International vorn mitmischen mit starkem MV-Verbund

Forschungsförderung wird umgestellt - zukünftige Verbundprojekte bringen Unternehmen zusätzliches Know-how

(PresseBox) ( Schwerin, )
Auf der heutigen Landesstrategiekonferenz "Wissenschaft und Wirtschaft" in Rostock-Warnemünde wird eine neue Etappe in der Technologie- und Forschungsförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingeläutet. Künftig können Unternehmen leichter auf Leistungen der Forschungseinrichtungen zugreifen, wenn dadurch hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine generelle neue strategische Ausrichtung der EU-Forschungsrichtlinien wird den Weg für eine bessere und effizientere Förderung technologieorientierter Unternehmen und Existenzgründer freimachen. "Schwerpunkt ist die Unterstützung von konkreten Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekten, die zu international wettbewerbsfähigen Produkten und Verfahren im Land führen", erklärte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, der heute das erste Verbundprojekt zur Erforschung und Entwicklung neuartiger medizinischer Gefäßstützen (Stents) vorstellte. Bildungsminister Henry Tesch begrüßte die neue Ausrichtung. "Die Verwertung der wirtschaftsnahen Forschung durch Forschungsverbundprojekte bleibt die Königsdisziplin der Forschungsförderung. Bisher haben sich überwiegend Unternehmen von außerhalb des Landes für unsere Forschung interessiert. Jetzt haben wir selbst starke Unternehmen. Denn wir sind im Strukturwandel fortgeschritten. Wenn wir jetzt den Transfer im Land ermöglichen, erhalten unsere Unternehmen das neueste Wissen aus unseren Hochschulen und Forschungsinstituten."

Mit der neuen Richtlinie für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation wird die Einführung neuer Technologien in kleineren Unternehmen mit bis zu 60 Prozent und in Großunternehmen mit bis zu 35 Prozent unterstützt. Im Verbund können die beteiligten Forschungseinrichtungen sogar mit bis zu 100 Prozent, kleine Betriebe mit bis zu 70 Prozent und große Firmen mit bis zu 50 Prozent gefördert werden. "Vor allem starke Netzwerke sind in der Lage, einen Technologievorsprung zu erarbeiten und international vorn mitzumischen", begründete Seidel die stringente Ausrichtung auf eine gekoppelte Wirtschafts- und Wissenschaftsförderung. "Unser Interesse liegt im Aufbau langfristiger strategischer Partnerschaften und stabiler Netzwerkstrukturen."

Von 2007 bis 2013 stehen aus den beiden großen EU-Strukturfonds EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und ESF (Europäischer Sozialfonds) 155 Mio. € für die Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Die Koordinierung erfolgt erstmalig zentral über das Wirtschaftsministerium. "Von der Konzentration und der Neuausrichtung der Innovationsförderung unter einem Dach erwarten wir einen nachhaltigen Entwicklungsschub in Zukunftsbranchen wie der Biotechnologie, Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft sowie bei Plasma- und Lasertechnologien und der Klima- und Umwelttechnik. Ein zusätzliches Förderprogramm in Höhe von 6,5 Mio. € aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds soll darüber hinaus junge Wissenschaftler im Land halten oder in den Norden locken", kündigte Seidel an. Das Land übernimmt für zwei Jahre 50 Prozent der Projektausgaben, wenn mittelständische Firmen junge Forscher einstellen.

Das erste Pilot-Verbundvorhaben der Forschungsförderung des Landes mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Finanzierungsvolumen von 8,0 Mio. € ist in der Spitzenmedizin angesiedelt. Für das Kooperationsvorhaben werden die Kernkompetenzen der einzelnen Partner auf den Gebieten der Stenttechnologie, der Biomaterial- und Implantatforschung, der Medizin, Pharmakologie und Pharmazie sowie der Verfahrenstechnik und Oberflächentechnologie genutzt. Unter der Federführung der Universität Rostock und der CORTRONIK GmbH Warnemünde sowie in Kooperation mit der Universität Greifswald und dem Forschungszentrum Wismar e. V. sollen neuartige medizinische Gefäßstützen für das Herz-Kreislaufsystem entwickelt, klinisch getestet und für die Produktion zum Vertrieb auf dem internationalen Markt vorbereitet werden. Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsvorhabens mit Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Medizinern sollen neuartige Lösungen für medikamentenbeschichtete und biologisch abbaubare Stents gesucht werden. Sie dienen der Stabilisierung von Blutgefäßen und werden mittels Katheter in verengten Blutgefäßen platziert.

"Die Implantatproduktion ist angesichts der alternden Bevölkerung weltweit ein gigantischer Wachstumsmarkt", erläuterte Prof. Klaus-Peter Schmitz von der Universität Rostock. "Der Trend entwickelt sich eindeutig in Richtung im Körper abbaubarer und somit selbst auflösender Stents mit Medikamentenbeschichtung, die Gefäßverletzungen minimieren und dann auch verstärkt in der Kinderkardiologie eingesetzt werden könnten. Mit Partnern aus dem Land und dem führenden europäischen Anbieter BIOTRONIK wollen wir eine neue Innovationsstufe in der Stenttechnologie erreichen und zur Marktreife bringen", so der Rostocker Wissenschaftler. Mecklenburg-Vorpommern ist auf dem besten Weg, sich als einer der wichtigsten Technologiestandorte von Gefäßimplantaten zu etablieren. Erstmalig wurden im Jahr 2007 weit mehr als 200.000 Stents in Warnemünde für die Berliner BIOTRONIK GmbH & Co. KG produziert.

Cortronik – das Netzwerk für innovative Gefäßimplantate

Die CORTRONIK GmbH Rostock (www.cortronik.com) als Unternehmen der BIOTRONIK-Gruppe Berlin (www.biotronik.com) ist der Industriepartner für die Entwicklung und Herstellung von Stents. In Warnemünde beschäftigt die CORTRONIK fast 100 Mitarbeiter, davon 30 Prozent Wissenschaftler und Ingenieure.

An der Universität Rostock (www.uni-rostock.de) besteht eines der vier deutschen Kompetenzzentren für Biomaterialien mit exzellenten Strukturen für die Entwicklung und Erprobung von Biomaterialien für innovative Medizinprodukte. Am Institut für Biomedizinische Technik (www.ibmt.med.uni-rostock.de) der Universität Rostock wird die Stenttechnologie entwickelt, mit allen notwendigen Methoden aus Implantattechnologie und Biomaterialforschung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung abbaubarer Stents für die Rekonstruktion der biologischen Gefäßfunktion. Klinische und anwendungsorientierte Fragestellungen der Stententwicklung werden in der Abteilung für Kardiologie der Klinik für Innere Medizin der Universität Rostock (www-kardio.med.uni-rostock.de) bearbeitet.

Der Anteil des Instituts für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V. (www.iib-ev.de) als universitätsnahes gemeinnütziges Forschungsinstitut mit international anerkanntem und zertifiziertem Prüflabor besteht vor allem in der Entwicklung neuer Technologien und der Testung neuer Implantate für das Herz-Kreislaufsystem.

Das Forschungszentrum Wismar e.V. (www.fz-wismar.de) verfügt über Technologien für die Entwicklung und Herstellung von Materialien mit speziellen Oberflächeneigenschaften. Das Forschungszentrum ist ausgewiesener Know-how-Träger auf dem Gebiet der Dünnschichten.

Die Aufgaben der beteiligten Institute für Pharmakologie und für Pharmazie an der Universität Greifswald (www.uni-greifswald.de) umfassen innovative Ideen für geeignete Pharmaka, die gezielt das Zellwachstum und somit den Wiederverschluss von Blutgefäßen hemmen, sowie pharmakologische Verfahren zur Charakterisierung der Wechselwirkung zwischen Blutgefäßen und aktiven Stentoberflächen von Arzneimittelbeschichtungen.
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