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Pressemitteilung BoxID: 121917 (Merck KGaA)
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Merck Serono veröffentlicht 18-Monatsdaten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus Phase-III-Studie von Safinamid bei Parkinson

(PresseBox) (Darmstadt , ) .
- Der primäre Endpunkt - die Zeit vom Ausgangswert bis zur Intervention - wurde nicht erreicht, wenn die Daten beider Dosisgruppen (50-100 mg, 150-200 mg) gemittelt betrachtet werden
- Eine Post-hoc-Analyse zeigte aber, dass eine Gabe von einmal täglich 50-100 mg Safinamid zur Dopaminagonisten-Therapie die Interventionszahl im Patientenkollektiv signifikant reduzierte
- Eine weitere Phase III-Studie mit der 50 - 100 mg Dosis läuft derzeit, zusätzliche Phase III-Studien sind in Planung

Merck Serono, eine Sparte der Merck KGaA, und ihr Kooperationspartner Newron (SWX: NWRN) veröffentlichten heute die vorläufigen Ergebnisse einer einjährigen Verlängerungsstudie (12 Monate) einer 6-monatigen Phase-III-Studie zur zusätzlichen Gabe von Safinamid zu einer Dopaminagonisten-Therapie bei Patienten mit Parkinson im Frühstadium.

Die Ergebnisse der vorausgegangenen 6-monatigen Studie waren im Mai bei der 59. Jahrestagung der Amerikanischen Akademie für Neurologie (American Academy of Neurology, AAN) vorgestellt worden. Ziel der Studie war es, die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit von Safinamid, einem neuen, derzeit in klinischer Prüfung befindlichen Wirkstoff, als Begleittherapie zu Dopaminagonisten zu bewerten. Nach Zusammenführung der Daten aller mit Safinamid behandelten Dosis-Gruppen (50 - 100 mg, 150 - 200 mg) wurde für den primären Wirksamkeitsendpunkt keine statistische Signifikanz erreicht, obwohl bei der Zeit bis zur Intervention im Mittel eine Verzögerung um 93 Tage beobachtet werden konnte. Eine mögliche Erklärung für das Ausbleiben einer statistisch signifikanten Wirkung könnte das mangelnde Ansprechen der Hochdosisgruppe (150-200 mg) sein, das auch bei der Analyse der anfänglichen 6-monatigen Studie beobachtet wurde. Bei einer Post-hoc-Analyse zeigte sich, dass eine begleitende Gabe von einmal täglich 50-100 mg Safinamid zur Dopaminagonisten-Therapie die Interventionszahl im Patientenkollektiv signifikant reduzierte, die motorischen Symptome anhaltend verbesserte und im Vergleich zur Monotherapie mit einem Dopaminagonisten die Lebensqualität steigerte.

"Diese 18-Monats-Daten deuten darauf hin, dass eine einmal tägliche Dosis von 50-100 mg Safinamid eine Intervention zur Therapieanpassung zeitlich hinauszögern und als Begleittherapie zur Dopaminagonisten-Behandlung die Parkinson-Symptome anhaltend verbessern könnte," sagte Professor Anthony Schapira, Vorsitzender der Fakultät für klinische Neurowissenschaften an der Royal Free and University College London Medical School und Prüfarzt der Studie. "Es sind weitere Phase-III-Studien geplant, um die Wirksamkeit dieser Safinamid-Dosis eingehender zu beurteilen. Da Parkinson eine neurodegenerative Erkrankung ist, könnte bei Zulassung von Safinamid eine bedeutende Therapie-Lücke geschlossen werden."

Als primärer Wirksamkeitsendpunkt wurde bei der 18-monatigen Studie die Zeit vom Ausgangswert bis zur Intervention herangezogen. Die Intervention wurde definiert als Auftreten eines der folgenden Ereignisse: Erhöhung der Dopaminagonisten-Dosis; Verabreichung eines zusätzlichen Dopaminagonisten, von Levodopa oder einer anderen Parkinson-Therapie; Behandlungsabbruch aufgrund mangelnder Wirksamkeit. Die Analyse des primären Wirksamkeitsendpunktes deutete darauf hin, dass die Safinamid-Behandlung (kombinierte Daten aller Dosisbereiche) das Auftreten der zuvor genannten Ereignisse, gemessen anhand der mittleren Zeit bis zum Ereignis, um 93 Tage (3 Monate) hinauszögerte (559 Tage gegenüber 466 Tagen; p=0,334, keine statistische Signifikanz). Da das Risiko einer Intervention (Hazard Ratio) zeitlich nicht konstant war, wurde eine Post-hoc-Analyse zur Beurteilung von aufgetretenen Ereignissen nach der Anfangsphase (>240 Tage) durchgeführt. Hierbei zeichnete sich ab, dass Patienten bei einer einmal täglichen Dosis von50-100 mg Safinamid eine signifikant niedrigere Ereignisrate hatten als Patienten unter Dopaminagonisten-Monotherapie (25% gegenüber 51%; p=0,049).

Eine Post-hoc-Analyse der mittleren Veränderung der motorischen Symptome zeigte, dass die begleitende Gabe von einmal täglich 50-100 mg Safinamid zu einer stabilen Dosis eines einzelnen Dopaminagonisten im Laufe des 18-monatigen Behandlungszeitraums zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der motorischen Symptome gemäß dem Unified Parkinson's Disease Rating Scale Part III Motor Score (UPDRS III)1 (sekundärer Wirksamkeitsendpunkt) führte (-4,7 ± 9,34 gegenüber -1,95 ± 7,41; p=0,019). Diese Verbesserung der motorischen Symptome korrelierte im Vergleich zur Dopaminagonisten-Monotherapie mit einer statistisch signifikanten Verbesserung der Lebensqualität gemäß der EuroQoL-Skala (Euro quality of life)2 (tertiärer Endpunkt) und zwar sowohl in der kombinierten Dosis-Gruppe (Safinamid: 0 ± 1,85; Plazebo: 0,42 ± 1,69; p=0,0046) als auch in den Einzeldosisgruppen (Safinamid 50-100 mg: 0,03 ± 1,95; Safinamid 150-200 mg: -0,03 ± 1,73; Plazebo: 0,42 ± 1,69; p=0,017 (niedrigere Dosis gegenüber Plazebo); p=0,011 (höhere Dosis gegenüber Plazebo).

Im Einklang mit den Ergebnissen der ersten 6-monatigen Studie erbrachte die höhere Safinamid-Dosis von täglich 150-200 mg auch über einen Zeitraum von 18 Monaten keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber Plazebo. Nebenwirkungen, EKG-Veränderungen, klinisch relevante Anomalien wurden sowohl bei den Patienten, die Safinamid als Begleittherapie zu einer Dopaminagonisten-Behandlung erhielten, als auch bei Patienten unter Dopaminagonisten-Monotherapie mit vergleichbarer Häufigkeit berichtet. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Rückenschmerzen (Safinamid 50-100 mg: 12,5%; Safinamid 150-200 mg: 1,4%; Plazebo: 6,4%), peripheres Ödem (Safinamid 50-100 mg: 3,8%; Safinamid 150-200 mg: 4,3%; Plazebo: 10,3%), Katarakt (Safinamid 50-100 mg: 5,0%, Safinamid 150-200 mg: 10,1%; Plazebo: 6,4%), Skotom (Safinamid 50-100 mg: 8,8%; Safinamid 150-200 mg: 2,9%; Plazebo: 7,7%) und Schwindelgefühl (Safinamid 50-100 mg: 7,5%; Safinamid 150-200 mg: 4,3%; Plazebo: 5,1%).In einer derzeit laufenden Phase-III-Studie wird die Gabe von einmal täglich 50-100 mg Safinamid als Begleittherapie zur Levodopa-Behandlung bei Patienten mit Parkinson im mittleren bis späten Stadium untersucht. Die Aufnahme weiterer Phase-III-Studien mit diesem Safinamid-Dosisbereich als Begleittherapie zu Dopaminagonisten oder Levodopa bei Parkinson-Patienten im frühen bzw. mittleren bis späten Stadium wird für 2007 erwartet.

Merck Serono hält auf Basis eines mit Newron unterzeichneten Übereinkommens die weltweiten Exklusivrechte zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Safinamid bei Parkinson, Alzheimer und anderen Erkrankungen.

Studiendesign
Bei der 18-monatigen, randomisierten, plazebokontrollierten, internationalen Doppelblindstudie der Phase III wurden Parkinson-Patienten im Frühstadium (< 5 Krankheitsjahre) untersucht, die mit einer gleichbleibenden Dosis eines Dopaminagonisten in Monotherapie behandelt worden waren. Die Patienten wurden in drei Studienarme randomisiert und erhielten einmal täglich begleitend zur Dopaminagonisten-Therapie entweder 50-100 mg Safinamid, 150-200 mg Safinamid oder identische Plazebo-Tabletten.

Die Patienten aus der vorausgegangenen 6-monatigen Phase-III-Studie durften entscheiden, ob sie ihre Teilnahme an der Studie um weitere 12 Monate verlängern, eine andere Parkinson-Therapie erhalten oder aus der Studie ausscheiden wollten. Von den 270 ursprünglich in die Studie aufgenommenen Patienten, gingen 227 in die 12-monatige Verlängerungsstudie ein, die schließlich 187 Patienten beendeten. Die wichtigsten Gründe für einen vorzeitigen Studienabbruch waren: Nebenwirkungen (Safinamid 50-100 mg: 3,8%; Safinamid 150-200 mg: 1,4%; Plazebo: 3,9%), mangelnde Wirksamkeit (Safinamid 50-100 mg: 2,5%; Safinamid 150-200 mg: 5,8%; Plazebo: 6,4%) und Widerruf der Patienteneinwilligung (Safinamid 50-100 mg: 10,0%; Safinamid 150-200 mg: 4,3%; Plazebo: 6,4%).