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Informationen zur Sicherheitslage SECURITY 2006

Aktuelle Zahlen zur allgemeinen Sicherheitslage

(PresseBox) ( Essen, )
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Weniger Straftaten und höhere Aufklärungsrate

Die Polizeiliche Kriminalstatistik der Bundesrepublik Deutschland verzeichnet für das Jahr 2005 einen Rückgang der erfassten Gesamtkriminalität um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 6.391.715 Straftaten registriert. Davon entfielen auf die alten Bundesländer einschließlich Gesamtberlin 5.317. 378 (- 3,1 Prozent) und auf die fünf neuen Bundesländer 1.074.337 (- 6,3 Prozent) Fälle. Entgegen dem Trend stieg die Anzahl der Straftaten im Land Niedersachsen um 2,4 Prozent. Nordrhein-Westfalen liegt mit einem Rückgang von 1,8 Prozent leicht unterhalb des bundesweiten Trends.

Die Kriminalitätshäufigkeit, damit sind die registrierten Straftaten bezogen auf 100 000 Einwohner gemeint, lag in den neuen Ländern mit 7.998 erfassten Straftaten höher als in den alten Ländern, einschließlich Gesamt-Berlin, mit 7.699 Straftaten. Bundesweit betrug die Häufigkeitszahl 7.747; in Nordrhein-Westfalen 8.318.

Im vergangenen Jahr konnten 55 Prozent aller Fälle aufgeklärt werden. Dies bedeutet einen Anstieg um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Straftaten oder Gruppen von Straftaten ergibt ein differenzierteres Bild. Die Aufklärungsquote bei den Gewaltdelikten (Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, Körperverletzung mit Todesfolge, gefährliche und schwere Körperverletzung, Geisel-nahme und erpresserischer Menschenraub) erreichte wieder ein hohes Aufklärungsniveau von 75,3 Prozent. Schwerer Diebstahl und Sachbeschädigung gelten bei einer Aufklärungsquote von 13,9 Prozent bzw. 26,2 Prozent unverändert als schwer aufklärbar.

Im vergangenen Jahr wurden durch Aufklärung von 3.518.567 Straftaten insgesamt 2.313.136 Tatverdächtige ermittelt, das bedeutet einen Rückgang um 3,0 Prozent (2004: 2.384.268 Tatverdächtige). Dabei nahm die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit um 2,4 Prozent auf 1.793.53 ab. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen war ein Rückgang um 5,0 Prozent auf 519 .573 zu verzeichnen.
Der Anteil von tatverdächtigen Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft verringerte sich von 22,9 Prozent im Jahr 2004 auf 22,5 Prozent im Jahr 2005.

Nach Altersgruppen aufgeschlüsselt ergibt sich bei der Gesamtzahl der Tatverdächtigen ein uneinheitliches Bild:

• Die Altersgruppe der Erwachsenen, die 72,6 Prozent aller Tat-verdächtigen ausmacht, verzeichnete im Jahr 2005 eine Abnahme der Tatverdächtigen um 2,5 Prozent. (2004: 1.720.877; 2005: 1.678.112).

• Die Anzahl der Tatverdächtigen im Kindesalter (unter 14 Jahre) ging um beachtliche 10,9 Prozent zurück (2004: 115.770; 2005: 103.124). Auch wenn der stärkste Rückgang bei Ladendiebstahlsdelikten festgestellt wurde, wird unverändert bei der Überzahl der Tatverdächtigen wegen Ladendiebstahl ermittelt.

• Auch bei Jugendlichen (14 bis unter 18 Jahre) sank die Anzahl der Tatverdächtigen um 4,3 Prozent (2004: 297.087; 2005: 284.450). Im Trend zunehmend, was sich auch innerhalb der Gesamtkriminalität zeigt, sind Waren- und Warenkreditbetrug (z.B. im Zusammenhang mit Auktionen im Internet) und Strafta-ten gegen das Waffengesetz sowie Leistungserschleichung (z.B. durch „Schwarzfahren“).

• Bei den Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) nahm die Anzahl der Tatverdächtigen um 1,2 Prozent ab (2004: 250 534; 2005: 247 450). Auch hier war – analog zu den erwachsenen und jugendlichen Tatverdächtigen – der stärkste Anstieg bei Straftaten gegen das Waffengesetz sowie bei Waren- und Warenkreditbetrug zu verzeichnen.

SECURITY 2006:

Gewaltkriminalität - Anstieg bei Körperverletzungen

Im Bundesgebiet wurden 2005 insgesamt 212. 832 Gewaltdelikte erfasst. Dies bedeutet einen Zuwachs von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der Gewaltkriminalität an der Gesamtkriminalität betrug im Jahr 2005 3,3 Prozent (2004: 3,2 Prozent. Die Aufklärungsquoten sind bei diesen gravierenden Delikten nach wie vor hoch (Mord: 95,8 Prozent; Totschlag: 95,8 Prozent; Raub: 50,9 Prozent; gefährliche und schwere Körperverletzung: 83,5 Prozent; Vergewaltigung und sexuelle Nötigung: 83,7 Prozent).

Der Anstieg der Gewaltkriminalität ist im Wesentlichen auf einen weiteren Anstieg der gefährlichen und schweren Körperverletzungen um 5,3 Prozent zurückzuführen. Dieser Zuwachs dürfte durch ein geändertes Anzeigeverhalten infolge des zum 01.01.2002 in Kraft getretenen „Gewaltschutzgesetzes“ und vielmehr durch die damit einhergehende Erweiterung der Polizeigesetze um Maßnahmen der Wohnungsverweisung und des Rückkehrverbotes beeinflusst sein, die eine Strafanzeige nach sich zieht.
Diese geänderten Handlungsmöglichkeiten des polizeilichen Einschreitens in Fällen häuslicher Gewalt, sowie auch eine allgemeine Zunahme der Gewaltbereitschaft grundsätzlich, lassen den Anstieg der Gewaltkri-minalität im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzungen erklären.

Gewaltdelikte wie Mord und Totschlag unterliegen unverändert einer sinkenden Tendenz.

Bei den Raubdelikten ist nach einer Stagnation im Jahr 2004 gegenüber 2003 (- 0,1 Prozent) erstmals im Jahr 2005 ein beachtlicher Rückgang um 8,2 Prozent zu verzeichnen.


SECURITY 2006:

Kraftfahrzeugdelikte – deutlich weniger Kraftfahrzeug-Diebstähle

Der Diebstahl von Kraftwagen (einschließlich unbefugter Ingebrauch-nahme) ist im Vergleich zum Vorjahr um 8.699 Fälle auf 50.238 Fälle zurückgegangen. Dieses bedeutet eine Abnahme um 14,8 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg geringfügig auf 27,8 Prozent (2004: 27,0 Pro-zent).

Der langjährige rückläufige Trend bei den Diebstählen aus Kraftfahrzeugen hat sich im Jahr 2005 fortgesetzt. Die Anzahl der Fälle verringerte sich um 48.282 Fälle auf 391.372 Fälle oder 11,0 Prozent.

Der Diebstahl an Kraftfahrzeugen ist um 9.366 Fälle auf 152.100 Fälle gesunken, das bedeutet eine Abnahme um 5,8 Prozent.

Der Diebstahl von Fahrrädern (einschließlich unbefugter Ingebrauch-nahme) ist um 23.209 auf 388.888 Fälle zurückgegangen, das bedeutet eine Abnahme der Fallzahlen um 5,6 Prozent.

Die Aufklärungsquoten stagnieren beim Fahrraddiebstahl und liegen wie der Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen nach wie vor auf niedrigem Niveau.

Auffallend ist der kontinuierlich starke Rückgang des erfassten Kraftfahr-zeugdiebstahls. Bei diesem seit 10 Jahren zu beobachtenden sinkenden Trend dürfte die Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit elektronischen Wegfahrsperren eine große Rolle spielen.
Dass aber auch andere Präventionsmaßnahmen (z.B. codierte Autoradios) greifen, zeigt sich beim Rückgang von Diebstählen aus Kraftfahrzeugen, wobei aktuell bevorzugtes Diebesgut und Angriffsziel Navigationssysteme aus Kraftfahrzeugen sind.


SECURITY 2006:

Wohnungseinbruch – Präventionsmaßnahmen zeigen Erfolge

Im Bundesgebiet wurden 2005 insgesamt 109.736 Wohnungseinbrüche erfasst, davon 40.200 (36,6 Prozent) Versuche. Das bedeutet einen Rückgang um 14.419 Fälle bzw. 11,6 Prozent (im Vorjahr 124.155 Fäl-le).

Jeder einzelne Fall des Wohnungseinbruchs ist ein gravierender Eingriff in die Privatsphäre der Opfer und zieht starke Beeinträchtigungen des Sicherheitsgefühls und damit der Lebensqualität nach sich.

Über ein Drittel (35,1 Prozent) aller erfassten Wohnungseinbrüche entfallen auf den Tageswohnungseinbruch (Tatzeit zwischen 6.00 Uhr und 21.00 Uhr). Im Vergleich zu 2004 ist auch hier ein Rückgang um 9,7 Prozent zu verzeichnen.

Die Aufklärungsquoten des Wohnungseinbruchs sind insgesamt betrachtet konstant. (2001: 18,7 Prozent; 2002 19,6 Prozent; 2003: 18,0 Prozent; 2004: 19,5 Prozent und 2005: 19,6 Prozent).

Für eine positive Wirkung von Präventionsmaßnahmen sprechen neben den gesunkenen Fallzahlen der von 28,3 Prozent (1993) auf 36,6 Prozent gestiegene Versuchsanteil beim Wohnungseinbruchdiebstahl.


SECURITY 2006:

Computer- und Internetkriminalität – wachsender Phänomenbereich

Insgesamt ist ein Strukturwandel in der Kriminalität in den letzten 15 Jahren deutlich erkennbar, wie

• sinkende Straftaten bei der Diebstahlskriminalität
• stagnierende Belastungszahlen bei der Gewaltkriminalität
• und eine signifikant ansteigende Betrugskriminalität

eindrucksvoll belegen.
Zurückzuführen ist diese Entwicklung auch durch die Nutzung des Internets als Mittel zur Straftat (Computerkriminalität im weiteren Sinne).

Seit 2004 erfolgt hierzu eine gesonderte Erfassung der Fälle. Allerdings beteiligten sich in 2004 zunächst lediglich zehn Bundesländer an dieser Erhebung und 2005 konnten die entsprechenden Daten aus Bayern und Niedersachsen aus programmtechnischen Gründen noch nicht berücksichtigt werden. Dennoch bieten die Zahlen einen Überblick über die wachsende Bedeutung des „Tatmittels Internet“.

Die Zahl aller erfassten Fälle liegt bei 118.036, wobei der größte Anteil im Bereich des Waren- und Warenkreditbetrugs mit 63.470 Straftaten bei einer Aufklärungsquote von 92,4 Prozent liegt. Der Anstieg im Waren- und Warenkreditbetrug beträgt auf Bundesebene zwischen 2004 und 2005 11,5 Prozent. Aufgrund der fehlenden Berücksichtigung von Internet-Kriminalitätsbelastungszahlen aus Bayern und Niedersachsen kann der genaue bundesweite Anteil der über das Internet begangenen Waren- und Warenkreditbetrügereien nicht verlässlich berechnet wer-den. Zu erwarten ist jedoch, dass der prozentuale Anteil wie in Nordrhein-Westfalen bei ca. 31 Prozent liegen dürfte.

Mit 52.911 erfassten Fällen im Jahr 2005 weisen die Fallzahlen im Be-reich der Internetdelikte für Nordrhein-Westfalen eine erhebliche Steigerung von 72,6 Prozent auf (2004: 30.660 Fälle). Positiv ist jedoch, dass davon nur 8.019 Straftaten im Jahr 2005 nicht aufgeklärt wurden. Dieses bedeutet eine Aufklärungsquote von 84,8 Prozent.

Auch wenn der Anteil der Computerkriminalität mit dem „Tatmittel Internet“ an der Gesamtkriminalität in Nordrhein-Westfalen - wie auch auf Bundesebene - (noch) sehr gering ist (NRW: 3,6 Prozent der Gesamtkriminalität), so sind doch aufgrund der seit der gesonderten Erfassung festgestellten Steigerungsraten die mit dem Internet einhergehenden neuen Kriminalitätsformen mit Aufmerksamkeit zu betrachten. Hier bedarf es des weiteren Ausbaus kriminalpräventiver Maßnahmen im Zu-sammenspiel aller gesellschaftlichen Verantwortungsträger, einschließlich der Bürgerinnen und Bürger. Gerade sie können durch einen sicherheitsbewussten Umgang mit dem Medium „Internet“ zur Senkung der Fallzahlen beitragen.

Insgesamt haben Bund, Länder und Kommunen bereits sehr viele Anstrengungen unternommen, die innere Sicherheit in Deutschland auf hohem Niveau zu gewährleisten. Zahlreiche Sicherheits- und Ordnungspartnerschaften, Kriminalpräventive Räte und Gremien, Landespräventionsräte und auch das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DFK) leisten dazu wichtige Beiträge.
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