LBS feiert 70-jähriges Jubiläum - Festredner Clemens Fuest vom ifo-Institut spricht über die Wirtschaft in Zeiten weltpolitischen Wandels

München, (PresseBox) - 70 Jahre Interessensvertretung für die bayerische Speditions- und Logistikbranche: Über 200 Gäste folgten der Einladung des Verbandes zum 70-jährigen Jubiläum, das der LBS im Rahmen seiner diesjährigen Mitgliederver-sammlung feierlich begeht. Clemens Fuest, Chef des Münchner ifo-Instituts, be-leuchtete für die Teilnehmer die weltwirtschaftliche Lage in Zeiten massiver welt-politscher Umbrüche. „Deutschland sollte auf keinen Fall Maßnahmen ergreifen, die seine Wettbewerbsfähigkeit schmälern, sondern eher heimische Investitionen stärken“, lautete eine seiner Kernaussagen. Die Zukunft der Digitalisierung hatte ein weiterer Festredner, Markus Hirschmann, Logistikleiter von KUKA Roboter, im Visier: „Industrie 4.0 läuft aus meiner Sicht in drei Etappen ab. Zunächst geht es um die Vernetzung von Informationen, daran anschließend um das Wissen und die Interpretation der Datenströme. Der 3. Schritt ist dann die Umsetzung, die Änderung und Optimierung. Viele Unternehmen befinden sich heute im Be-reich der 1. Etappe mit der Vernetzung des Wissens, also eher am Beginn des Prozesses“.

Der Präsident des LBS, Heinrich Doll, fordert in seiner Rede bei der Digitalisie-rung einen flächendeckenden Breitbandausbau ein, damit die Branche die Chan-cen der Digitalisierung auch vollumfänglich ausschöpfen kann. Wichtig war dem Präsidenten aber gleichermaßen die klassische Verkehrsinfrastruktur: „Der Weg ist jetzt frei für eine Bundesautobahngesellschaft. In Bayern sehen wir das sicher-lich mit gemischten Gefühlen. Die oberste Baubehörde und die Autobahndirekti-onen Nord- und Südbayern haben immer gut gearbeitet und dafür gesorgt, dass unsere Projekte weiterentwickelt und gebaut werden – gerne auch mit einem Vorrat an Vorhaben in der „Schublade“. Unsere Aufträge enden aber nicht an den bayerischen Landesgrenzen. Daher muss es in unserem Interesse sein, dass wir uns auch außerhalb Bayerns auf bedarfsgerecht ausgebaute Verkehrswege ver-lassen können.“

In Sachen Verkehrsinfrastrukturfinanzierung spricht Doll klare Worte: „Wir waren immer bereit, unseren Teil zur Nutzerfinanzierung beizutragen. Deswegen auch unser klares Votum für die Lkw-Maut. Allerdings stand dieses Votum immer unter
der Prämisse, diese letztlich verursachergerecht auf alle Verkehrsteilnehmer
auszuweiten“.

Des Weiteren betonte Doll in seiner Rede die Wichtigkeit jedes einzelnen Verkehrsträgers, da es heute auf gut vernetzte Transportketten ankomme. Um die prognostizierten Wachstumsraten im Verkehr bewältigen zu können, brauche es den Einsatz aller Verkehrsträger. Für den Schienengüterverkehr bekräftigte Doll die Bereitschaft der Branche, den Verkehrsträger stärker zu nutzen, sofern Qualität, Verlässlichkeit sowie Pünktlichkeit stimmen und die gewünschten Kapazitäten bereitgestellt werden. In puncto Binnenschifffahrt machte der Präsident auf die prekäre Situation bei der Donau aufmerksam. In den zurückliegenden Monaten war diese wichtige internationale Wasserstraße acht Wochen lang wegen Eisgang, Hoch- und Niedrigwasser nicht voll schiffbar. „Ich nehme hiermit die Gelegenheit wahr und fordere erneut den langfristigen Ausbau der Donau in der Variante C 280“, erklärte er.

Zur dritten Start- und Landebahn beklagte Doll die derzeitige Lage. „Hier braucht es eine klare Entscheidung der Staatsregierung einerseits und entsprechende Verhandlungen mit der Landeshauptstadt München andererseits“, so der LBSPräsident.

Wichtig war Doll insbesondere auch der zunehmende Fachkräftemangel. „Die Qualifikation unserer Logistikfachkräfte, Fahrer, Disponenten und Führungskräfte ist wichtig und muss systematisch erfolgen, damit der Arbeitsplatz „Spedition/Logistik“ an Attraktivität gewinnt.“ Aus Dolls Sicht gehört hierzu auch ein moderner Tarifvertrag für die Speditions- und Logistikunternehmen, der erst Ende 2016 wieder erfolgreich durch den LBS für die Branche abgeschlossen werden konnte.

In der anschließenden Abstimmung wählten die Mitgliedsbetriebe nachfolgende Direktwahlkandidaten neu bzw. wieder ins Präsidium:

Heinrich Doll, Landauer Transportgesellschaft Doll KG
Henning R. Mack, Kühne + Nagel (AG & Co.) KG
Erich Baumgärtel, Kochtrans Patrick G. Koch GmbH
Jürgen Eberl, Eberl Internationale Spedition GmbH & Co KG
Herbert Rückerl, Horst Pöppel GmbH & Co. KG
Wolfgang Thoma, Spedition Ansorge GmbH & Co. KG

Das Präsidium wird komplettiert durch die vor der Mitgliederversammlung gewählten Vorsitzenden der Fachausschüsse:

Fachausschuss Berufliche Bildung: Markus Kaiser, Emons Spedition GmbH
Fachausschuss Internationale Spedition: Roland Kuhn, Deutsche Transport- Compagnie Erich Bogdan GmbH & Co. KG
Fachausschuss Lagerei und Distributionslogistik: Manfred-Jürgen Fichtl,Fichtl Logistik - Services GmbH
Fachausschuss Land- und Schienengüterverkehr / Soziales: Max Stolzenberger, DACHSER SE
Fachausschuss Luftfracht: Ralph Biller, ITG GmbH
Fachgruppe Möbelspedition: Thomas Kneissl, A-Z Umzüge F. Strohmann GmbH

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung wählte das Präsidium Heinrich Doll, Landauer Transportgesellschaft Doll KG, erneut ins Amt des LBS-Präsidenten.

Manfred-Jürgen Fichtl, Fichtl Logistik - Services GmbH und Henning R. Mack, Kühne + Nagel (AG & Co.) KG wurden im Amt der Vizepräsidenten bestätigt.

 

 

LBS - Landesverband Bayerischer Spediteure e.V.

Der LBS - Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. vertritt als bayerischer Branchenverband die Interessen von ca. 450 Unternehmen aus dem gesamten Spektrum des Speditions- und Logistikgewerbes als "Architekten des Verkehrs". Der Verband repräsentiert die Unternehmen im Bereich logistischer Dienstleistungen, des Lagergeschäftes und der Kontraktlogistik, im Straßengütertransport, im Möbel- und Umzugsverkehr, in der Luftfracht, im Schienengüterverkehr sowie bei der Befrachtung von See- und Binnenschifffahrt.

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