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Pressemitteilung BoxID: 728892 (Merck KGaA)
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Merck schließt Jahr strategischer Weichenstellungen mit Rekordzahlen ab

(PresseBox) (Darmstadt, ) .
- Gutes operatives Geschäft und Akquisition von AZ treiben Umsatz (+5,5 %) und EBITDA vor Sondereinflüssen (+4,1 %) auf Höchststand
- Organisches Wachstum in allen vier Sparten
- Geschäft in Emerging Markets als Wachstumstreiber
- Merck legt Grundstein für künftiges Wachstum
- Prognose für Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen erfüllt
- Merck schlägt Erhöhung der Dividende um 5,3 % auf 1,00 € vor

Merck, ein führendes Unternehmen für innovative und hochwertige Hightech-Produkte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials, hat ein Jahr der strategischen Weichenstellungen erfolgreich abgeschlossen und seine Ziele erreicht.

"Wir haben alle drei Unternehmensbereiche von Merck gestärkt: Healthcare, Life Science und Performance Materials. Mit dem Zukauf von AZ, dem Angebot zur Übernahme von Sigma-Aldrich und der Allianz mit Pfizer in der Immunonkologie haben wir die Grundlage für das Wachstum von morgen gelegt", sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck, am Dienstag in Darmstadt. "Diese Entwicklungen sind das Resultat einer lang angelegten Veränderungs- und Wachstumsstrategie: Merck wandelt sich zu einem hochspezialisierten und globalen Technologieunternehmen mit dem Ziel, das Leben von Kunden und Patienten zu verbessern. 2014 war ein strategisch, aber auch operativ erfolgreiches Jahr für Merck."

Die Gesamterlöse des Merck-Konzerns stiegen im Jahr 2014 um 3,7 % auf 11,5 Mrd € (2013: 11,1 Mrd €). Die Umsatzerlöse wuchsen um 5,5 % auf 11,3 Mrd € (2013: 10,7 Mrd €). Dazu trugen vor allem ein organisches Wachstum in Höhe von 4,0 % sowie akquisitionsbedingte Zuwächse in Höhe von 3,3 % bei, die auf den Zukauf von AZ zurückgehen. Zugleich wirkten sich Wechselkurseffekte mit -1,8 % negativ auf den Umsatz aus.

Das operative Ergebnis (EBIT) konnte Merck deutlich um 9,4 % auf 1,8 Mrd € steigern (2013: 1,6 Mrd €). Die wichtigste Kennzahl zur Steuerung des operativen Geschäfts, das EBITDA vor Sondereinflüssen, stieg um 4,1 % auf 3,4 Mrd € (2013: 3,3 Mrd €), ebenfalls bedingt durch gute operative Performance und den Zukauf von AZ. Das solide Wachstum und die gute Entwicklung des operativen Geschäfts trugen auch wesentlich dazu bei, die stark gesunkenen Lizenz- und Provisionserlöse, die um -47 % auf 209 Mio € zurückgingen (2013: 395 Mio €), zu kompensieren. Das den Merck-Anteilseignern zustehende Konzernergebnis des Jahres 2014 beträgt 1.157 Mio € (2013: 1.202 Mio €), was einen Rückgang um -3,7 % bedeutet, da das Vorjahr 2013 einmalig von einer sehr niedrigen Steuerquote in Höhe von 13 % profitiert hatte.

Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen verbesserte sich, unter Berücksichtigung des im Juni 2014 erfolgten Aktiensplits im Verhältnis 1:2, um 4,8 % auf 4,60 € (2013: 4,39 €). Merck wird der Hauptversammlung daher vorschlagen, die Dividende um 5 Cent auf 1,00 € je Aktie zu erhöhen.

Obwohl im Geschäftsjahr die Kaufpreiszahlung für AZ in Höhe von rund 1,9 Mrd € finanziert wurde, erhöhten sich die Nettofinanzverbindlichkeiten lediglich um 252 Mio € auf 559 Mio € (Vorjahr: 307 Mio €). Zum 30. Juni 2014 hatten sie sich zwischenzeitlich auf 2,2 Mrd € erhöht. Dieser erneute Nachweis der starken Innenfinanzierungskraft des Merck-Konzerns belegt, dass Merck auf einen Erwerb von Sigma-Aldrich gut vorbereitet ist. Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte Merck weltweit 39.639 Mitarbeiter (2013: 38.154).

Merck konnte somit die abgegebene Prognose eines moderaten Wachstums von Umsatzerlösen, EBITDA vor Sondereinflüssen sowie Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen erfüllen, während der als leicht wachsend prognostizierte Business Free Cash Flow unter den Erwartungen lag.

Viertes Quartal 2014: Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen wachsen deutlich

Im vierten Quartal des Jahres 2014 erzielte Merck gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein starkes Umsatzwachstum von 12,9 % auf 3,0 Mrd € (Q4/2013: 2,6 Mrd €). Neben dem organischen Wachstum in Höhe von 4,4 % sind für den deutlichen Anstieg auch Portfolio-Effekte durch die AZ-Akquisition sowie günstige Wechselkurseffekte verantwortlich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg infolgedessen trotz rückläufiger Lizenz- und Provisionserlöse deutlich um 10,5 % auf 878 Mio € (Q4/2013: 795 Mio €). Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen stieg um 7,5 % auf 1,14 € (Q4/2013: 1,06 €).

Emerging Markets treiben organisches Wachstum von Merck Serono

Merck Serono, das biopharmazeutische Geschäft von Merck, verzeichnete im Jahr 2014 ein organisches Umsatzwachstum von 3,6 %. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte in Höhe von -1,9 % stiegen die Umsätze der Sparte insgesamt um 1,7 % auf 5,8 Mrd €. Dabei trugen nahezu alle Therapiegebiete von Merck Serono zum Wachstum bei, wobei die absolut höchste Steigerung im Therapiegebiet Fruchtbarkeit erzielt wurde. Geographisch betrachtet erzielte Merck Serono das stärkste Wachstum in den Emerging Markets.

Das Medikament Rebif zur Behandlung rezidivierender Formen der Multiplen Sklerose verzeichnete im Geschäftsjahr 2014 - trotz des steigenden Wettbewerbsdrucks durch oral zu verabreichende Medikamente - lediglich einen leichten organischen Umsatzrückgang von -0,2 %. Zusammen mit negativen Wechselkurseffekten in Höhe von -1,2 % ergaben sich Rebif-Umsätze in Höhe von 1,8 Mrd €. Die Umsatzerlöse des Krebsmedikaments Erbitux verzeichneten im Geschäftsjahr 2014 ein organisches Wachstum von 5,9 %. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte in Höhe von -3,4 % stiegen die Umsätze mit Erbitux insgesamt um 22 Mio € auf 904 Mio €. Mit Gonal-f, dem führenden Medikament zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, erzielte Merck 2014 ein organisches Umsatzwachstum von 9,1 %. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte stieg der Umsatz mit Gonal-f auf 628 Mio €.

Im Geschäftsjahr 2014 stiegen nach weiterer Fokussierung auf die strategisch wichtigen Pipelineprojekte und nach Beendigung einzelner, weniger erfolgversprechender Forschungsinitiativen die Kosten für Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig gingen die Lizenz- und Provisionserlöse von Merck Serono deutlich um -48,5 % auf 192 Mio € (2013: 372 Mio €) zurück. Dem gegenüber stand eine starke Verbesserung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge (Saldo). Daraus ergab sich ein um -1,3 % geringeres EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von 1,8 Mrd € (2013: 1,9 Mrd €).

"Das Geschäft mit unseren bestehenden Medikamenten hat sich auch 2014 robust gezeigt", so Kley. "Wir haben im Jahr 2014 außerdem einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Pharma-Pipeline gesetzt, indem wir mit Pfizer eine Allianz in der Immunonkologie eingegangen sind - sie hilft uns, das Potenzial unseres Anti-PD-L1-Moleküls, Avelumab, voll auszuschöpfen."

Consumer Health mit solidem Wachstum im Kerngeschäft

Im Geschäftsjahr 2014 stiegen die Umsatzerlöse von Consumer Health, dem Geschäft mit nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten, um 3,2 % auf 766 Mio € (Vorjahr: 742 Mio €). Einem organischen Wachstum von 5,4 % standen dabei negative Wechselkurseffekte in Höhe von -2,2 % gegenüber. Der organische Umsatzzuwachs wurde dabei einerseits durch Wachstum in den beiden wichtigsten Regionen Emerging Markets und Europa und andererseits durch das Wachstum der strategischen Marken Neurobion, Femibion und Floratil sowie lokaler Marken in Deutschland getrieben. Consumer Health erzielte dabei ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 169 Mio € (Vorjahr: 172 Mio €) und hat damit trotz deutlich höherer Investitionen in Marketing und Vertrieb, die im Zusammenhang mit der Stärkung der strategischen Marken standen, das Ertragsniveau des Jahres 2013 fast wieder erreicht.

"Die Fokussierung auf Kernmarken und Kernmärkte hat sich für Consumer Health als richtig erwiesen - unser Geschäft mit nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten ist auch 2014 wieder gewachsen", so Kley. "Seit Anfang des Jahres 2015 agiert unser Consumer-Health-Geschäft als Teil des Unternehmensbereichs Healthcare."

Performance Materials mit Umsatzsprung dank AZ-Akquisition und organischem Wachstum

Die Umsatzerlöse von Performance Materials, dem Spezialchemikaliengeschäft von Merck, stiegen im Jahr 2014 um 25,4 % auf 2,1 Mrd € (Vorjahr: 1,6 Mrd €). Zu dieser großen Steigerung trugen sowohl ein solides organisches Wachstum von 4,1 % als auch akquisitionsbedingte Umsatzsteigerungen von 22,8 % beziehungsweise 375 Mio € bei. Negative Wechselkurseffekte belasteten die Umsätze mit -1,5 %. Zum organischen Wachstum konnten alle bestehenden Einheiten beitragen, wobei Liquid Crystals den weitaus größten absoluten Beitrag zum Umsatzanstieg leistete. Im Geschäft mit den Flüssigkristallen, in dem Merck Weltmarkt- und Innovationsführer ist, profitierte das Unternehmen von der starken Nachfrage nach hochwertigen und großflächigen Fernsehern, zum Beispiel Ultra-HD-Geräten. Unterstützend wirkte sich auch die Absatzentwicklung der neuen, energiesparenden UB-FFS-Technologie (Ultra-Brightness Fringe Field Switching) aus, die in der neuen Displaygeneration von Smartphones und Tablet-PCs zum Einsatz kommt. Die Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics erzielte 2014 ein leichtes organisches Umsatzwachstum. Hierzu trugen vor allem die Xirallic-Produktfamilie, die insbesondere in hochwertigen Automobillacken zum Einsatz kommt, und technisch-funktionale Materialien bei. Die Geschäftseinheit Advanced Technologies leistete aufgrund steigender Nachfrage nach OLED-Displays einen erfreulichen Beitrag zum organischen Wachstum von Performance Materials.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Performance Materials stieg im Geschäftsjahr 2014 insbesondere durch den Zukauf von AZ um 14,8 % auf 895 Mio € (2013: 780 Mio €).

"Merck profitiert nicht nur vom Megatrend der Digitalisierung, sondern gestaltet ihn aktiv mit, zum Beispiel durch die Entwicklung energiesparender und damit akkuschonender Displaymaterialien", so Merck-CEO Kley. "Neben der erfreulichen Entwicklung im Geschäft mit Flüssigkristallen, und zwar sowohl mit etablierten als auch mit innovativen Produkten, freuen wir uns daher besonders über den Umsatzzuwachs, der aus dem Zukauf von AZ herrührt. AZ ist mittlerweile voll integriert und ergänzt unser Geschäftsportfolio optimal."

Merck Millipore profitiert von starker Nachfrage aus dem Biotech-Sektor

Merck Millipore, das Life-Science-Geschäft des Merck-Konzerns, verzeichnete 2014 ein solides organisches Umsatzwachstum von 4,5 %, das hauptsächlich von der guten Entwicklung der Geschäftseinheit Process Solutions getrieben war. Geographisch betrachtet verlief die Umsatzentwicklung in der Region Emerging Markets besonders erfreulich. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte und des Verkaufs des Geschäftsfelds Discovery and Development Solutions stiegen die Umsatzerlöse insgesamt um 2,1 % auf 2,7 Mrd € (2013: 2,6 Mrd €). Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Merck Millipore stieg um 2,5 % auf 659 Mio € (2013: 643 Mio €).

Die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte für den Einsatz in der Arzneimittelherstellung anbietet, erzielte mit 8,9 % ein besonders kräftiges organisches Umsatzwachstum. Haupttreiber war vor allem die steigende Nachfrage aus der Biotechnologie-Branche nach Verbrauchsmaterialien sowie Produkten zur Aufreinigung. Lab Solutions verzeichnete mit seinem breiten Spektrum an Produkten für Forschung und wissenschaftliche Labore ein organisches Umsatzwachstum von 1,9 %. Die Geschäftseinheit Bioscience, die Produkte und Dienstleistungen für akademische und pharmazeutische Forschungslabore anbietet, verzeichnete einen leichten organischen Umsatzrückgang von -0,5 %. Dämpfend wirkte sich unter anderem eine geringere Nachfrage nach Antikörpern aus.

"Wir liefern Patienten, Kunden und der Gesellschaft Lösungen, die Wachstum ermöglichen - unser Life-Science-Geschäft steht hierfür geradezu exemplarisch", so Kley. "Durch den geplanten Kauf von Sigma-Aldrich wollen wir es ausbauen und unseren Kunden aus Wissenschaft und Industrie weltweit eine deutlich breitere Produktpalette bieten."

Prognose für 2015: Leichte Steigerung von organischen Umsatzerlösen und EBITDA vor Sondereinflüssen

Für das Jahr 2015 erwartet Merck gegenüber dem Vorjahr leicht steigende organische Umsatzerlöse bei moderat positiven Wechselkurseffekten. Darüber hinaus wird aufgrund der Berücksichtigung von AZ über ein volles Geschäftsjahr hinweg ein leicht positiver Portfolioeffekt erwartet. Aufgrund der erwarteten operativen Entwicklung und positiver Wechselkurseffekte geht Merck für das Jahr 2015 von einem leichten Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen aus. Zumindest soll 2015 jedoch das EBITDA vor Sondereinflüssen des Vorjahrs erreicht werden.