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Pressemitteilung BoxID: 235019 (Oliver Wyman Consulting GmbH)
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Medienbranche erleidet Wertabfluss in andere Branchen

Oliver Wyman-Studie "CMT - State of the Industry 2009"

(PresseBox) (München, ) .
- Tencent, Naspers und NHN zählen zu den erfolgreichsten Firmen mit den höchsten Wertzuwächsen
- Traditionelle Medienunternehmen verlieren massiv und neue onlineorientierte Medienfirmen können die Verluste nicht ausgleichen
- Ohne Google wäre der Wertverlust der Medienbranche sogar fast doppelt so groß
- Mobilfunkbranche profitiert durch kundenorientierte Onlinekonzepte und clevere Expansionsaktivitäten von den Wertverlusten in der Medienbranche

Für Medienunternehmen ist 2008 kein gutes Jahr gewesen: Die Branche hat einen Wertverlust von 47 Prozent auf den Kapitalmärkten erlitten - das ist ein stärkerer Rückgang als in den meisten anderen Branchen. Die traditionellen Medienunternehmen verlieren derart an Wert, dass neue Onlinemedienfirmen dies nicht vollständig wettmachen können. Stattdessen fließt dieser Marktwert anderen Branchen zu, beispielsweise der Mobilfunkbranche. Dies sind Ergebnisse der Oliver Wyman-Studie "CMT - State of the Industry 2009". Über einen Zeitraum von fünf Jahren untersuchte Oliver Wyman die Wertentwicklung der 450 weltweit größten börsennotierten Unternehmen der Märkte für Telekommunikation, Medien und Technologie, kurz CMT.

In den Jahren 2003 bis 2008 floss Marktwert von traditionellen Medien in Richtung neue Onlinemedien ab. Absolut gesehen wurde der Wertverlust bei den traditionellen Medien durch den Wertzuwachs bei neuen Medien aber nicht ausgeglichen. Die traditionellen Medien einschließlich Mediaagenturen, Verlage, Radio und Fernsehen sowie Unterhaltung verloren 32 Prozent beziehungsweise 137 Milliarden US-Dollar, während neue Medien, sprich Onlineinhalte und -dienste, 102 Prozent beziehungsweise 58 Milliarden US-Dollar hinzugewannen. In den vergangenen fünf Jahren büßte die Medienbranche insgesamt 16 Prozent an Wert ein - ohne Google hätte sich der Wertverlust sogar auf 31 Prozent belaufen.

Unternehmen aus Schwellenländern sind am erfolgreichsten

In der Studie "CMT - State of the Industry 2009" werden Medienunternehmen anhand des Shareholder Performance Index (SPI) von Oliver Wyman bewertet. Der SPI, der einen fortlaufenden Fünfjahreszeitraum an Daten berücksichtigt, ermöglicht einen konsistenten Vergleich von Aktionärsgewinnen durch Ausschüttungen und Kurssteigerungen. Diese werden durch Effekte bereinigt, die sich aus der Volatilität der Gewinne, aus Differenzen in lokalen Zinssätzen sowie aus Firmenzusammenschlüssen oder -akquisitionen ergeben.

Die Medienbranche generell kommt auf einen SPI von 104, wobei nur die Teilbereiche Onlineinhalte und -dienste deutlich höher rangieren, nämlich bei 167. Mediaagenturen erreichen einen SPI von gerade einmal 69, Verlage liegen bei 92 und Radio und Fernsehen sowie Unterhaltung bei 110. Die drei erfolgreichsten Medienunternehmen mit dem höchsten SPI sind Tencent aus Hongkong, die auch die Top-Firma in Gesamt-CMT ist, sowie Naspers aus Südafrika und NHN aus Südkorea.

Im Gegenzug hat der Bereich Mobilfunkkommunikation prozentual am gesamten CMTMarktwert gewonnen. Das liegt zum einen daran, dass die Kunden eine zunehmende Bereitschaft zeigen, Inhalte auf mobilen Endgeräten anzusehen. Zum anderen haben die Netzbetreiber Geschäftsmodelle entwickelt, die mit Hilfe von Inhalten "Lockvogelangebote" generieren und ihnen so über Abonnementangebote gesunde Margen bescheren.

Mit mobilen Lösungen wachsen

"Mobile Onlinedienste stellen eine besonders gute Wachstumschance in einem ansonsten schwierigen Wirtschaftsumfeld für Medien-, Technologie- und Telekommunikationsunternehmen dar", sagt Christian Terfloth, Partner und Experte bei Oliver Wyman. "Um diese Chance zu nutzen, sollten sie gemeinsame Lösungen schaffen, das heißt gemeinsam ein attraktives Diensteangebot gestalten." Telekommunikationsunternehmen können beispielsweise Aktivposten wie Distributionskanäle, Kundenzugang und Verrechnungssysteme einbringen, um gemeinsam Dienste von Dritten anzubieten. Insgesamt erwartet Oliver Wyman, dass in den nächsten Jahren verstärkt neue B2B-Netzwerke zwischen Telekommunikationsanbietern, Endgeräteherstellern und Onlinediensteanbietern entwickelt werden.

Die Studie "CMT - State of the Industry 2009"

Bei Rundfunk, Internet und Telefonie wachsen Geräte und Services mehr und mehr zusammen: Internet im Fernseher, Fernsehen am Computer, Telefonunternehmen bieten Filme und Kabelgesellschaften Telefonie. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, fasst die vorliegende Oliver Wyman-Studie die Branchen Telekommunikation, Medien, Computerhardware, Software und Unterhaltungselektronik unter dem Begriff "CMT" zusammen.

Die branchenübergreifende Studie betrachtet über einen Fünfjahreszeitraum die 450 weltweit größten börsennotierten Festnetz- und Mobilfunkanbieter, Kabelgesellschaften, Medienunternehmen, Hardware- und Halbleiterproduzenten, Hersteller von Unterhaltungselektronik sowie Softwareproduzenten und IT-Dienstleister. Die elf untersuchten Regionen umfassen die USA, Kanada, Westeuropa, Zentral- und Osteuropa, Japan, China, Südkorea, Indien, den Rest Asiens, Lateinamerika, den Mittleren Osten und Afrika sowie Ozeanien.

Als Messlatte für den Erfolg der Unternehmen in diesem Zeitraum wurde der 1997 von Oliver Wyman entwickelte Shareholder Performance Index (SPI) gewählt. Er errechnet sich aus monatlich erhobenen Aktionärserträgen (geometrischer Durchschnitt) dividiert durch Risiko (definiert als Standardabweichung der Erträge) minus des auf gleiche Weise ermittelten Medians aller untersuchten Unternehmen. So entsteht ein für den Betrachtungszeitraum von fünf Jahren gültiger Wert der Aktienperformance der Unternehmen. Von anderen performancebasierten Indices unterscheidet sich der SPI durch seine Berücksichtigung der Risiken: Erwirtschafteten zwei Unternehmen denselben absoluten Gewinn für ihre Aktionäre, so wird das Unternehmen höher bewertet, das eine geringere Volatilität aufweist. Auch Übernahmen, Spin-Offs sowie Währungseffekte werden im SPI berücksichtigt.

Oliver Wyman Consulting GmbH

Oliver Wyman ist eine internationale Managementberatung mit weltweit 2.900 Mitarbeitern in mehr als 40 Büros. Das Unternehmen verbindet ausgeprägte Branchenspezialisierung mit hoher Methodenkompetenz bei Strategieentwicklung, Prozessdesign, Risikomanagement, Organisationsberatung und Führungskräfteentwicklung. Gemeinsam mit seinen Kunden entwirft und realisiert Oliver Wyman nachhaltige Wachstumsstrategien. Wir unterstützen Unternehmen dabei, ihre Geschäftsmodelle, Prozesse, Risikostrukturen und Organisationen zu verbessern, ihre Abläufe zu beschleunigen und ihre Marktchancen optimal zu nutzen. Oliver Wyman ist Teil der Marsh & McLennan Companies (NYSE: MMC). Weitere Informationen finden Sie unter www.oliverwyman.com.

Auch in den deutschsprachigen Ländern gehört Oliver Wyman zu den führenden Strategieberatungen mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. In den Oliver Wyman-Büros in München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Zürich arbeiten 560 Mitarbeiter für die führenden Unternehmen aus den Branchen Automobil, Einzelhandel, Fertigungsindustrie, Finanzdienstleistungen, Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Anlagenbau, Medien, Telekommunikation und Transport. Sie werden durch ein weltweites Expertennetz unterstützt, um für jede Aufgabe das beste Team stellen zu können.'