LBS: "Lkw-Fahrer liefern Waren, nicht Viren"

(PresseBox) ( München, )
Der LBS - Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. appelliert an Empfänger und Versender von Waren, den Fahrerinnen und Fahrern weiterhin einen Zugang zu Toiletten und Waschräumen zu ermöglichen

Mit einem dringenden Appell zu fairem Umgang und mehr menschlicher Fürsorge für Lkw-Fahrer wendet sich der LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. an Unternehmen, bei denen in diesen Tagen Waren angeliefert oder abgeholt werden. „Während vielerorts den Fahrerinnen und Fahrern – wie unter normalen Umständen auch – eine Gelegenheit zum Besuch von Toiletten oder Waschräumen gewährt wird, häufen sich Berichte darüber, dass ihnen der Zugang verwehrt wird", berichtet Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des LBS. Damit erschweren sich die Arbeitsbedingungen für jene weiter, die unter Hochdruck daran mitarbeiten, die Versorgungsketten im Land am Laufen zu halten.

Befremdlich seien auch Situationen, in denen bestellte Waren in Unternehmen nicht angenommen werden oder die Beladung verweigert wird, weil die Fahrer nicht in Schutzkleidung gehüllt seien. „Ein solches Verhalten können unsere Mitgliedsunternehmen und die betroffenen Fahrer in Zeiten, in denen es um die Aufrechterhaltung der Lieferketten geht, nicht verstehen", sagt Lehmann.

Sie verweist darauf, dass eine entsprechende Ausrüstung sogar in Krankenhäusern knapp sei, wo eine tatsächliche Infektionsgefahr bestehe – um wieviel geringer seien die Chancen, dass eine Spedition momentan ihre Fahrer rein vorsorglich damit ausstatten könne. „Es ist durch und durch kontraproduktiv, wenn wegen solch künstlicher Barrieren wichtige Sendungen nicht zum Empfänger gelangen", so die LBS-Geschäftsführerin. Wichtig ist es aus Sicht des Branchenverbands, dass sich Dienstleister und Empfänger vorher über ein Verfahren verständigen, bei dem z.B. der Fahrer gleich in seiner Kabine bleiben kann.

Es sei verständlich, dass die angefahrenen Unternehmen besondere Sicherheits-Standards setzen, so Lehmann, aber es passe nicht zusammen, auf der einen Seite die Dringlichkeit funktionierender Lieferketten zu betonen und auf der anderer Seite jenen, die sie sicherstellen, ein Minimum an Entgegenkommen bei menschlichen Grundbedürfnissen zu gewähren – vielmehr noch: sie wie vermeintliche Risiko-Träger zu behandeln. „Die öffentlichkeitswirksam gefeierten ,Helden der Straße‘ fühlen sich in solchen Momenten im wahrsten Sinne des Wortes als ,schmutzig‘ und nicht willkommen."
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