Zum Tag der Pflege: Was Pflegefachkräfte von der Zukunft ihres Berufsbilds denken

(PresseBox) ( Berlin, )
Fachkräftemangel, Überlastung und fehlende Anerkennung – die Gesundheitsbranche stand bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 vor großen Herausforderungen. Die Krise führt uns eindrücklich die Bedeutung von Pflegefachkräften und Ärzt*innen für eine gesunde und funktionierende Gesellschaft vor Augen. Der heutige Internationale Tag der Pflege ist für uns Anlass, sie in den Mittelpunkt zu stellen und abseits der aktuellen Situation auf die Zukunft ihres Berufsbildes zu blicken. Wie könnte eine moderne Vision der Pflege aussehen? Gemeinsam mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey haben wir Pflegefachkräfte in Deutschland befragt, was sie sich von der Zukunft des Pflegeberufs erwarten:


Unsere Umfrage unter Beschäftigten im Pflegebereich zeigt dabei deutlich: Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen. So bedeutet moderne Pflege für knapp die Hälfte der Befragten (48,3 Prozent), dass sie mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten haben. Diesem zentralen Aspekt folgen die Forderung nach hohen Qualitätsstandards in der Pflege (36,1 Prozent) sowie einem besseren Ansehen für ihren Beruf (31,6 Prozent). Was dabei spannend ist: Insbesondere für junge Menschen im Pflegeberuf ist die Einhaltung hoher qualitativer Standards entscheidend für eine moderne Pflege (53,6 Prozent). Keines dieser Ergebnisse ist vor dem Hintergrund von Pflegenotstand und der nur langsamen Weiterentwicklung der Branche überraschend.
Insbesondere junge Menschen erwarten vom Einsatz digitaler Lösungen in der Pflege auch eine Verbesserung ihres Berufsbilds. 83,5 Prozent der 18- bis 29-Jährigen glauben demnach, dass digitale Lösungen die Pflegeberufe verändern werden: So denken 67,7 Prozent der Befragten, dass digitale Anwendungen den Dokumentationsaufwand senken werden. Auch erhoffen sie sich durch ihren Einsatz in der Pflege mehr Zeit für die Betreuung der Patientinnen und Patienten und verbesserte Arbeitsbedingungen.


Smarte Technik für den Pflegealltag
Die Digitalisierung der Pflege ist kein Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit. Um Nachwuchs für den Beruf der Pflegefachkraft zu gewinnen, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen. Die technologischen Innovationen dafür sind bereits da – sei es z.B. eine App für Rezepte, Selbsttherapie oder unsere Mobilitätsanalyse zur Sturzprophylaxe. Digitale Gesundheitslösungen mit smarten Technologien bringen Innovationen in den Alltag der Pflegefachkräfte, erleichtern ihre Arbeit, beschleunigen Prozesse und sorgen so dafür, dass mehr Zeit zur persönlichen Betreuung bleibt. Ein Arbeitsumfeld, in dem künstliche Intelligenz (KI) selbstverständlich zum Einsatz kommt, hilft der Branche zudem ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln – und den Beruf attraktiver zu gestalten.

Krise als Aufbruch: Die Vision einer modernen Pflege beginnt jetzt
Die Corona-Krise ist eine gewaltige Herausforderung für jeden von uns. Doch ihr wohnt auch eine Chance inne. Denn sie zwingt die Branche, Politik und Gesellschaft dazu, die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte anzugehen und im rasanten Tempo eine moderne Vision der Pflege zu entwickeln. Digitale Gesundheitslösungen in der Pflege- und Gesundheitsbranche können eine individuelle und schnelle Versorgung gewährleisten. So zeigen uns führende Leistungserbringer, Krankenkassen, Pflegeinrichtungen und -dienste bereits heute, wie sie mit Hilfe von digitalen Gesundheits- und Therapieanwendungen auch unter den aktuellen Einschränkungen gezielt die Gesundheit, Mobilität und das Wohlbefinden bei Senioren in allen Wohnformen vorantreiben. Damit die Digitalisierung der Pflege in der ganzen Breite gelingt, müssen wir gemeinsam mit Pflegefachkräften die politischen und strukturellen Rahmen- und Förderbedingungen einfordern. Es ist jetzt an der Zeit, unsere Vision für moderne Pflege in die Tat umzusetzen – nicht nur am Tag der Pflege!

Den vollständigen Debattenbeitrag finden Sie hier.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von Lindera zwischen dem 4. März und dem 19. März 2020 700 Pflegekräfte in Deutschland befragt.
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