Nachhaltige Brennstoffgewinnung durch Klärschlamm in Marktbergel

Zukunft der Klärschlammentsorgung

(PresseBox) ( Nürnberg, )
Seit Juni 2008 verwandelt eine Anlage in Marktbergel Klärschlamm in CO2neutralen Brennstoff. Die drei Geschäftsführer der Betreibergesellschaft ENTRO Marktbergel GmbH, Erster Bürgermeister Karl-Heinz Eisenreich, Uwe Härtfelder, Geschäftsführer der Härtfelder Ingenieurtechnologien GmbH, Bad Windsheim, und Dr. Andreas Greving, Geschäftsführer der AquaOpta GmbH, Nürnberg, stellten am 12. März 2010 die Klärschlammtrocknungsanlage vor und erläuterten weitere Ausbaupläne.

Bayern setzt auf thermische Verwertung des Klärschlamms

Für viele Kommunen wird die Klärschlammentsorgung zunehmend zum Problem. Denn infolge geänderter Gesetzgebung in der Düngemittel- und Klärschlammverordnung entfällt ab 2015 weitgehend die Möglichkeit Klärschlämme auf landwirtschaftliche Flächen auszubringen.

Deshalb setzt das Bayerische Umweltministerium mittelfristig neben alternativen Entsorgungsverfahren, wie der Gewinnung von Heizölen aus Klärschlamm, auf die thermische Klärschlammverwertung.

Das Potenzial ist groß, da derzeit in Bayern erst gut ein Drittel der jährlich annähernd 300.000 Tonnen Klärschlamm als Brennstoff eingesetzt wird. Voraussetzung für die Nutzung des Klärschlamms als Brennstoff ist seine Trocknung.

Funktionsweise der Klärschlammtrocknungsanlage in Marktbergel

Marktbergel zählt in Mittelfranken zu den Vorreitern einer nachhaltigen Klärschlammverwertung. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage ließ die ENTRO Marktbergel GmbH mit einer Investition von 400.000 Euro eine Solare Trocknungsanlage bauen.

Die Anlage ähnelt einem Gewächshaus und das Prinzip ist einfach: Die Sonneneinstrahlung bewirkt die Trocknung des Klärschlamms.

Zunächst reduzieren im benachbarten Klärwerk Pressen den Wasseranteil des Materials von 95 auf 25 Prozent. Dieser so genannte vorentwässerte Klärschlamm wird dann in der Solaren Trocknungsanlage mit Hilfe eines Schaufelwerks mehrmals umgewälzt und verlässt die Anlage mit einem Trockensubstanzgehalt von 85 bis 90 Prozent, d.h., der Wasseranteil reduziert sich auf 15 bis 10 Prozent. Die dabei entstehende wassergesättigte Luft wird ins Freie abgeführt.

Durch den Trocknungsvorgang werden mikrobiologische Belastungen im Klärschlamm beinahe vollständig beseitigt.

Mit diesem Verfahren wandelt die Anlage jährlich rund 2.500 Tonnen vorentwässerten Klärschlamm in ca. 700 Tonnen CO2neutralen Brennstoff um. Das Material stammt aus 14 Gemeinden in der Region sowie von in der Region tätigen Entsorgungsbetrieben und wird nach der Trocknung als Brennstoff in einem Kohlekraftwerk zur Stromerzeugung verfeuert. Auf diesem Wege wird der Klärschlamm nahezu vollständig recycelt.

Nachhaltige Verbesserung der CO2-Bilanz

Der Brennwert des getrockneten Klärschlamms entspricht in etwa dem der Braunkohle. Als Substitut fossiler Energieträger verbessert die Klärschlammtrocknung die CO2-Bilanz nachhaltig."Da sich durch das Auspressen und Trocknen das Volumen um das ca. 20fache verringert, sinken die Transportkosten um das fünffache. Gleichzeitig reduziert sich die Verkehrslärmbelastung der Anlieger erheblich," führte Bürgermeister Karl-Heinz Eisenreich als weitere wichtige Vorteile an.

Ausbau der Anlage in Marktbergel geplant

In der Solaren Klärschlammtrocknungsanlage von Marktbergel können im Hochsommer pro Tag bis zu acht Tonnen Klärschlamm getrocknet werden. In den sonnenärmeren Jahreszeiten ist die Ausbeute deutlich geringer.

Noch in diesem Jahr planen die Geschäftsführer der ENTRO Marktbergel GmbH die Trocknungsleistung der Anlage durch eine thermische und damit witterungsunabhängige Komponente annähernd zu verdoppeln.

Dritter Gesellschafter bei ENTRO

Die ENTRO Marktbergel GmbH wurde 2008 von der Gemeinde Marktbergel und der Härtfelder Dienstleistungs GmbH, Bad Windsheim, gegründet. Als dritter Gesellschafter ist seit dem 04.12.2009 die N-ERGIE Aktiengesellschaft, Nürnberg, mit 33 Prozent beteiligt.

Das N-ERGIE Tochterunternehmen, die AquaOpta GmbH, unterstützt Kommunen beim Bau von Wasserwerken, Hochbehältern und Abwasseranlagen. "Viele Gemeinden suchen umweltverträgliche Lösungen ihres Klärschlamm- Problems. Als enger Partner der Kommunen in der Region wollen wir unseren Beitrag dazu leisten. Das in Marktbergel umgesetzte Konzept ist auf viele Kommunen übertragbar", betonte der Geschäftsführer von AquaOpta, Dr. Andreas Greving, beim Pressegespräch.
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