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Pressemitteilung BoxID: 234526 (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr)
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Zufriedenstellende Umschlagsbilanz der niedersächsischen Seehäfen

62,180 Millionen Tonnen im Seeverkehr in 2008 - Umfangreiche Investitionen in Suprastruktur

(PresseBox) (Hannover, ) Die niedersächsischen Seehäfen haben das vergangene Jahr mit einem Umschlagsergebnis im Seeverkehr von 62,180 Millionen Tonnen abgeschlossen. Dies gab Wirt-schaftsminister Walter Hirche auf der heutigen Jahrespressekonferenz der Seehäfen in Hannover bekannt. Hervorragend entwickelt haben sich demnach die Standorte Brake, Cuxhaven und Emden. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gesamtgüterumschlag in den niedersächsischen Seehäfen jedoch um 4 % zurückgegangen. Ursache sind in erster Linie Umschlagseinbußen in Wilhelmshaven um rund 2,4 Millionen Tonnen.

Der Hafen Brake konnte den Seegüterumschlag insgesamt um 7 % steigern (5,741 Millionen Tonnen in 2008; 5,377 Millionen Tonnen in 2007). Dazu beigetragen haben vor allem der Umschlag von Futtermitteln mit 2,119 Millionen Tonnen (+ 23 % / 1,716 Millionen Tonnen in 2007) und Getreide mit 903.633 Tonnen (+ 27 % / 713.501 Tonnen in 2007) sowie der Stahlumschlag mit 458.887 Tonnen, der sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt hat (+ 98 % / 232.331 Tonnen in 2007).
Weiter entwickelt werden soll der Agri-Bereich. Hierfür baut die J. Müller Agri Terminal GmbH & Co. KG für rund acht Millionen Euro eine neue Lagerhalle mit innovativer Verladetechnik und einem Fassungsvermögen von 40.000 Tonnen Schüttgut.
Dennoch erwartet die Braker Hafenwirtschaft ein schwieriges Jahr 2009, da die Hauptumschlagsgüter Stahl und Zellstoff von der rückläufigen konjunkturellen Entwicklung betroffen sind. Der arbeitsintensive Schnittholzexport in die USA ist bedingt durch die anhaltende US-amerikanische Immobilienkrise deutlich eingebrochen.

Cuxhaven hat das vergangene Jahr mit einem Plus von 7 % bei einem Umschlagsergebnis von 2,066 Millionen Tonnen im Seeverkehr abgeschlossen (1,929 Millionen Tonnen in 2007). Der Kraftfahrzeugumschlag lag mit 214.733 Fahrzeugen um 7 % unter dem Ergebnis des Vorjahres (230.473 Fahrzeuge in 2007). Cuxhaven etabliert sich dafür weiter als niedersächsischer Standort für Offshore-Windenergie: 2008 erhöhten sich die Umschlagsvolumina in diesem Bereich um 11 % (422.971 Tonnen in 2008; 382.392 Tonnen in 2007). Der Terminalbetreiber Cuxport investierte im abgelaufenen Jahr ca. 1,16 Millionen Euro in Umschlaggeräte, für das laufende Jahr sind ergänzende Investitionen in Höhe von ca. 0,5 Millionen Euro geplant.

In Emden ist mit 4,426 Millionen Tonnen im Seeverkehr das hervorragende Gesamtergebnis des Vorjahres noch einmal um 7 % übertroffen worden (4,133 Millionen Tonnen in 2007). Der Umschlag von Stückgütern, wie beispielsweise Teile für Windenergieanlagen, legte um 37 % auf 259.621 Tonnen zu (189.001 Tonnen in 2007). Emden festigt damit seine wichtige Position als Standort für die Windenergie-Branche.
Erneut konnten mehr als 1 Million Neufahrzeuge via Emden verladen werden, womit der Standort seine Position als drittgrößter europäischer Seehafen für den Fahrzeugumschlag sicherte.
Volkswagen rechnet langfristig mit steigenden Umschlagsvolumina im Emder Hafen und investiert momentan 9 Millionen Euro in den Bau einer zusätzlichen Schiebebühne zur Ver-ladung von Neufahrzeugen auf Eisenbahnwaggons. Neben dem Autobauer engagieren sich weitere Unternehmen im Hafen Emden: Bereits fertig gestellt ist der Ausbau von Neufahrzeug-Stellflächen für 12 Millionen Euro durch die Emder Verkehrs- und Automotive Gesellschaft (EVAG), ebenso wie der Neubau von Lagerhallen durch ANKER Schifffahrt für rund 6 Millionen Euro.

Der Hafen Nordenham hat mit einem seewärtigen Umschlagsergebnis von 3,619 Millionen Tonnen um knapp 8 % gegenüber dem Vorjahr verloren (3,929 Millionen Tonnen in 2007). Begründet wird dieses durch Einbußen im Kohleumschlag (-13 % / 1,889 Millionen Tonnen in 2008; 2,162 Millionen Tonnen in 2007). Revisionen in den belieferten Kraftwerken sowie außerplanmäßig notwendige Reparaturen während der Revisionsphase führten zu dieser Entwicklung. Positiv entwickelt hat sich dafür der Umschlag von Erzen und Schlacke (+ 10 % / 570.809 Tonnen in 2008; 518.700 Tonnen in 2007).

Wilhelmshaven verweist auf ein Gesamtumschlagsergebnis von 40,309 Millionen Tonnen, dies entspricht einem Rückgang von 6 % im Vergleich zum Vorjahr (42,738 Millionen Tonnen in 2007). Der Kohleumschlag an der Niedersachsenbrücke konnte von 1,359 Millionen Tonnen in 2007 auf 2,228 Millionen Tonnen in 2008 um 64 % gesteigert werden. Für 2009 werden hier weitere Steigerungsraten erwartet. Der Betreiber der Niedersachsenbrücke, die Rhenus Midgard GmbH & Co. KG, Niederlassung Wilhelmshaven, wird daher im laufenden Jahr ca. 20 Millionen Euro in Flächenbefestigungen, Bandanlagen sowie eine Waggon-Beladestation investieren.
Außerdem profitierte insbesondere der Innere Hafen von den Baumaßnahmen rund um den JadeWeserPort, was sich in einem Umschlagsergebnis bei Sand, Kies und Splitt von 1,393 Millionen Tonnen niederschlug (503.413 Tonnen in 2007). Der Rückgang beim Umschlag von Rohöl um 8 % (28,239 Millionen Tonnen in 2008; 30,579 Millionen Tonnen in 2007) sowie beim Umschlag von Mineralölprodukten um 19 % (7,590 Millionen Tonnen in 2008; 9,354 Millionen Tonnen in 2007) konnte dadurch jedoch nicht aufgefangen werden. Zugrunde liegen dieser Entwicklung Ölpreisschwankungen und damit einhergehende Änderungen der Nachfrage im zurückliegenden Jahr.

Die drei kommunalen Seehäfen Leer, Oldenburg und Papenburg kamen im Seeverkehr auf folgende Ergebnisse: Leer hat gegenüber dem Vorjahr um 17 % verloren und erreichte ein Umschlagsvolumen von 95.242 Tonnen (114.603 Tonnen in 2007), Oldenburg schlug im vergangenen Jahr mit 89.930 Tonnen etwa 23 % weniger Güter um als in 2007 (116.937 Tonnen). In Papenburg musste man in 2008 mit einem Umschlagsvolumen von 438.954 Tonnen ein Minus von 17 % hinnehmen (525.739 Tonnen in 2007).

Leicht rückläufig war mit 5,393 Millionen Tonnen in 2008 das Umschlagsvolumen im Hafen Stade (- 7 % / 5,771 Millionen Tonnen in 2007).

Trotz der angespannten Wirtschaftslage konnten einzelne Häfen in Niedersachsen wiederholt Zuwächse beim Umschlagsvolumen im Seeverkehr erzielen. "Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden", kommentierte Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen die vorliegenden Umschlagszahlen. "Die vereinzelt rückläufigen Ergebnisse sind größtenteils auf Sonderfaktoren zurückzuführen. Gezielte Investitionen der Betreiberfirmen in ihre Suprastruktur beweisen, dass wir langfristig von einer stabilen Umschlagsentwicklung nach oben ausgehen können", so Bullwinkel abschließend.