Datenschätze müssen zusammengeführt werden

Berlin, (PresseBox) - Der Begriff Big Data allein sei im Gesundheitswesen obsolet - das ergab sich aus den Beiträgen des zuständigen Ministeriums genauso wie aus den Ansichten der Industrie auf dem Podium. Es gehe nicht so sehr darum, weitere Daten zu generieren, sondern bestehende Datenschätze zu heben und zusammenzuführen. Das würde noch viel weitere Möglichkeiten eröffnen als nur die Behandlung von Krankheiten.

Monika Rimmele von Siemens Healthineers, bevorzugte es, von „Bürgern“ statt „Patienten“ zu sprechen, denn die Betroffenen sammelten jetzt selbst Daten und ermöglichten es damit im besten Fall, ein Leiden gar nicht erst entstehen zu lassen. Dass das aber noch nicht breite Realität sei, liege auch daran, dass „das System derzeit Krankheit bezahle und oft nicht die Prävention“. Rimmele gab aber auch zu bedenken, dass es eines gesellschaftlichen Dialogs zur Gesundheitsdatenverarbeitung und Vernetzung bedürfe. Wenn der Bürger seine Daten der Forschung zur Verfügung stelle, habe er auch das Recht, über die Forschungsergebnisse informiert zu werden.

Auch Thomas Zahn von der AOK Nordost sagte, es wäre ein großer Fortschritt, wenn die Menschen wüssten, was wo über sie gespeichert ist. Die Kassen wünschten sich einen Standard, der es ermögliche, Versorgungsplattformen zu vernetzen. Er nannte als Beispiel seinen Arbeitsbereich, der durch die Millionenstadt Berlin einerseits und das ländlich geprägte Mecklenburg-Vorpommern andererseits gekennzeichnet sei. Er widersprach anhand dieses Beispiels auch der Befürchtung, dass zunehmende Individualisierung im Gesundheitswesen eine finanzielle Herausforderung werden könnte. Vielmehr seien die Daten eine große Erleichterung bei der Planung der regionalen Versorgung. „Das Gießkannenprinzip ist nicht wirklich günstig.“ Manche Versorgungen seien viel zu breit und unspezifisch aufgestellt.

Nino Mangiapane vom Bundesgesundheitsministerium mahnte, statt bloßer Begeisterung für Daten solle sich eine Begeisterung zum Bereitstellen von Daten durchsetzen. Es gebe zig verschiedene Anwendungsszenarien; die Stakeholder müssten nur „die Versorgung stärker in den Blick nehmen“. Auch Sebastian Semmler von der Technologie- und Methodenplattform für vernetzte medizinische Forschung (TMF) wandte sich gegen reine Datenhuberei, wie sie sich in dem Begriff Big Data manifestiere. Es gehe um die Nachnutzung und um die Integration von Daten - ein Bereich, in dem Deutschland hinter anderen Ländern zurückliege. Schon mit den vorhandenen Daten, könne man - wenn man sie nur nutze - feststellen, wie der Versorgungsalltag aussieht. Dessen Defizite würden nämlich oft falsch beurteilt, unter anderem „weil die Daten nicht angeschaut“ würden. „Wir müssen ermöglichen, dass wir die Datennutzung ausweiten können, und damit Versorgungsdefizite erkennen  und beseitigen.“

Podiumsdiskussion: Big Data – Auf der Suche nach dem Anwendungsfall

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT

Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie an Ärzte, Ärztenetze und Medizinische Versorgungszentren, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit über 500 Ausstellern und rund 9.000 Besuchern zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e.V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e.V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e.V. und CIO-UK (Chief Information Officers – Universitätsklinika) gestaltet.

Diese Presse-Information finden Sie auch im Internet: www.conhit.de

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