Merck Ventures gründet mit iOnctura neues Unternehmen auf dem Gebiet der Immunonkologie

Darmstadt, (PresseBox) - • iOnctura wird Pipeline von Wirkstoffkandidaten entwickeln, die auf die Immunsuppression in der Tumor-Mikroumgebung abzielen
• Unternehmen wird Portfolio an Wirkstoffkandidaten nahtlos in die klinische Prüfung überführen; Zusammenarbeit mit Anteilseigner Cancer Research Technology (CRT)
• Die Vision von iOnctura besteht darin, die klinische Wirksamkeit von Checkpoint-Inhibitoren durch Kombination mit Kandidaten aus seiner Pipeline signifikant zu verbessern und deren Nutzen zu erweitern

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute die Gründung von iOnctura SA mit Sitz in Genf, Schweiz, durch seinen Corporate-Venture-Fonds Merck Ventures bekannt gegeben. Das auf Immunonkologie spezialisierte Spin-out-Unternehmen basiert auf zwei Wirkstoffkandidaten aus dem F&E-Portfolio des Unternehmensbereichs Healthcare von Merck sowie drei Wirkstoffkandidaten von Cancer Research Technology (CRT). CRT ist der kommerzielle Arm von Cancer Research UK, einer in London, Großbritannien, ansässigen Non-Profit-Organisation. Merck Ventures wird die Investition verwalten und im Verwaltungsrat von iOnctura vertreten sein.

„Unser Ziel ist es, die Hauptauslöser von Immunsuppression in der Tumor-Mikroumgebung zu modulieren, um das therapeutische Potenzial von Checkpoint-Inhibitoren für Patienten zu maximieren", sagte Catherine Pickering, CEO und Mitgründerin von iOnctura. „Durch unsere maßgeblichen Allianzpartner CRT und Merck sind wir optimal positioniert, um neuartige Kombinationstherapien zu erforschen, schnell voranzutreiben und sie Krebspatienten verfügbar zu machen."

iOnctura will eine Pipeline ausgewählter Wirkstoffkandidaten entwickeln, die auf Mechanismen abzielen, die Immunsuppression in der Tumor-Mikroumgebung (TMU) zu fördern und sie zu modulieren. Diese Art der Immunsuppression ist nachweislich ein Hauptgrund, weshalb eine signifikante Anzahl an Patienten auf Checkpoint- Inhibitoren der ersten Generation nicht anspricht. Im Rahmen der Allianzen mit Merck und CRT hat iOnctura bereits eine Pipeline mit vielversprechenden Programmen aufgebaut und ist eine Forschungskollaboration mit CRT Discovery Laboratories eingegangen. Im Gegenzug für die exklusive weltweite Option auf Einlizenzierung von drei immunonkologischen Wirkstoffkandidaten von CRT wird iOnctura CRT eine initiale Beteiligung am Unternehmen gewähren und bei Erreichen von Meilensteinen in späten Entwicklungsphasen bzw. im Zulassungsprozess weitere Zahlungen leisten sowie Lizenzgebühren auf Nettoumsätze entrichten. Darüber hinaus hat sich iOnctura die zukünftige Versorgung mit Avelumab gesichert, dem von Merck und Pfizer gemeinsam entwickelten und vermarkteten Antikörper. Dadurch wird der Übergang zu ersten klinischen Proof-of-Concept-Studien beschleunigt.

Stuart Farrow, Leiter der Biologie bei CRT, sagte dazu: „Wir freuen uns, dass diese drei potenziell neuen Krebstherapien, die in unseren Laboren für Wirkstoffsuche gemeinsam mit führenden und von Cancer Research UK geförderten Wissenschaftlern entwickelt wurden, durch die Gründung dieses neuen Unternehmens für die weitere Entwicklung priorisiert wurden. Die fortwährende Unterstützung durch unsere Labore für Wirkstoffsuche wird hoffentlich zum Aufbau einer starken Pipeline für iOnctura beitragen."

Merck Ventures, der strategische Venture-Capital-Fonds von Merck, leistet die Anschubfinanzierung für iOnctura. Hakan Goker, Senior Investment Director bei Merck Ventures, und Keno Guttierrez, Investment Director, werden Merck Ventures im Verwaltungsrat von iOnctura vertreten.

Über iOnctura

iOnctura ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Schwerpunkt auf neuartigen Therapeutika, mit denen die Hauptauslöser von Immunsuppression in der Tumor-Mikroumgebung moduliert werden sollen. Immun-Checkpoint-Inhibitoren (z. B. PD/PD-L1) haben sich bei einigen, jedoch nicht allen Krebspatienten als außerordentlich wirksam erwiesen. iOnctura will derzeitige Immun-Checkpoint- Therapien verbessern und dazu neuartige Arzneimittel mit dem potenziell besten Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil ihrer Klasse entwickeln. Werden diese dann mit einer Checkpoint-Inhibition kombiniert, haben sie das Potenzial, Therapieergebnisse zu verbessern. Durch die Partnerschaften mit Merck und Cancer Research Technology – dem kommerziellen Arm der britischen Cancer Research UK mit Sitz in London – hat iOnctura eine Pipeline an präklinischen Molekülen aufgebaut, die mit immunonkologischen Wirkstoffkandidaten von Merck bis zur klinischen Phase vorangebracht werden sollen. iOnctura wird von einem weltweit renommierten wissenschaftlichen Beratungsausschuss unterstützt und mit seinem Zugang zu den Laboren für Wirkstoffsuche von CRT und dessen Netzwerk an akademischen Kooperationspartnern ist das Unternehmen gut aufgestellt, um schnell neuartige Kombinationstherapien im Bereich Immunonkologie erstellen zu können. Das Unternehmen iOnctura mit Hauptsitz in Genf in der Schweiz wurde im Juni 2017 von Merck Ventures gegründet.

Über Merck Ventures

Merck Ventures vereint die strategischen Corporate-Venture-Capital-Aktivitäten von Merck. Der Fonds investiert in innovative Technologien und Produkte, die möglicherweise signifikante Auswirkungen auf die Kerngeschäfte von Merck haben. Vom Hauptsitz Amsterdam und den Niederlassungen in den USA und Israel aus investiert das Unternehmen weltweit in Transformationsideen, die von großen Unternehmern vorangetrieben werden. Merck Ventures wird aktiv in seine Portfoliounternehmen einbezogen und arbeitet in Teams mit Unternehmern und Mitinvestoren an der Umwandlung von Innovationen in wirtschaftlichen Erfolg. Merck Ventures konzentriert sich insbesondere auf Early-Stage- Investments und Unternehmensgründungen. Dies umfasst auch die Gründung von Spin-offs, bei denen auf die wissenschaftliche und technologische Basis von Merck aufgesetzt wird.

Über Cancer Research Technology

Cancer Research Technology Limited (CRT) ist ein auf Vermarktung und Entwicklung spezialisiertes Unternehmen mit dem Ziel, neue Entdeckungen aus der Krebsforschung zugunsten von Krebspatienten zu entwickeln. CRT arbeitet eng mit führenden internationalen Krebswissenschaftlern und deren Instituten zusammen, um das aus deren Forschung hervorgehende geistige Eigentum zu schützen und Beziehungen mit kommerziellen Partnern aufzunehmen. CRT fördert die Entdeckung, Entwicklung und Vermarktung von neuen Krebsmedikamenten, Impfstoffen, Diagnostika und grundlegenden Technologien. CRT ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Cancer Research UK, der weltweit führenden Krebshilfeeinrichtung in Großbritannien mit dem Anspruch, Leben durch Forschung zu retten.

Über Avelumab

Avelumab ist ein humaner Antikörper, der spezifisch an ein Protein namens PD-L1 oder programmierter Zelltod-Ligand 1 bindet. Avelumab ist so konzipiert, dass er potenziell sowohl das adaptive als auch das angeborene Immunsystem beteiligt. Durch die Bindung an PD-L1 soll Avelumab Tumorzellen davon abhalten, selbst PD-L1 als Schutz vor weißen Blutkörperchen wie T-Zellen zu nutzen und sie dadurch den Anti-Tumor-Reaktionen der Immunzellen aussetzen. Avelumab führte außerdem in vitro nachweislich zu Antikörper-abhängiger zellulärer Zytotoxizität (ADCC). Im November 2014 haben Merck und Pfizer ihre strategische Allianz zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Avelumab bekannt gegeben.

Avelumab wird derzeit im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms JAVELIN untersucht. Das Programm umfasst mindestens 30 klinische Studien, davon neun der Phase III, und über 5.200 Patienten, die in mehr als 15 verschiedenen Tumorindikationen untersucht werden einschließlich Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs, nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom, Nierenzellkarzinom und Eierstockkrebs. Eine vollständige Auflistung aller Studien zu Avelumab finden Sie im Internet unter clinicaltrials.gov.

Anwendungsgebiete

Avelumab (BAVENCIO®) wurde von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA beschleunigt zugelassen für die Behandlung von 1) metastasiertem Merkelzellkarzinom (mMCC) bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren sowie 2) Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (UC), deren Tumorerkrankung unter oder nach platinhaltiger Chemotherapie bzw. innerhalb von 12 Monaten nach neodadjuvanter oder adjuvanter Behandlung mit einer platinhaltigen Chemotherapie fortgeschritten war. Diese Indikationen werden im Rahmen der beschleunigten Zulassung auf Basis der Tumoransprechrate und der Ansprechdauer zugelassen. Die Aufrechterhaltung der Zulassung in diesen Indikationen kann vom Nachweis und der Beschreibung des klinischen Nutzens im Rahmen von konfirmatorischen Studien abhängig sein. Avelumab ist in keiner Indikation in keinem Markt außerhalb der USA zugelassen.

Wichtige sicherheitsrelevante Informationen

Die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu Avelumab (BAVENCIO®) beinhalten immunvermittelte Nebenwirkungen (wie Pneumonitis, Hepatitis, Kolitis, Endokrinopathien, Nephritis und Nierenfunktionsstörung sowie andere Nebenwirkungen), Infusionsreaktionen und Embryo-/Fetotoxizität.

Zu den häufigen (bei mindestens 20% der Patienten berichteten) Nebenwirkungen bei Patienten unter Behandlung mit Avelumab gehören Müdigkeit, Schmerzen der Skelettmuskulatur, Diarrhoe, Übelkeit, Infusionsreaktionen, periphere Ödeme, verminderter Appetit/Hypophagie, Harnwegsinfektionen und Hautausschlag.

Über die Allianz von Merck und Pfizer

Merck und Pfizer verfolgen die Immunonkologie mit höchster Priorität. Im Rahmen der globalen strategischen Allianz zwischen Merck und Pfizer profitieren beide Unternehmen von ihren jeweiligen Stärken und Kompetenzen, um das therapeutische Potenzial von Avelumab weiter zu erforschen. Hierbei handelt es sich um einen Anti-PD-L1-Antikörper, der ursprünglich von Merck entdeckt und entwickelt wurde. Diese immunonkologische Allianz wird Avelumab gemeinsam entwickeln und vermarkten und den PD-1-Antikörper von Pfizer weiter vorantreiben. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von vorrangigen internationalen klinischen Programmen zur Untersuchung von Avelumab als Monotherapie wie auch auf Kombinationstherapien, um neue Therapieoptionen für Krebserkrankungen zu finden.

Merck KGaA

Merck ist ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials. Rund 50.000 Mitarbeiter arbeiten daran, Technologien weiterzuentwickeln, die das Leben bereichern - von biopharmazeutischen Therapien zur Behandlung von Krebs oder Multipler Sklerose über wegweisende Systeme für die wissenschaftliche Forschung und Produktion bis hin zu Flüssigkristallen für Smartphones oder LCD-Fernseher. 2016 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 15,0 Milliarden Euro.

Gegründet 1668 ist Merck das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümerin des börsennotierten Konzerns. Merck mit Sitz in Darmstadt besitzt die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Einzige Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo das Unternehmen als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Performance Materials auftritt.

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