PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 597414 (INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH)
  • INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH
  • Campus D2 2
  • 66123 Saarbrücken
  • http://www.inm-gmbh.de
  • Ansprechpartner
  • Carola Jung
  • +49 (681) 9300-506

INM-Wissenschaftler erhält heute renommierten Nachwuchspreis der Bayer-Stiftung

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Juniorprofessor Volker Presser nimmt heute den "2012 Bayer Early Excellence in Science Award" am INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien entgegen. Der Leiter der Juniorforschungsgruppe Energie-Materialien am INM erhält den Award der Bayer-Stiftung für seine Arbeit an neuartigen Energiespeicher-Materialien, insbesondere sogenannten Doppelschicht- und Pseudokondensatoren. Diese neuen Technologien ermöglichen es, erneuerbare Energien als verlässliche und stabile Komponente in das Stromnetz einzufügen. Der Materialwissenschaftler wurde in der Kategorie "Materialien" mit dem Award in Höhe von 10.000 Euro ausgezeichnet.

Zur Preisverleihung im Leibniz-Saal des INM werden auch Heiko Maas, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes, sowie hochrangige Vertreter der Bayer AG und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erwartet, um die Energiepolitik das Saarlandes und die Energieforschung in Deutschland näher zu erläutern.

"Ich freue mich sehr, dass Herr Presser diesen Preis entgegennehmen darf", sagt Eduard Arzt, wissenschaftlicher Geschäftsführer des INM. "Das spricht sowohl für die hohe wissenschaftliche Qualifikation unserer Forscher als auch für die Bedeutung des Themas Energie", ergänzt Arzt.

Hintergrund:

Zur Person:

Neben der Auszeichnung mit dem Bayer Award wurde Presser jüngst zum Träger des Heinz Maier-Leibnitz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewählt. Vor kurzem wurde er zum Juniorprofessor an die Universität des Saarlandes berufen. Seit Juni 2012 leitet der 31-jährige Nachwuchswissenschaftler die Juniorforschungsgruppe Energie-Materialien am INM. Presser verbrachte als Feodor Lynen-Stipendiat und Research Assistant Professor einen mehrjährigen Aufenthalt an der Drexel University, Philadelphia, USA. Er studierte an der Eberhard-Karls Universität in Tübingen Mineralogie.

Zum Bayer Award:

Der "Bayer Early Excellence in Science Award 2012" wird von der "Bayer Science & Education Foundation" vergeben. Diese Stiftung verfolgt als vorrangige Ziele die Ehrung herausragender Forschungsleistungen, die Förderung wissenschaftlicher Talente und die Unterstützung bedeutender, naturwissenschaftlicher Schulprojekte. Im inhaltlichen Fokus der Fördertätigkeiten stehen Technik, Naturwissenschaften und Medizin. Dieser internationale Preis wird seit 2009 jährlich in den drei Kategorien Biologie, Chemie und Materialien vergeben. Die Preisvergabe erfolgt aufgrund der Originalität und der Qualität der Forschung der Kandidaten, sowie der Signifikanz der Ergebnisse für die jeweilige Kategorie. (Quelle: www.bayer-stiftungen.de)

Zum Heinz Maier-Leibnitz-Preis

In diesem Jahr stellt das BMBF erstmals 20 000 Euro statt 16 000 Euro pro Preis zur Verfügung. Auch die Zahl der Ausgezeichneten hat sich erhöht, nachdem in der Vergangenheit pro Jahr sechs Preise vergeben wurden. Verliehen werden die Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2013 am 3. Juni in Berlin.

Die höhere Zahl der Preise und die Aufstockung der Mittel trägt dem hohen Renommee des seit 1977 jährlich verliehenen Preises Rechnung. In einer Umfrage des Magazins "bild der wissenschaft" wurde der Heinz Maier-Leibnitz-Preis von den bedeutendsten Forschungseinrichtungen zum drittwichtigsten Wissenschaftspreis in Deutschland gewählt - nach dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG und dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten. Die DFG sieht den Heinz Maier-Leibnitz-Preis als Anerkennung und zugleich Ansporn, die wissenschaftliche Laufbahn geradlinig weiterzuverfolgen. Für die Preisrunde 2013 waren insgesamt 123 Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Von den nominierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kamen 45 in die engere Wahl, aus der der Auswahlausschuss schließlich die neun Preisträgerinnen und Preisträger bestimmte. (Quelle: http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2013/pressemitteilung_nr_12/index.html)

Zu Energiespeichern:

Energiespeicher sind die zentrale Schlüsseltechnologie zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Am INM werden hierzu sogenannte elektrische Doppelschichtkondensatoren erforscht. Sie funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Ionen in einem flüssigen Elektrolyten werden an je eine positiv und eine negativ geladene Elektrode angelagert. Durch die Paarung von Ionen und Elektronen an der Grenzfläche zwischen Elektrolyt und poröser Elektrode bildet sich dabei die elektrische Doppelschicht aus. In ihr kann Energie nicht nur in Sekunden gespeichert, sondern auch nahezu verlustfrei über hunderttausende von Lade- und Entladezyklen wieder freigegeben werden. Pressers Ziel ist es, in den Doppelschichtkondensatoren eine höhere Energiedichte zu erzielen, ohne ihre extreme Langlebigkeit zu beeinträchtigen. Dies erreicht die Forschungsgruppe um Presser einerseits durch den Einsatz hochporöser Kohlenstoffe, welche extrem große, spezifische Oberflächen durch besonders optimierte Poren aufweisen. Dennoch bleibt die Speicherkapazität und Energiedichte von Doppelschichtkondensatoren mit den heutigen Materialien begrenzt und liegt noch weit unter derjenigen von Batterien. "Unsere Idee ist, ein 'bisschen Batterie' in den Doppelschichtkondensator einzubauen", sagt Presser und führt weiter aus: "Dazu arbeiten wir in die Elektroden redoxaktive Materialienein, wie zum Beispiel Metalloxide oder Oberflächengruppen. Außerdem verwenden wir hochleistungsfähige Elektrolyte, die besonders hohe Energiedichten ermöglichen. Nur wenn wir diese Ansätze auch in Bezug auf Kosten und Nutzen vergleichen, können wir die entscheidende Frage beantworten: Wie können wir hocheffizient und auf umweltverträglichen Materialien beruhend kostengünstig Energie speichern? Denn nur eine nachhaltige und kostengünstige Lösung wird auch im gesellschaftlichen Kontext einen echten Beitrag zur Energiewende leisten können", schließt Presser.

Das INM erforscht und entwickelt Materialien - für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung richten die Forscher ihren Blick auf drei wesentliche Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig für industrielle und lebensnahe Anwendungen nutzen? Dabei bestimmen vier Leitthemen die aktuellen Entwicklungen am INM: Neue Materialien für Energieanwendungen, Neue Konzepte für Implantatoberflächen, Neue Oberflächen für tribologische Anwendungen sowie Nanosicherheit. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächen-materialien und Materialien in der Biologie.

Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien mit Sitz in Saarbrücken ist ein internationales Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter.