PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 120397 (Nano-Cluster Bodensee)
  • Nano-Cluster Bodensee
  • Lerchenfeldstraße 5
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  • Ansprechpartner
  • Nicole Friedli
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Nanotechnologie für die nächste Generation von Medizinprodukten

(PresseBox) (St.Gallen, ) In der Medizin werden Nano- und Biotechnologie vermehrt kombiniert, sowohl in der Medikamentenabgabe als auch in der Diagnostik. Dank der Kombination von Materialwissenschaft, Bio-Engineering, Zellbiologie und Erfahrungen aus der klinischen Medizin entstehen innovative Produkte. Verschiedene Sparten der Nanotechnologie versprechen grosses medizinisches Potenzial, wie zum Beispiel „drug delivery systems“, welche an der diesjährigen NanoEurope Fair & Conference vom 11. bis 13. September in St.Gallen einen Themenschwerpunkt bilden.

Die Anwendungen der Nanotechnologie im Medizinbereich sind äusserst vielfältig und reichen von der Diagnose über die Oberflächenbehandlung von Implantaten bis zu Einsatzmöglichkeiten in der regenerativen Medizin. Ein thematischer Schwerpunkt der diesjährigen Fachkonferenz „Medical Devices“ liegt auf der lokalen Arzneimittelabgabe, welche durch so genannte „drug delivery systems“ ermöglicht wird. Durch den Einsatz dieser Nanoträgersysteme werden sowohl die Verteilung als auch die pharmakinetischen Parameter einer Arznei gegenüber frei im Körper verfügbaren Medikamenten deutlich verbessert. Unter anderem kann dadurch das Ausmass von Nebenwirkungen, wie sie beispielsweise in der Krebstherapie häufig auftreten, gesenkt werden.

Gezielter Einsatz von Medikamenten

Durch die Einbettung der Wirkstoffe in eine Matrix kann deren Abgabe in bestimmten Bereichen des Körpers entweder ganz vermieden werden, oder sie erfolgt in kontrollierten Dosen. Die gezielte Funktionalisierung der Oberfläche von Nanopartikeln ermöglicht darüber hinaus die kontrollierte Aufnahme durch spezifische Zellen, an denen das Arzneimittel wirken soll. In der Krebstherapie wird die Effizienz von Medikamenten gesteigert und die Toxizität herabgesetzt, indem die Substanzen in Trägersystemen mit einer Grösse von weniger als 50 nm neu formuliert werden. Auch die Blut-Hirn-Schranke kann durch solche Nanoträgersysteme überwunden werden. Mögliche Einsatzfelder der Nanoträgersysteme eröffnen sich damit im Bereich von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.

Hochkarätige Referenten

An der NanoEurope, die vom 11.-13. September 2007 in St. Gallen stattfindet, wird die Nanoformulierung von Pharmazeutika gleich in drei Vorträgen von GlaxoSmithKline (Grossbritannien), Camurus AB (Schweden) und Medipol (Schweiz) thematisiert. Professor David Tapolczay, ehemals Vizepräsident für Entwicklung bei GlaxoSmithKline Pharmaceuticals und jetzt Chief Scientific Officer bei SAFC PHARMA, ist Experte auf dem Gebiet der Kombination von Pharma-Biotechnologie und Nanotechnolgie. Er wird in seinem Referat auf die zu erwartenden künftigen Potenziale der Nanotechnologie für die nächste Generation der Medizinprodukte eingehen. Die Camurus AB aus Schweden, an der NanoEurope vertreten durch deren CEO und Präsidenten Professor Fredrik Tiberg, hat in diesem Jahr die Auszeichnung „The Best Private Biotech Company in Medicon Valley in 2007" gewonnen. Tiberg wird über innovative nanoskalare Trägersysteme referieren, mit denen existierende Produkte verbessert und neue Therapieformen gefunden werden können. Speziell Proteine, Peptide und Arzneimittel auf der Basis von „kleinen Molekülen“ finden dank dieser neuartigen Trägersysteme in speziell zugeschnittenen Anwendungen einen viel versprechenden Markt.

Rechtliche Aspekte

Trotz grossem Potenzial werden Nanoformulierungen aufgrund möglicher toxischer Wirkungen von Nanopartikeln auch kontrovers diskutiert. Wenn nanotechnologisch hergestellten Pharmaka auf den Märkten langfristig Erfolg haben sollen, muss Aspekten der Sicherheit höchste Priorität eingeräumt werden. Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit beim Einsatz der Medikamente an Patienten, sondern auch um den Umgang von Mitarbeitenden mit diesen Substanzen in Forschung und Produktion. Cornelia Camara, zuständig bei Medipol für Fragen der Sicherheit und Arzneimittelvorschriften, wird in ihrem Referat auf Sicherheitsaspekte eingehen.

NanoEurope 2007
Zeit: 11. - 13.September 2007
Messeort: Olma Messen St.Gallen, St.Gallen
Messe: Halle 9.1, Konferenzen: Hallen 9.1.2, 9.2 und 2.1.

Nach der erfolgreichen Durchführung im vergangenen Jahr mit 65 Ausstellern und 4'500 Besuchern aus über 33 Ländern bietet die Fachmesse NanoEurope auch in diesem Jahr eine Begegnungsplattform für das interessierte Fachpublikum. Die Ausgabe 2007 wird wieder die Branchen-Schwerpunkte Medizintechnik, Textil- und Kunststoffindustrie setzen. Neu dazu kommen die Themen Solarenergie und Verpackung. Bereits zum dritten Mal wird 2007 die international renommierte Konferenz „NanoRegulation“ im Rahmen der NanoEurope durchgeführt. Zudem wird neu die „Dye Solar Cell Industrialisation Conference“ in Zusammenarbeit mit Dyesol Ltd. parallel zur NanoEurope 2007 veranstaltet.

Nano-Cluster Bodensee

Nach der erfolgreichen Durchführung im vergangenen Jahr mit rund 3'500 Besuchern aus über 40 Ländern bietet die NanoEurope auch in diesem Jahr eine Begegnungsplattform für das interessierte Fachpublikum. Die Ausgabe 2008 bietet Unternehmern und Managern aus der Industrie und aus Forschungsinstitutionen ein Forum zu Kommerzialisierungsstrategien und Investitions-Know-how für Manager an. Die Teilnehmenden können sich zudem mit den folgenden Fokusthemen auseinandersetzen: Multifunktionale Textilien, Nanobasierte Elektronik und Sensor Systeme sowie Systeme mit funktionalisierten Oberflächen und Strukturen. Bereits zum vierten Mal schliesslich wird im Rahmen der NanoEurope 2008 die international renommierte "NanoRegulation Konferenz" durchgeführt.