Viel Potenzial bei der Binnenschifffahrt

Vorstellung der Ergebnisse des Arbeitskreises Binnenschiffahrt

Hamburg, (PresseBox) - Die Binnenschifffahrt hat für Hamburg eine große Bedeutung. Die Hansestadt ist nach Duisburg und Köln der drittgrößte deutsche Binnenhafen. Duisburg führt mit ca. 64 Mio. to. Umschlag, Köln ist mit ca. 12,4 Mio. to. Umschlag zweitgrößter Binnenhafen, Hamburg liegt mit einem Binnenschiffsanteil am Hinterlandverkehr von knapp 10 % mit ca. 10 Mio. to. nur wenig dahinter. Hamburg ist und bleibt Universalhafen. Gerade für Massengut und Tankladungen aber auch für Projektladungen hat die Binnenschifffahrt hohe Relevanz.

Dies ist auch ökologisch ein großer Vorteil: schließlich ist das Binnenschiff beim Warentransport immer noch der umweltfreundlichste Verkehrsträger. Außerdem verfügt Hamburg in diesem Bereich insgesamt über eine Infrastruktur, die nur punktueller Verbesserungen bedarf.

Vor allem auch im Containerbereich ist der Binnenschiffsanteil stark ausbaufähig. Es ist erklärtes Ziel des Senats, den Anteil von zwei auf fünf Prozent zu steigern. Senator Frank Horch: "Gerade im Containerbereich sind wir dringend auf eine zuverlässige Schiffbarkeit entlang der Mittel- und Oberelbe und des Elbe-Seiten-Kanals angewiesen. Der Hafen Hamburg verfügt schon heute über große Leistungsreserven, um mehr Container auf das Binnenschiff zu bringen."

Die Firma Uniconsult hat im Auftrag der Wirtschaftsbehörde im Jahr 2009 eine Studie erarbeitet, die unterschiedliche Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Containerhinterlandtransporte geliefert hat. Nach Vorlage der Studie wurde unter dem Dach der Logistik-Initiative der Arbeitskreis Binnenschifffahrt als institutioneller Rahmen installiert. An diesem Arbeitskreis sind viele Akteure der Binnenschifffahrt im Hafen, von der HPA über die Terminals, die Binnenreedereien bis zu den Binnenhäfen, beteiligt. Der Arbeitskreis hat die Vorschläge der Uniconsult-Studie aufgenommen und Lösungsansätze weiterentwickelt bzw. teilweise schon umgesetzt.

Senator Frank Horch sagte bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse des Arbeitskreises: "Der Hafen im Allgemeinen und die Binnenschifffahrt im Speziellen hängen vom gemeinsamen Handeln Vieler ab. Gemeinsam wollen wir die Binnenschifffahrt voran bringen. Der Senat will den Hamburger Hafen als industrieverbundenen Universalhafen mit Schwerpunkt Containerumschlag weiterentwickeln und stärken. Die Binnenschifffahrt spielt hier eine wichtige Rolle."

Auf Bundes- und Länderebene stehen vor dem Hintergrund der allgemeinen Finanzlage und notwendiger struktureller Veränderungen derzeit grundlegende Entscheidungen an. Hervorzuheben sind die Diskussion um die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes - damit verbunden ist die Kategorisierung des Wasserstraßennetzes, bei der der Netzgedanke im Vordergrund stehen muss - und der Entwicklungsprozess zum Gesamtkonzept Elbe, welches eine ausgewogene Mischung aus ökologischen, ökonomischen und verkehrlichen Belangen entlang des Elbkorridors ermöglichen soll. Eine leistungsstarke Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt.

Auch beim Hafenumschlag müssen die bestehenden Potenziale besser genutzt werden. So muss die Abfertigung der Binnenschiffe zuverlässiger und wettbewerbsfähiger werden. Diskutiert werden Möglichkeiten der Abfertigung an Großbrücken oder die Ausweisung spezieller Binnenschiffsliegeplätze. Ziel ist es, die Kosten des Binnenschiffsumschlags zu senken, um auch kostenmäßig eine gleichberechtigte Alternative zu LKW und Bahn darzustellen. Die HPA hat bereits zusätzliche Liege- und Warteplätze für Binnenschiffe im Hafen geschaffen. Wichtige Diskussionen gibt es auch um die Einbindung der Binnenschifffahrt in die Hinterlandlogistik, die Weiterentwicklung und Nutzung von Hinterland-Hubs und die Erschließung neuer Märkte.

Im Interesse der Marktpositionierung der Binnenschifffahrt und der Verbesserung des Image beteiligt sich Hamburg im Schulterschluss mit dem Bund und mehreren Bundesländern am Short Sea Shipping Inland Waterway Promotion Center und hat die Förderung der Binnenschifffahrt und die Verbesserung der Hinterlandanbindungen aufgrund der nicht unerheblichen CO2-Einsparungen durch die Verkehrsverlagerung auf das Wasser auch in die Liste der Klimaschutzprojekte aufgenommen.

Logistik-Initiative Hamburg e. V.

Die Logistik-Initiative Hamburg vernetzt die Branche. Sie wird getragen von Unternehmen und Institutionen aus der Metropolregion Hamburg, die sich im Logistik-Initiative Hamburg e.V. zusammengeschlossen haben, sowie der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit mehr als 470 Mitgliedsunternehmen und -institutionen aus Industrie, Handel und Dienstleistung ist die Logistik-Initiative Hamburg das größte Netzwerk seiner Art in Deutschland. Ziel dieses Public-Private-Partnership ist es, die Rolle Hamburgs als führende Logistikmetropole Nordeuropas weiter auszubauen und logistiknahe Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung zu unterstützen.

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