Telematikinfrastruktur: Online-Rollout ante portas

Berlin, (PresseBox) - Experten und Krankenhausvertreter haben sich bei der conhIT optimistisch geäußert, dass der vieldiskutierte Online-Rollout des Versichertenstammdatenmanagements in Kürze starten wird. Auch die Krankenhäuser profitieren von einer einheitlichen Infrastruktur.

Laut E-Health-Gesetz soll die Telematikinfrastruktur (TI) als einheitliche digitale Kommunikationsplattform für das deutsche Gesundheitswesen ab Juli 2017 schrittweise ausgerollt werden. Dieser Zeitplan gelte weiter, betonte Dr. Tino Großmann von der CompuGroup Medical, die die Testregion Nordwest der elektronischen Gesundheitskarte koordiniert. „Bis Ende Juni 2017 werden alle für den Online-Rollout nötigen TI-Komponenten zugelassen und zertifiziert sein“, so Großmann. Auch die für einen großen Rollout nötigen Produktionskapazitäten seien verfügbar.

Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur wies Großmann zurück: Die bisherigen Tests bestätigten die performante Funktionsfähigkeit der für die Erprobung zugelassenen Komponenten. Konkret dauere das Auslesen von Versichertendaten von der elektronischen Gesundheitskarte etwa zwei Sekunden, das Aktualisieren der Daten vier Sekunden. Auch die Installation sei für die Ärzte zu bewältigen. Sie erfolge in der Regel im laufenden Praxisbetrieb und dauere mit der mittlerweile verfügbaren Erfahrung etwa zwei bis drei Stunden.

Konzeptionell dient der Konnektor, der idealerweise in einem nicht zugänglichen Raum platziert werden sollte, als einheitlicher Online-Zugangspunkt. Über ein Praxis-LAN wird der Konnektor mit so vielen eHealth-Kartenterminals verknüpft, wie in der jeweiligen Einrichtung nötig sind. Im Rahmen des Online-Updates der Stammdaten werden Patientendaten in erster Linie am Empfang eingelesen. Wenn später elektronische Notfalldaten oder Medikationspläne eingeführt werden, könnten auch Kartenterminals in den Behandlungszimmern Sinn machen.

Angesprochen auf die Videosprechstunde betonte Großmann, dass es technisch möglich sein werde, Datentransfers auch um den Konnektor herum zu routen. Grundsätzlich sei der Konnektor aber als Single-Entry-Point konzipiert. Auch auf das Internet kann die Arztpraxis via Konnektor und Telematikinfrastruktur zugreifen. Damit einher gehe gerade in Arztpraxen ein erheblicher Sicherheitsgewinn gegenüber dem Status Quo.

Auch Krankenhäuser werden im Rahmen des Online-Rollouts ihre Ambulanzen und MVZs an die TI anschließen müssen. Dies sei etwas aufwändiger, funktioniere aber in der Testregion Nordwest bei jetzt sechs Krankenhäusern ebenfalls, so Großmann. Er nannte beispielhaft eine große Klinik mit 40 Behandlungsplätzen, an der drei Konnektoren im Einsatz sind. Dies laufe im Alltag gut.

Unterstützung für einen zügigen Anschluss der Krankenhäuser an die TI kam von Dr. Jan Neuhaus von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Die Krankenhäuser, von denen viele bei der IT-Planung mit Zweijahresbudgets arbeiteten, sollten sich Neuhaus zufolge jetzt Gedanken darüber machen, wie die TI in den Budgets abgebildet wird. Befürchtungen, wonach ganz andere Kommunikationsplattformen eine TI über kurz oder lang überflüssig machten, teilte Neuhaus nicht: „Eine komplette Deregulierung des Gesundheitswesens ist in naher Zukunft nicht sichtbar. Deswegen brauchen wir Plattformen, die zu unserem Gesundheitswesen passen.“

Session 16 | Umsetzung von Telematikinfrastruktur und E-Health

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT

Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie an Ärzte, Ärztenetze und Medizinische Versorgungszentren, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 500 Ausstellern und rund 9.000 Besuchern zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e.V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e.V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e.V. und CIO-UK (Chief Information Officers – Universitätsklinika) gestaltet.

Diese Presse-Information finden Sie auch im Internet: www.conhit.de

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