McAfee-Studie: Rezession beflügelt Internetverbrecher

Cyberkriminelle nutzen zurückhaltende Verbraucher und abgelenkte Regierungen

(PresseBox) ( München, )
Der Sicherheitsspezialist McAfee stellt die neueste Ausgabe seiner Cybercrime-Studie "Virtual Criminology Report" vor. Eines der Ergebnisse: Internetverbrecher nutzen den Abschwung, um von den finanziellen Nöten der Verbraucher zu profitieren. Weltweit beansprucht die Wirtschaftskrise die Aufmerksamkeit der Politik, das Thema Onlinesicherheit ist auf der Agenda der Staatsführer weit unten angesiedelt. Deswegen wird zu wenig gegen Cybercrime getan.

Solange die personellen und finanziellen Ressourcen im Kampf gegen kriminelle Machenschaften im Internet nicht substanziell aufgestockt und die internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet nicht erheblich verbessert wird, besteht die Gefahr negativer Auswirkungen auf das Konsumklima. Die Erholung der Wirtschaft kann sich dadurch zusätzlich verzögern.

Der jährlich erscheinende "Virtual Criminology Report" von McAfee untersucht aktuelle globale Entwicklungen auf dem Feld der Onlinesicherheit. Die Informationen steuerten anerkannte Wissenschaftler, Juristen, Vertreter von Strafverfolgungsbehörden und Sicherheitsexperten aus allen Teilen der Welt bei. Die aktuelle Studie nennt folgende Trends:

- Die Finanzkrise ruft Schurken auf den Plan: Cyberkriminelle versuchen zunehmend, von der Rezessionsangst der Verbraucher zu profitieren. Die Aussicht auf schnellen Gewinn treibt die Menschen dazu, sich bei Websites anzumelden, die nur dazu dienen, Schadprogramme auf ihre Festplatten zu schleusen. Arbeitssuchende werden für "Führungspositionen" zur Abwicklung internationaler Geldgeschäfte gesucht. In Wirklichkeit sollen sie als Geldwäscher fungieren. In Zeiten des Abschwungs ist das Internet nicht nur ein Ort für Schnäppchenjäger, sondern auch für eine wachsende Zahl potenzieller Opfer von Cyberverbrechen.

- Regierungen setzen andere Prioritäten: Während sie sich bemühen, die Wirtschaftskrise einzudämmen, rückt Cybercime auf der Aufmerksamkeitsskala der Staatsführer in den Hintergrund. Die Folge: freie Fahrt für die Schurken.

- Polizeikräfte sind nicht gewappnet: Im Alltag fehlen Ermittlern oft die Fertigkeiten, um Internetverbrechen effektiv zu bekämpfen. Mangelhafte Weiterbildung, niedrige Bezahlung und der Umstand, dass es keine spezielle Laufbahn zum "Cybercop" gibt, führen dazu, dass geeignete Kandidaten in die Privatwirtschaft abwandern oder sich gar dem organisieren Verbrechen anschließen.

- Die Herkunft der Angriffe wird verschleiert: Russland und China sind zu den größten "sicheren Häfen" für Cyberkriminelle geworden und führen selbst Cyber-Attacken durch. Brasilien entwickelt sich zunehmend zum Sündenbock, der selbst Opfer ist, weil Angreifer nicht im Land sitzen, sondern nur die dortige Infrastruktur missbrauchen: Verbrecher leiten ihren Datenverkehr oft zur Tarnung über andere Länder und verschleiern damit zusätzlich ihren Standort.

- Mangelnde Vernetzung potenziert das Problem: Die Macht des Staatsanwalts endet an der Landesgrenze, Cyberkriminelle operieren dagegen grenzübergreifend. Die Behörden der betroffenen Staaten arbeiten nur unzureichend zusammen. Regionale Probleme werden höher bewertet als globale, internationale Gesetze werden in unterschiedlichen Ausprägungen in das jeweilige Landesrecht überführt. Dadurch ist oft unklar, welche lokale Gerichtsbarkeit für einen bestimmten Fall zuständig ist.

Dave DeWalt, Chief Executive Officer und President von McAfee, sagt: "Internetverbrecher nutzen die weltweite Rezession, um mit der Aussicht auf schnelles Geld leichtgläubige Opfer anzulocken. Während die Regierungen alle Aufmerksamkeit auf die Wirtschaftskrise richten, zapfen Cyberkriminelle ungehindert Bankguthaben an und schädigen das Vertrauen der Verbraucher, das nötig ist, damit sich die Wirtschaft schnell wieder erholt."

DeWalt weiter: "Die öffentliche Hand muss die Mittel aufbringen, die zur Bekämpfung des Onlineverbrechens erforderlich sind. Behörden müssen harmonisiert, Polizeidienststellen länderübergreifend koordiniert werden. Zum weltweiten Kampf gegen Cybercrime, der gerade erst begonnen hat und noch lange andauern wird, hat jeder seinen Teil beizutragen."

Meinungen und Erkenntnisse zum Thema finden sich auch im "Security Insights Blog" von McAfee unter http://siblog.mcafee.com.
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