Supraleitung ermöglicht neue Betriebsmittel

Europäisches Stromnetz braucht Investitionen in Innovationen

(PresseBox) ( Hürth, )
Anforderungen wie der internationale Stromhandel und die Einbindung regenerativer Energien setzen das Stromnetz unter erheblichen Stress. Ein Beispiel für seine Sensibilität lieferte der Stromausfall am ersten Novemberwochenende. Der Domino-Effekt bewirkte, dass Millionen Menschen ohne Strom waren. Auch aufgrund des zunehmenden grenzüberschreitenden Stromtransfers wird die Netzbelastung weiter wachsen. Investitionen sind unausweichlich.

Supraleitende Komponenten können zur Versorgungssicherheit beitragen. „Hier steht eine Technologie bereit, um die Forderungen der Öffentlichkeit nach mehr Zuverlässigkeit unseres Versorgungsnetzes zu erfüllen. Jetzt sind Politik und Versorger gefordert, diese Möglichkeit durch geeignete Investitionen und Rahmenbedingungen auszuschöpfen“, so Dr. Burkhard Prause, Geschäftsführer der European High Temperature Superconductors und Vorstandsmitglied des Industrieverbands Supraleitung e.V. (IV Supra). Diesen Verband haben Hersteller von Werkstoffen und Komponenten für Supraleiter-Systeme gegründet, um Politik und Öffentlichkeit über das Potenzial der innovativen Technik zu informieren.

„Der supraleitende Strombegrenzer beispielsweise könnte für einen stabileren Netzbetrieb auf Hochspannungsebene sorgen. Er ist auf der Schwelle zur Marktreife, doch bei den andauernden regulatorischen Unsicherheiten ist es fraglich, wann Netzbetreiber sich seinen Einsatz leisten können“, sagt Dr. Joachim Bock, Chef der Nexans SuperConductors und ebenfalls im Vorstand des IV Supra. Supraleitende Strombegrenzer verhindern die zerstörerischen Auswirkungen eventueller Kurzschlüsse. Sie können an Netzkupplungen im Hochspannungsnetz eingesetzt werden und ermöglichen engmaschigere, redundante Strukturen und darüber hinaus Einsparungen beim Anpassen der Netzstruktur an kommende Bedürfnisse.

Dr. Carsten Bührer, Geschäftsführer des IV-Supra-Mitgliedunternehmens Trithor, weist auf weitere Möglichkeiten hin: „Beispielsweise können Generatoren auf Basis von Hochtemperatur-Supraleitern das Netz mit Blindleistungsanteilen stabilisieren, die in einem solchen Ausmaß mit konventioneller Technik nicht erreichbar sind.“

Die deutschen Hersteller von Hochtemperatur-Supraleitern (HTS) sind in Vorleistung gegangen und haben die Technologie in ein marktnahes Stadium gebracht. Was ihre Umsetzung in die Praxis angeht, stehen die deutschen Netzbetreiber jedoch vor einem Dilemma, ausgelöst durch politische Zielvorgaben: „Einerseits sollen die Versorgungsqualität und Verfügbarkeit des Stromnetzes steigen, andererseits übt die Politik mit Regulierungsmechanismen Kostendruck aus“, erläutert Dr. Bock. „Investitionen in neue Betriebsmittel werden dadurch gehemmt.“

Der IV Supra lädt die Netzbetreiber ausdrücklich ein, die Vorteile von HTS für ihr Netz zu identifizieren. Nur gemeinsam könne es gelingen, neue Betriebsmittel zu etablieren und Know-how aufzubauen, das einen sicheren Netzbetrieb in kommenden Jahren ermöglicht. Sich zu Innovationen zu bekennen, werde außerdem dem Standort Europa zugute kommen, so Dr. Bock. „In den USA oder zum Beispiel China, wo heute eine geringere Netzzuverlässigkeit existiert, wurde das Potenzial der Supraleitung erkannt und es wird dort sehr ernst genommen, wie groß angelegte Pilotprojekte zeigen. Wenn wir hierzulande kein eigenes Know-how aufbauen, werden wir später vielleicht ausgerechnet aus diesen Ländern Hochtechnologie beziehen müssen.“

Mitglieder des Industrieverbands Supraleitung sind:

- Adelwitz Technologiezentrum GmbH (ATZ), Adelwitz
- Bruker BioSpin GmbH, Karlsruhe
- ERT Refrigeration Technology GmbH, Hamburg
- European High Temperature Superconductors GmbH & Co. KG, Hanau
- Evico GmbH, Dresden
- Nexans SuperConductors GmbH, Hürth
- Theva Dünnschichttechnik GmbH, Ismaning
- Trithor GmbH, Rheinbach

www.ivsupra.de
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