Die Website als zentrales Kommunikations-Instrument im Wahlkampf. Eine Analyse der Parteien mit dem Tool BrandInteract© von MOSAIQ MEDIA (Part 1)

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Nur noch knapp vier Monate bis zur Bundestagswahl 2013 - der Wahlkampf kommt langsam in Schwung. Für die Darstellung des Partei-Profils spielt die klassische Website eine wichtige Rolle und ist somit das zentrale Kommunikations-Instrument im Wahlkampf. Hier informiert die Partei über ihre Inhalte und präsentiert relevante Informationen für Parteimitglieder und potenzielle Wähler. Umso wichtiger ist es, dass sie sich deutlich von den Web-Auftritten der Konkurrenz abhebt und aus Besuchern Unterstützer und Wähler werden lässt.

Wie überzeugend sind die Websites der einzelnen Parteien vor der Bundestagswahl? Vermitteln sie ein klares Bild der Parteiziele und überzeugen damit unentschlossene Wähler? Werden Unterstützer der Partei mit relevanten Informationen versorgt und für den Wahlkampf aktiviert?

Die Online-Agentur MOSAIQ MEDIA aus Stuttgart hat sich dieser Fragen angenommen und eine Analyse der Parteienwebsites durchgeführt. Als Instrument diente das von MOSAIQ MEDIA entwickelte Tool BrandInteract©. Es kann den Interaktionsgrad zwischen Nutzer und Website untersuchen. Als Basis definierte das Team verschiedene Interaktionsfaktoren, die auf drei Ebenen angewendet wurden.

Die spannenden Ergebnisse der einzelnen Parteien werden in einer Serie veröffentlicht. Den Anfang machen die Plätze 6 (Die Piraten) und Platz 7 (Die Linke). Welche Partei die Plätze 4 und 5 ergattert hat und wer auf dem Siegertreppchen ganz vorne mit dabei ist, erfahren Sie in der nächsten Veröffentlichung am 29.05.13 und am 31.05.2013.

Die Methodik: BrandInteract© - Interaktion richtig nutzen

Die hier angewandte Methode BrandInteract© hilft, Schwachstellen in der Interaktion zwischen Website und User aufzudecken und zu beheben. Dafür wird neben den genannten Ebenen eine Vielzahl weiterer Faktoren analysiert. So wird die Höhe des Interaktionsgrades einer Website definiert - und was getan werden muss, um diesen zu erhöhen. Ziel ist es, mit einem konkreten Handlungsplan Hürden zu reduzieren, die die Interaktion zwischen Mensch und Marke verhindern könnten - und so ein Nutzererlebnis mit einer optimalen Vermittlung der Inhalte zu gestalten. Das Tool BrandInteract© bündelt die Erfahrung aus 15 Jahren Online-Kommunikation mit den neuesten Erkenntnissen des Neuromarketings. Dadurch entstehen Konzepte, die überzeugen, aktivieren und verkaufen. Durch BrandInteract© beschäftigen sich Website-Besucher noch mehr mit dem Unternehmen und den Produkten, können sich Inhalte besser merken und es findet mehr Interaktion statt - die zu neuen Kunden, mehr Kontakten und einem höheren Umsatz führt.

Die drei Ebenen erfolgreicher Websites

Der Erfolg einer Website hängt vor allem von der Höhe des Interaktionsgrades ab. Wenn Menschen Marken (oder Parteien) nicht nur passiv wahrnehmen, sondern aktiv mit ihnen interagieren, erleben sie deren Botschaften stärker und behalten sie länger im Gedächtnis. Das Internet ist der ideale Ort, um für Interaktion zwischen Mensch und Marke zu sorgen: Nutzer steuern Websites gezielt an und setzen sich mit deren Inhalten auseinander. Darum ist es besonders wichtig, den Online-Auftritt optimal zur Präsentation einer Marke oder Partei zu nutzen. Um Nutzer zu überzeugen und zu aktivieren, muss eine Website vor allem auf drei Ebenen funktionieren:

Die emotionale Ebene:

Eine gelungene Website aktiviert die Gefühle ihrer Besucher und beeinflusst so ihre Entscheidungen. Dies kann durch Bildwelten und ein gutes Storytelling, durch Symbole, Logos oder auch Maskottchen geschehen. Auch eine direkte und persönliche Sprache und kurze und prägnante Slogans wecken positive Emotionen. Ob eine Website einen hohen Emotionsgrad aufzeigt, lässt sich unter anderem anhand des Faktors Sympathie beurteilen: Die Zielgruppe sollte im Fokus stehen und die Bedürfnisse der Nutzer widergespiegelt werden. Dabei kommt es auch auf einen guten ersten Eindruck an - innerhalb von fünf Sekunden fällt der Nutzer ein Urteil über eine Website.

Die rationale Ebene:

Besonders rational im positiven Sinne ist eine Website, die ausreichende und überzeugende Informationen zu allen Bereichen bietet. Zahlen und Fakten zu den Produkten, zum Unternehmen, zur Herstellung oder zum Vertrieb sind ausschlaggebend. Da in der virtuellen Welt oft kein Ansprechpartner in der Nähe ist, sollte die Website alle möglichen Fragen des Besuchers beantworten können. Die Vorteile des Produktes und der Leistung sollten anschaulich dargestellt werden und den Besucher überzeugen. Von Vorteil sind gut sortierte Produktgruppen, die beispielsweise in verschiedene Themenwelten integriert oder nach Zielgruppen geordnet sein können.

Die Interaktions- und Aktivierungsebene:

Der Name dieser Ebene ist Programm. Die optimale Website spricht möglichst viele Sinne der Zielgruppe an und sorgt dadurch für Interaktion. Der User wird durch visuelle, akustische und haptische Elemente aufgefordert zu agieren. Das Zusammenspiel dieser Elemente fördert die Behaltensleistung. Slider und Konfiguratoren, die leicht bedienbar sind, tragen hierzu bei. Suchfunktionen helfen dabei, aktiv die wichtigsten Informationen zu sammeln. Bilder, Videos und anschauliche Grafiken verstärken den Inhalt und sorgen dafür, dass dieser länger im Gedächtnis bleibt.

Die Ergebnisse

Platz 7 - Die Linke

Die Website der LINKEN wirkt lieblos zusammengestellt und kann auf keiner Ebene wirklich punkten.

Emotionale Ebene:

Die Seite vermittelt den nüchternen Eindruck eines Nachrichten-Portals. Übersieht man das Logo, erkennt man kaum, dass es sich um den Web-Auftritt der LINKEN handelt. Bis auf das erste Artikelbild sind die wenigen Bilder sehr klein und verstärken den Nachrichten-Charakter der Seite, statt Emotionen zu wecken. Die Inhalte in der rechten Seitenspalte tragen ebenfalls wenig zur Emotionalisierung bei. Von einer Partei, die sich "DIE LINKE" nennt, erwartet man, dass ihre Website die politische Orientierung unterstreicht. Stattdessen werden wichtige Elemente wie Logo und Unternavigation nicht auf der linken, sondern auf der rechten Seite platziert. Das ist zum einen unlogisch und inkonsequent. Zum anderen entspricht es nicht der natürlichen Lesebewegung der Nutzer, die der Form eines F folgt und zuerst den oberen und linken Bereich einer Website erfasst.

Rationale Ebene:

Die Website scheint primär über die aktuellen Ereignisse zu informieren und legt dabei den Fokus auf einzelne Personen. Die Artikel auf der Startseite beziehen sich auf verschiedene Argumente oder Positionen der LINKEN, eine handfeste Argumentationskette oder Begründung sucht man aber vergeblich. Wirklich schlagkräftige Argumente finden sich häufig erst auf den Folgeseiten. Leider fehlt auch eine kompakte Übersicht über das aktuelle Wahlprogramm oder die grundsätzliche Orientierung der Partei.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Auch die Interaktivität der Seite lässt zu wünschen übrig. Zwar haben die Aufrufe in der rechten Spalte einen aktivierenden Charakter, deren Folgeseiten enthalten jedoch vor allem wenig ansprechende Textwüsten. Abgesehen von der rechten Spalte bietet die Website der LINKEN kaum aktivierende Elemente. Es fehlt sowohl an Verlinkungen in Überschriften und Bildern als auch an der Einbindung von Videos. Auf haptische Elemente, die den Besucher agieren lassen, wird vollständig verzichtet. Außerdem wird dem Nutzer keine Möglichkeit geboten, Artikel in sozialen Netzwerken zu teilen. Durch die umfangreiche Navigation wirkt die Seite sehr überladen. Die rechtsseitige Unternavigation ordnet sich dem oberen, horizontalen Menü unter. Diesen unüblichen Zusammenhang muss der Besucher erst einmal erkennen.

Handlungsempfehlung von MOSAIQ MEDIA:

1. Um Emotionen bei ihren Besuchern zu wecken, sollte die LINKE stärker auf große, aussagekräftige Bilder setzen und diese auch verlinken. Bildwelten, welche die Werte der Partei vermitteln, wecken Emotionen und aktivieren Besucher.

2. Wichtige Elemente wie Logo und Unternavigation sollten auf der linken Seite platziert werden, um den Besuchern die Orientierung leichter zu machen und sich ihrer natürlichen Lesebewegung anzupassen. Dies würde auch dem Namen der Partei gerecht werden.

3. Eine kompakte und übersichtliche Darstellung des Wahlprogramms und der Grundsätze der LINKEN würde den Besuchern auf einen Blick vermitteln, wofür die Partei steht.

Platz 6 - Die Piraten

Das Ziel, Mitglieder zu generieren und Besucher zu mobilisieren, steht bei den Piraten klar im Vordergrund. Die Piratenpartei setzt auf ein responsives Design und holt somit auch mobile Nutzer gut ab. Insgesamt überzeugt die selbst ernannte Internetpartei mit ihrer Website jedoch nicht. Die Ansätze sind gut, an der Umsetzung muss aber noch gearbeitet werden.

Emotionale Ebene:

Der Aufbau des Headers ist verständlich und dessen Gestaltung transportiert das Gefühl der Piraten. Besucher der Website werden aktiv angesprochen und wissen sofort, mit wem sie es zu tun haben. Der Slider unter der Hauptnavigation bietet Platz für große Bilder, verfehlt jedoch seine Wirkung. Die verwendeten Motive sind emotional wenig ansprechend und die abgebrochenen Überschriften lassen den Besucher ratlos zurück. Die starke Orientierung an einem klassischen Blog passt sich zwar den Gewohnheiten vieler Nutzer an, hat aber auch klare Nachteile. Die einzelnen Beiträge und Artikel sind sehr textlastig - es fehlt an Grafiken oder Bildern, die den Inhalt verstärken. Die rechte Inhaltsspalte ist sehr plakativ gestaltet, Emotionen werden aber auch hier kaum geweckt.

Rationale Ebene:

Die Piraten bieten den schnellsten Einstieg in der rationalen Überzeugungsarbeit. Das flächendeckende Hintergrundbild mit den Kernpunkten der Partei vermittelt auf jeder Seite, worum es den Piraten geht. Auch der präsent platzierte Button "Informiere Dich" dient diesem Zweck: Er führt zu einer Themenseite, auf der kurz und knapp zu jedem politischen Thema Stellung bezogen wird.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Die Piratenpartei präsentiert sich auf einer klar strukturierten, tagebuchartigen Website. Der Aufbau ist ansprechend und vor allem der Header und die rechte Spalte regen Besucher an, sich zu engagieren. Allerdings wirkt sich die Wahl des Layouts auch negativ auf das Kriterium Interaktion und Aktivierung aus. Das an ein Blog erinnernde Design bietet kaum Möglichkeiten, interaktive Elemente einzubinden. Überraschend schlecht umgesetzt ist die - für die Piraten eigentlich prädestinierte - Sharing-Funktion: Sie ist nur sehr sporadisch und wenig präsent eingebunden. Ebenso erstaunlich ist der Umgang mit der Kommentarfunktion. Diese ist ein optimales Mittel, um für Interaktion zu sorgen und wird von den Besuchern der Seite auch rege genutzt. Leider versäumen es die Piraten, die Kommentare zu beantworten und verhindern so einen Austausch mit potenziellen Wählern.

Handlungsempfehlung von MOSAIQ MEDIA:

1. Eine Partei, die das Internet zu einem ihrer wichtigsten Themen macht, sollte die Sharing-Funktion präsent und konsequent einbinden. Denn persönliche Empfehlungen sind eine der wirksamsten Formen der Werbung.
2. Die Piraten sollten Kommentare von Nutzern beantworten. So entsteht Nähe und Sympathie. Dem potenziellen Wähler wird vermittelt, dass man sich für ihn und seine Anregungen oder Fragen interessiert.
3. Mehr Bilder und Grafiken, die Gefühle auslösen und den Inhalt der Artikel verstärken, würden zur Emotionalisierung der Seite beitragen.
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