Schlepper Linde P250 mit Brennstoffzellen-Antrieb in den Startlöchern

Hoher Wirkungsgrad - Null Emissionen

(PresseBox) ( Aschaffenburg/Hannover, )
Mit dem zur CeMAT 2008 vorgestellten Brennstoffzellen-Schlepper zeigt Linde Material Handling bereits das zweite Fahrzeug dieser Antriebsart. Doch anders als der im Jahr 2000 präsentierte Stapler mit Brennstoffzellen-Antrieb, steht das aktuelle Fahrzeug an der Schwelle von der Prototypenreife zur Kleinserienentwicklung. In den kommenden sieben Jahren will Linde MH insgesamt 50 Flurförderzeuge mit Wasserstoff-Technologie sukzessive in einen breit angelegten Feldversuch schicken. Bei ausgewählten Kunden, so die Planung, werden die Fahrzeuge im Mehrschichteinsatz über 800 Stunden Laufzeit erprobt. In mehr als 20.000 Betriebsstunden werden Daten zur Lebensdauer aufgezeichnet und Messungen zu Verschleiß und Energieverbrauch durchgeführt. Die deutsche Bundesregierung unterstützt den Feldversuch mit Fördergeldern aus dem 2006 aufgelegten "Nationalen Investitionsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie".

Ziel des Feldversuchs bis 2015, so Udo Herrmann, Leiter Vorentwicklung bei Linde Material Handling, sei die frühzeitige Einbindung der Kunden, um bereits im Prototypen-Stadium wichtige Erfahrungen zu sammeln, die Ergebnisse in den weiteren Entwicklungsprozess einfließen lassen zu können und die Serienfertigung vorzubereiten. "Wir testen und optimieren unter Alltagsbedingungen", so Herrmann.

Die Vorteile der Brennstoffzellen-Technologie manifestieren sich im hohen Wirkungsgrad bei null Emission. Durch die Aufspaltung von Wasserstoffmolekülen wird elektrische Energie freigesetzt, das Abfallprodukt ist reines Was-ser. Brennstoffzellen arbeiten sauber, leise und haben einen sehr hohen Wirkungsgrad.

Dabei bieten wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen ebenso wie der Wasserstoff-Antrieb ein großes Zukunftspotential, denn sie können auf ein unerschöpfliches Reservoire an "grünen" Energiequellen wie Sonne, Wasser, Wind oder Biomasse sowie in der Industrie anfallenden Wasserstoff zurückgreifen.

Die Brennstoffzelle besteht aus zwei Elektroden, die mit Wasserstoff bzw. Sauerstoff versorgt werden. Dazwischen liegt eine Trennschicht, die Polymer-Elektrolyt-Membran. Werden die beiden Elektroden mit einem elektrischen Leiter verbunden, fließt elektrischer Strom. Dieser aus Wasserstoff gewonnene Strom versorgt einen Elektromotor, der den Schlepper antreibt. Da die Emission bei dieser Technologie auf Null reduziert wird, lassen sich Wasserstoff-Brennstoffzellen Fahrzeuge auch im sensiblen Nahrungsmittelbereich einsetzen. Außerdem entfällt die Notwendigkeit, Batterien über mehrere Stunden aufzuladen. Stattdessen werden die Tanks mit langzeitspeicherfähigem Druckgas bei 350 bar in nur rund fünf Minuten befüllt. Auch das Sicherheitsrisiko, das von Batteriesäuren ausgeht, entfällt bei der Brennstoffzellen-Lösung.

Der auf der Messe ausgestellte und im Einsatz demonstrierte Schlepper P250 verfügt über eine Dauerleistung von 10 kW bzw. eine maximale Leistung von 30 kW sowie eine Spannung von 80 Volt und eine Zugkraft von 5000 N. Das Fahrzeug wurde mit erfahrenen Partnern zu einer praxistauglichen Lösung entwickelt, die mittelfristig zu einer deutlichen Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt beitragen soll.
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