Ahnen: Mehr gezielte individuelle Förderung für Schülerinnen und Schüler

Schulen machen fit für weiteren Ausbildungs- und Lebensweg

(PresseBox) ( Mainz, )
"Die Qualität des Bildungsangebots in Rheinland-Pfalz wird mit einer Reihe von Maßnahmen, die im heute beginnenden Schuljahr 2008/2009 starten, konsequent weiterentwickelt. Basis dafür ist eine gute Unterrichtsversorgung, die durch die erfolgreiche Arbeit der Schulaufsicht - und nicht zuletzt mit Hilfe von 220 zusätzlich im Landeshaushalt bereitgestellten Lehrerstellen - gesichert wird. Zum 1. August konnten auf den neuen und den freigewordenen Stellen rund 950 Lehrkräfte neu eingestellt werden, für dieses Schuljahr sind zudem mehr als 100 Lehrerinnen und Lehrer im Vorgriff bereits zum 1. Februar eingestellt worden. Besonders wichtig ist uns, dass sich alle Neuerungen und Reformen, die initiiert werden, in ein übergreifendes bildungspolitisches Gesamtkonzept einpassen, das die Chancen von Schülerinnen und Schülern während der Schulzeit und auch mit Blick auf den weiteren Ausbildungs- und Lebensweg verbessert und die individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellt." Das unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen heute zum ersten Schultag des Schuljahres 2008/2009 in dem neuen Gymnasium Nackenheim (Kreis Mainz-Bingen). Das Nackenheimer Gymnasium ist nicht nur eine Neugründung, sondern zudem eines von landesweit neun Gymnasien, die mit diesem Schuljahr als Ganztagsgymnasien mit achtjährigem Bildungsgang (G8GTS) starten.

Das jetzt erstmals umgesetzte G8GTS-Rahmenkonzept sei ein gutes Beispiel dafür, wie der beschriebene generelle Reformansatz der Landesregierung sich auswirke, sagte die Bildungsministerin. Gemeinsam entwickelt von Ministerium sowie Fachleuten aus der schulischen Praxis und von Lehrerverbänden garantiere dieses Konzept, dass pädagogisch und organisatorisch die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt, die Durchlässigkeit des Schulsystems erhalten und die angestrebte Schulzeitverkürzung umgesetzt werden könne. "Wir haben uns in Rheinland-Pfalz ganz bewusst dafür entschieden, den achtjährigen gymnasialen Bildungsgang nicht verpflichtend sondern als Angebot einzuführen, und ihn mit der Ganztagsschule zu verknüpfen. Damit soll möglichst vielen Kindern der Weg zum Abitur und damit dann auch die Chance zu einem Hochschulstudium offengehalten werden", unterstrich Doris Ahnen. Das schulische Qualitätsprogramm hier im Gymnasium Nackenheim und die absolut positive Resonanz von Seiten der Eltern, Schülerinnen und Schüler im Vorfeld seien Beweise dafür, dass das Rahmenkonzept der Landesregierung von allen Beteiligten und insbesondere vom neuen Lehrerkollegium sehr engagiert mitgetragen werde.

Das Konzept der Ganztagsschule biete allerdings nicht nur in der neuen Gymnasialform mehr Raum und Möglichkeiten für individuelle Förderangebote, hielt die Ministerin fest. Wie die anhaltend hohe Nachfrage zeige, gelte dies in den Augen von Eltern, Schulträgern und Lehrkräften für die Ganztagsschulen insgesamt, deren Ausbau von der Landesregierung seit sechs Jahren stetig vorangetrieben werde. So könnten zum neuen Schuljahr 55 neue Ganztagsschulen in den verschiedenen allgemeinbildenden Schularten starten. Landesweit gebe es damit 458 Ganztagsschulen in Angebotsform. "Sehr erfreulich ist, dass sich die Bildung von rhythmisierten Ganztagsklassen immer weiter verbreitet. Etwa 40 Prozent aller Schulen organisieren ihr Angebot jetzt über Ganztagsklassen, was die Chancen steigert, den Unterrichtstag noch besser im Wechsel zwischen Lern-, Übungs- und Entspannungsphasen zu gestalten", sagte Doris Ahnen.

Zu den Neuerungen in diesem Schuljahr gehörten auch die in der Klassenstufe 5 beginnenden neuen Stundentafeln für die Sekundarstufe I in den weiterführenden Schulen, die unter anderem Aufstockung von bisher 28 auf 30 Wochenstunden in der Orientierungsstufe (Klassenstufen 5 und 6) vorsehen, hielt die Ministerin weiter fest. Inhaltlich führten sie vor allem zu einer Verstärkung der naturwissenschaftlichen Bildung. Bereits in der Vergangenheit habe das Land beispielsweise mit der Stärkung des experimentierenden Lernens in den Grundschulen oder mit der Ausweitung von neuen Unterrichtsansätzen, die unter anderem im früheren Bund-Länder-Programm SINUS entwickelt wurden, die naturwissenschaftlich-mathematische Bildung gestärkt. "Die Zusammenfassung der fachlichen Inhalte von Biologie, Physik und Chemie in der Orientierungsstufe unter dem Dach des neuen Faches Naturwissenschaften ist zudem als ein Beitrag zum fächerübergreifenden Lernen und zu einem vernetzten Verständnis naturwissenschaftlicher Sachverhalte gedacht. Gerade in den Naturwissenschaften hat die Bedeutung der übergreifenden Betrachtung und Analyse von Phänomenen enorm zugenommen und sie wird für die Zukunft weiter wachsen", betonte Doris Ahnen.

Möglichst gute Chancen bei der weiteren Ausbildung, das strebe die Landesregierung - oft in enger Kooperation mit den Kammern der Wirtschaft im Land und der Bundesagentur für Arbeit - auch mit dem weiteren Ausbau der Berufsorientierungsangebote an, erläuterte die Bildungsministerin. "Der in den Städten Trier und Koblenz bereits erfolgreich erprobte wöchentliche Praxistag für Schülerinnen und Schüler im Hauptschulbildungsgang wird ausgeweitet und im Herbst dann an landesweit 74 Schulen mit Hauptschulbildungsgang anlaufen", kündigte Doris Ahnen an. Schülerinnen und Schüler der achten Klassenstufe könnten dabei nicht nur einen intensiven Eindruck vom Betriebsalltag in unterschiedlichen Branchen und von den Anforderungen in verschiedenen Ausbildungsberufen erhalten, sondern sie würden im Rahmen einer intensiven Vor- und Nachbereitung auch bei ihrer anstehenden Berufswahlentscheidung mit ergänzenden Informationen noch besser unterstützt.

"Der nächste große Schritt ist nun die Umsetzung des neuen Schulstrukturkon-zeptes. Der Gesetzentwurf soll in der kommenden Woche im Ministerrat abschließend behandelt und dann dem Landtag zugeleitet werden", hielt Bildungsministerin Ahnen abschließend fest. Die Einführung der neuen Realschule Plus werde flankiert von einer verbindlichen gemeinsamen Orientierungsstufe mit Klassen von maximal 25 Kindern, von erweiterten Aufstiegsmöglichkeiten in den Realschulbildungsgang, von zusätzlichen Förder- und Differenzierungsangeboten und von dem Projekt "Keiner ohne Abschluss". Hinzu komme noch an ausgewählten Standorten die Verbindung der Realschule Plus mit einer Fachoberschule (FOS), die zur Fachhochschulreife führe. "Damit sollen sowohl Schülerinnen und Schüler, die derzeit Hauptschulen besuchen, als auch jetzige Realschülerinnen und Realschüler zusätzliche Förderangebote und mehr Chancen zu höheren Schulabschlüssen erhalten. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach höherwertigen Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt wird das die Perspektiven der Schülerinnen und Schüler im Land insgesamt verbessern", betonte Doris Ahnen.

Neuigkeiten zum Schuljahr 2008/2009 im Überblick

- Knapp 40.000 Kinder werden neu eingeschult, der Stichtag für die Schulpflicht lag erstmals auf dem 31.8. des Einschulungsjahres und damit zwei Monate später als bislang.
- In den gut 1.600 allgemeinbildenden Schulen werden voraussichtlich knapp 5.000 Kinder weniger als im Vorjahr unterrichtet (ca. 469.000).
- Die mehr als 100 berufsbildenden Schulen besuchen nach den Prognosen gut 2.000 junge Menschen mehr als im Vorjahr (ca. 133.000).
- Zum 1.8.2008 sind rund 950 neue Lehrkräfte eingestellt worden.
- Die 5. Klassen in allen weiterführenden Schulen werden auf Basis einer neuen Stundentafel unterrichtet (30 Stunden pro Woche statt bisher 28 Stunden; mehr Raum für Naturwissenschaften).
- Die Zahl der nach dem Landesprogramm geförderten Ganztagsschulen wächst um 55 Schulen auf 458 Ganztagsschulen in Angebotsform.
- 9 Ganztagsgymnasien mit achtjährigem Bildungsgang starten neu.
- 6 neue Integrierte Gesamtschulen (IGS) lassen die Zahl der IGSen im Land auf 25 steigen; für den Start im Jahr 2009 sind bereits 10 weitere Genehmigungen erteilt.
- Die Zahl der Schwerpunktschulen, in denen beeinträchtigte Kinder integrativ unterrichtet werden, steigt um 29 auf landesweit 159 Schulen.
- An den berufsbildenden Schulen im Land bieten 5 neue berufliche Gymnasien, 8 neue höhere Berufsfachschulen sowie eine neue Fachschule zusätzliche Ausbildungschancen.
- Das Fortbildungsangebot für Eltern beim Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung (IFB) wird um einen neuen Block erweitert, der das im Jahr 2007 angestoßene regelmäßige "Lehrer-Schüler-Eltern-Gespräch" in den Mittelpunkt rückt.
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