des Niedermoores zu bekommen, wurden neben oberirdischen Detailvermessungen und Befliegungen unter anderem geologische Bohrungen vorgenommen", erläutert Illian. "Die so erhobenen Daten sind letztendlich in ein geohydraulisches Modell eingeflossen, mit dem wir die Auswirkungen der Wiedervernässung des "Martenschen Bruchs" durch die einzelnen Maßnahmen genau vorhersagen können." Bis das Naturschutzgebiet wieder in einem naturnahen Zustand sei, würden jedoch Jahre vergehen. "In der Anfangsphase und auch darüber hinaus wird die gesamte Maßnahme kontrolliert und überwacht", erklärt der Planungsingenieur. "Zudem ist eine Feinjustierung der Wasserspiegelhöhen jederzeit möglich. Im gesamten Bereich des "Martenschen Bruchs" werden Messstellen im Boden installiert, die den Stand des Grundwassers zu jedem Moment genau wiedergeben."

Zur sicheren Versorgung mit Energie ist Europa immer stärker auf Erdgasimporte angewiesen. Einen wesentlichen Beitrag zum Transport des Erdgases nach Europa soll künftig die durch die Ostsee führende Erdgasleitung Nord Stream leisten. Von deren Anlandepunkt in Lubmin bei Greifswald aus werden die beiden neuen Anschlussleitungen geplant: Während die OPAL Erdgas über rund 470 Kilometer durch Mecklenburg- Vorpommern, Brandenburg und Sachsen auf die deutsch-tschechische Grenze transportieren soll, ist vorgesehen, die rund 440 Kilometer lange Norddeutsche Erdgas-Leitung (NEL) bis nach Rehden in Niedersachsen zu führen.

Zur weiteren Information:

Eine Visualisierung des geohydraulischen Modells ist als Animation auf der Internetseite www.opal-pipeline.de zu finden.

OPAL Gastransport GmbH & Co. KG

Die OPAL NEL TRANSPORT GmbH übernimmt für die OPAL und NEL die Aufgaben des Netzbetreibers. Sie ist Teil der WINGAS-Gruppe, zu der neben dem Erdgasversorger WINGAS auch die WINGAS TRANSPORT gehört, die ein überregionales über 2.000 Kilometer langes Gasfernleitungsnetz betreibt. Es ist vorgesehen, dass die beiden neuen Pipelines der OPAL NEL TRANSPORT mit dem Gasfernleitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbunden werden.