Erfolg in Serie: OHB setzt sich auch bei dritter Galileo-Ausschreibung durch

Bremen/Paris, (PresseBox) - ESA und Europäische Kommission beauftragen den Bremer Satellitenhersteller mit acht weiteren Navigationssatelliten.

OHB System AG ist mit der Fertigung acht weiterer Navigationssatelliten für das Galileo-Programm beauftragt worden.

Der Vertrag hat eine Größenordnung von EUR 324 Mio. Damit wächst die Zahl der Satelliten aus dem Hause OHB für die Galileo-Konstellation auf insgesamt 30, von denen die ersten 14 Satelliten bereits im All sind.

„Mit dieser Lieferung von OHB kann die Galileo-Konstellation vollendet werden, wobei sowohl im Weltraum wie auch auf dem Boden Reserven vorhanden sind. Durch die 30 Satelliten, die die 4 IOV-Satelliten ergänzen, wird die notwendige Festigkeit der Infrastruktur gesichert, die für die weltweite Bereitstellung der Galileo-Dienste unerlässlich ist. Wir freuen uns darauf, in der nächsten Phase wieder mit OHB zusammenarbeiten zu können,“ sagte Paul Verhoef, Direktor Satellitennavigation bei der ESA. 

„Ich freue mich sehr, dass OHB nach den 22 Satelliten aus den ersten beiden Auftragsrunden nun auch im Wettbewerb um den dritten Teil erneut das Vertrauen seitens ESA und Europäischer Kommission ausgesprochen wurde. Wir sind stolz, mit dem Raumsegment ganz wesentlich zu diesem europäischen Großprojekt beizutragen, das so vielen Menschen weltweit wertvolle Dienste erweisen wird“, sagte Marco Fuchs, der Vorstandsvorsitzende der OHB System AG nach der Vertragsunterzeichnung in Paris am 22. Juni 2017.

Fortführung des bewährten Satellitendesigns
„Unser modulares Satellitendesign ist hervorragend und hat sich bestens bewährt. Ein großer Teil unserer bisher gefertigten Satelliten konnte ihre Funktionsfähigkeit bereits im All unter Beweis stellen. Daher werden diese acht Satelliten weitgehend baugleich gefertigt, derzeit gehen wir von einem ersten Startdatum 2020 aus“, sagt Dr. Wolfgang Paetsch, der als Direktor Navigation der OHB System AG bereits die Satelliten aus der ersten und zweiten Ausschreibung verantwortete.
Als Hersteller der Satellitenplattform und Systemführer ist OHB für das Satellitenkonzept, die Satellitenplattform, die Integration der Satelliten und deren Verifikation zuständig. Außerdem unterstützt das Unternehmen die notwendigen Aktionen während der Startvorbereitungen und der In-Orbit-Verifikation.

Weiterführen erfolgreicher Kooperationen
OHB kann sich auf bewährte Kooperationen und Unterauftragnehmer stützen. Wie bei den beiden vorherigen Verträgen trägt auch jetzt wieder der britische Partner der OHB, Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) mit der Lieferung der Navigationsnutzlast zum Erfolg des Projekts bei.
Vorstand Dr. Ingo Engeln ist für die institutionellen Raumfahrtprojekte der OHB System AG zuständig und freut sich, die Satellitenproduktion weiterführen zu können: „Unsere bewährten Prozesse und Strukturen, die sieben Fertigungsinseln in Bremen und entsprechende Einrichtungen an den anderen Integrations- und Test-Standorten sowie nicht zuletzt die gut eingespielten Teams der beteiligten Unternehmen sind ideale Voraussetzungen, die Satellitenkonstellation zügig ausbauen zu können.“ Dies und das modulare Design der Satelliten ermöglichen es, zwei Satelliten innerhalb von drei Monaten nach Fertigstelllung der vorherigen beiden Satelliten produzieren zu können.

Zukunft gestalten
Natürlich will OHB auch künftig zu diesem nutzbringenden Großprojekt beitragen: In Bremen arbeitet man schon intensiv an Konzepten für die nächste Generation der Galileo-Satelliten. In verschiedenen Studien für die ESA beschäftigen sich die Ingenieurinnen und Ingenieure mit neuen Materialien, neuen Technologien und weiteren Diensten, die die nächste Generation mitbringen soll. Der Erfahrungsschatz aus Konzeption und Produktion der bisherigen Navigationssatelliten fließen hier selbstredend ein. Auf diese Weise kann OHB weiterführende Vorschläge in die Konzeption der nächsten Satellitengeneration einbringen und dem Kunden den einzigartigen Erfahrungsschatz der erfolgreichen ersten Serie zur Verfügung stellen.

Über das Europäische Navigationssystem Galileo

Das europäische globale Navigationssystem Galileo* geht auf einen Beschluss der Europäischen Union zurück und stellt eine neuartige Infrastruktur für Europa zur Verfügung. Das System wird in der Endkonfiguration aus 24 in drei Ebenen angeordneten Navigationssatelliten sowie verschiedenen Bodenstationen zusammen mit einigen Reservesatelliten bestehen.
Die Konstellation wird globale Positionsbestimmung und Navigation ermöglichen und einen internationalen Such- und Rettungsdienst (COSPAS-SARSAT) unterstützen. Die Navigationssignale sollen in zwei Frequenzbändern gesendet werden. Auf den offenen Dienst (Open Service OS) kann mit einem entsprechenden Receiver frei zugegriffen werden. Der verschlüsselte Commercial Service (CS) wird gegen Gebühr verfügbar sein und bietet eine gesteigerte Genauigkeit durch weitere Signale. Der verschlüsselte Public Regulated Service (PRS) verspricht erhöhte Integrität und größeren Schutz vor Störsendern und soll vorwiegend durch die Sicherheitsbehörden (Polizei, Militär) sowie für sicherheitskritische Transportaufgaben verwendet werden.

*) Die Phase bis zum Erreichen der vollen Einsatzkapazität (FOC – full operational capability) des Galileo-Programms wird von der Europäischen Union finanziert. Die Europäische Kommission und die Europäische Raumfahrtagentur ESA haben eine Übertragungsvereinbarung unterzeichnet, gemäß der die ESA im Auftrag der Kommission als die für die Entwicklung und die Beschaffung verantwortliche Stelle handelt. Die hier ausgedrückten Ansichten stellen nicht notwendigerweise die Position der Europäischen Union bzw. der ESA dar. Galileo ist ein eingetragenes Warenzeichen von EU und ESA gemäß HABM-Antrag Nr. 002742237.

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