Wachstumsschub braucht Lösungen

Handelslogistik am Standort Hamburg

Hamburg, (PresseBox) - Neben dem Rekordumschlag im Hamburger Hafen stellt heute der reibungslose Weitertransport über Straßen und Schienen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Handels-, Hafen- und Logistikakteure müssen intensiver kooperieren, um die wachsenden Warenströme zu bewältigen. Die Logistik-Initiative Hamburg sieht die Lösung in „Port 24/7“. Auch auf der 4. HanseLog (5. September, Handelskammer Hamburg) sowie dem 8. ECR-Tag (11./12. September, CCH-Congress Center Hamburg) stehen unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse im Mittelpunkt.

„In Zeiten der Globalisierung und durch die Öffnung der Grenzen nach Osteuropa erlebt die Logistikbranche einen enormen Wachstumsschub“, sagt Prof. Dr. Peer Witten, Sprecher der Logistik-Initiative Hamburg. „Wer diesen für alle Akteure optimal nutzen will, darf nicht nur den bloßen Ausbau anstreben, sondern muss seine vorhandenen Stärken clever und strategisch nutzen. Wo Handel und Hafen stark sind, da wird auch immer eine schnelle und zuverlässige Logistik benötigt.“

Unter dem Titel „Port 24/7“ verfolgt der „Arbeitskreis Verkehr“ der Logistik-Initiative Hamburg die Realisierung bzw. Beschleunigung kurz- und mittelfristiger Verkehrsprojekte – zum Beispiel bei der Verbesserung der Baustellenplanung, der Zoll- sowie der Veterinärabfertigung. „Wir wollen erreichen, dass alle an der Logistikkette Beteiligten noch intensiver zusammenarbeiten – sowohl beim Hafenhinterlandverkehr als auch bei Transporten im Hamburger Umland“, sagt Hans Stapelfeldt, Leiter des Arbeitskreises. „Der 24-Stunden-Betrieb stärkt den gesamten Logistikstandort Hamburg. Während die Containerterminals zum Beispiel rund um die Uhr geöffnet sind, holen viele Handelsunternehmen ihre importierten Waren nur zu eingeschränkten Annahmezeiten ab. Wir müssen die vorhandene Infrastruktur intelligenter nutzen, um das Wachstum zu sichern und dem Logistikstandort Hamburg eine höhere Wertschöpfung und noch mehr Arbeitsplätze zu verschaffen.“ Mit dem Hafen entwickeln sich auch viele Transport-, Logistik- und Zulieferbetriebe rasant: In der Hansestadt sind rund 5.700 Transport- und Logistikunternehmen angesiedelt. Im Logistiksektor Hamburgs arbeiten 154.000 Menschen, in der Metropolregion sind es sogar rund 230.000 – Tendenz steigend.

Nicht voneinander zu trennen: Handel – Hafen – Logistik
Mit einem Hafengesamtumschlag von 69,5 Millionen Tonnen und einem Containerumschlag von 4,8 Millionen TEU (14,3 Prozent Steigerung im Vergleich zum Vorjahr) im ersten Halbjahr 2007 zählt die Hansestadt heute zu den führenden europäischen Im- und Exportstandorten. Im achten Jahr in Folge bleibt Hamburg unter den großen europäischen Seehäfen auf überdurchschnittlichem Wachstumskurs und erwartet bis Jahresende die Rekordumschlagmenge von insgesamt 140 Millionen Tonnen bzw. einen Containerjahresumschlag von 9,8 Millionen TEU. Bis 2015 wird sogar eine Steigerung auf 225 Millionen Tonnen bei einem Containerumschlag von 18 Millionen TEU erwartet. Der gestiegene Güterumschlag bietet Chancen und Risiken: „Zum einen ermöglicht er den Logistikunternehmen eine optimale Auslastung ihrer Lager- und Transportkapazitäten und eng getaktete Verkehre, womit sie ihren Kunden aus Handel und Konsumgüterindustrie ein Höchstmaß an Flexibilität und Servicequalität bieten können“, sagt Prof. Dr. Witten. „Zum anderen kann das enorme Umschlagsvolumen auch zu Engpässen in den hafeninternen Verkehrsanbindungen führen. Um das zu vermeiden, suchen wir mit Vertretern aus Wirtschaft, Verbänden, Politik und öffentlichen Einrichtungen nach schnellen und wirksamen Lösungen.“

Kampf um Kunden entscheidet sich am Regal
Von einer leistungsstarken Logistik profitiert wiederum der Handel: Das Ziel der Handelslogistik ist die Sicherstellung der Warenverfügbarkeit am Verkaufspunkt (Point-of-Sale), denn der Kampf um den Kunden entscheidet sich heute direkt am Regal. In den gesättigten Märkten und mit zunehmender Konkurrenz durch neue Absatzkanäle über Internet oder TV ist der Handel immer stärker gefordert: „Es reicht längst nicht mehr aus, die Bedürfnisse der Konsumenten zu kennen und ihre Wünsche zu erfüllen, sie müssen schnellstmöglich befriedigt werden – bevor es der Wettbewerber tut“, sagt Prof. Dr. Witten. „Findet der Kunde sein Lieblingsprodukt nicht im Regal, greift er als Ersatz zur Konkurrenzmarke.“

Handelslogistik: Effiziente Kooperationsstrategien gefragt
Die weltweite OOS-Quote (OOS = Out-of-Stock = „nicht vorrätig“) liegt bei über acht Prozent. Von 100 Artikeln fehlen also acht im Verkaufsregal. Bestimmte früher der Hersteller die Logistikabläufe ausgehend von seiner Produktion in Richtung Handel und Endverbraucher („Push“), so werden die Impulse heute entgegengesetzt vom Endverbraucher über den Händler bis hin zum Hersteller gegeben („Pull“). „Ob Push- oder Pull-Prinzip: Entscheidend ist die Bereitschaft zusammenzuarbeiten“, sagt Prof. Dr. Witten. „Nur mit vereinten Kräften und einer zeitnahen Information über innovative EDV- und Kommunikationssysteme können wir die wachsenden Warenflüsse bewegen.“

Gewinn für Handel und Logistik
Von der zunehmenden internationalen Arbeitsteilung und Vernetzung profitieren Handel und Logistik. Fragen rund um den infrastrukturellen und technologischen Vorsprung, die neuen Sicherheitsbestimmungen und den Klimawandel stehen im Fokus der 4. Hanse-Log am 5. September in der Handelskammer Hamburg – eine Veranstaltung der BVL Regionalgruppen Hamburg und Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Logistik-Initiative Hamburg, der Handelskammer Hamburg sowie der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit.

Von der Warenbeschaffung (Beschaffungslogistik) bis hin zur Bereitstellung der Waren am Point-of-Sale (Filiallogistik): Efficient Consumer Response (ECR) heißt die ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette. Mit Unterstützung von ECR-Lösungen können Handelsunternehmen sowohl die Wünsche ihrer Kunden als auch ihre eigene Kosteneffizienz berücksichtigen. Auf dem 8. ECR-Tag am 11./12. September im CCH-Congress Center Hamburg diskutieren Experten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aktuelle Chancen und Anforderungen des Marktes: www.ecrtag.gs1-germany.de

Handel und Logistik zwischen Tradition und Moderne
Die „Globalisierung“ begann in Hamburg eigentlich schon im Jahr 1189, als Kaiser Friedrich Barbarossa auf der Unterelbe den Handel ohne Zollabgaben gestattete. 1321 trat Hamburg der Hanse bei. Im 18. und 19. Jahrhundert folgten „Freundschafts-, Schifffahrts- und Handelsverträge“. Der hanseatische Handel ist in zahlreichen Branchen stark. Die Speicherstadt ist seit 1818 weltgrößter Teppichumschlagplatz.

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