Staatssekretär a. D. Brar C. Roeloffs †

Das Nordfriesische Institut trauert um sein Ehrenmitglied

(PresseBox) ( Bräist/Bredstedt, NF, )
Das Nordfriesische Institut trauert um sein Ehrenmitglied Staatssekretär a. D. Brar Cornelius Roeloffs, der am 22. März im 85. Lebensjahr verstorben ist. "Dieser Friese von der Insel Föhr war ein guter Freund und Gönner, der Außergewöhnliches für die nordfriesische Heimatkunde geleistet hat", erklärten Inken Völpel-Krohn, Vorsitzende des Vereins Nordfriesisches Institut, und Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut.

Brar Roeloffs wurde am 14. Oktober 1928 in Süderende geboren und entstammte einer alten Föhrer Familie. Er arbeitete bis 1955 als Landwirt auf dem väterlichen Betrieb, studierte dann Agrarwissenschaften und übernahm bald verantwortungsvolle Aufgaben in der Verwaltung. So leitete er als Ministerialrat die Abteilung Agrarstruktur im Kieler Landwirtschaftsministerium und war ein Jahr Referent im Bundeslandwirtschaftsministerium. Ab 1990 stellte er seine Erfahrungen dem schwierigen Neuaufbau und der Umstrukturierung der Landwirtschaft und der Agrarverwaltung in den neuen Bundesländern zur Verfügung. Er wechselte nach Mecklenburg-Vorpommern und wurde 1990 Staatssekretär im Schweriner Landwirtschaftsministerium. Mit großem Erfolg arbeitete er bis Ende 1994 an der Umstellung von der planwirtschaftlichen zur unternehmerischen Landwirtschaft. 1998 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse am Bande.

Bei allem Engagement für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft verlor "Botje", wie man ihn auf Föhr nannte, nie den Bezug zur Heimat. In all seinen Berufsjahren fand er die Zeit für intensives Quellenstudium, dem zahlreiche Aufsätze und grundlegende Veröffentlichungen zur Geschichte der Insel Föhr entsprangen.

Roeloffs war Mitglied bzw. Sachverständiger in mehreren gemeinnützigen Stiftungen Schleswig-Holsteins. 1996-2012 gehörte er dem Beirat des Nordfriisk Instituut an. Aus regionaler Verbundenheit wählte er das Institut in Bredstedt, um seinen Plan, Dokumente aus der Geschichte der Landwirtschaft für die Nachwelt zu sammeln, umzusetzen. Aus dem 1996 erdachten Höfe-Archiv entwickelte sich mit Hilfe der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft das landesweite Projekt "Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins". Dafür und für seine großzügige Unterstützung gehöre ihm der Dank des Nordfriesischen Instituts, sagten Inken Völpel-Krohn und Thomas Steensen.
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