LANXESS entwickelt innovative Technologie für die Ledergerbung

Köln, (PresseBox) - •.

- Modulare Anlage zur Gewinnung von Nachgerbstoffen aus Lederresten
- Ressourceneffizienter Vor-Ort-Einsatz bei den Gerbereien
- Gemeinschaftsprojekt mit Forschungsinstitut INVITE und Gerberei HELLER-LEDER
- Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro
- Förderung durch Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
- Pilotanlage soll Mitte 2017 in Betrieb gehen

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS entwickelt in einem Forschungsprojekt eine vollkommen neuartige Technologie zur Wiederverwertung von Resten in der Lederherstellung. Unter dem Titel „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ (ReeL) konzipiert der LANXESS-Geschäftsbereich Leder in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Forschungsinstitut INVITE eine modulare Pilotanlage, um aus Falzspänen und Schnittabfällen, die bisher in der Regel entsorgt wurden, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe der Marke „X-Biomer“ herzustellen. Die innovative Anlage kann in Gerbereien direkt an Ort und Stelle betrieben werden. Die Praxiserprobung soll beim dritten Projektpartner, der Gerberei HELLER-LEDER GmbH & Co. KG aus dem niedersächsischen Hehlen, erfolgen. 

„Mit dem Projekt wollen wir aufzeigen, wie sich Produktionsabfälle bei der Lederherstellung direkt in der Gerberei verwerten lassen und dadurch das Nachhaltigkeitsprofil der Lederfertigung – im Vergleich zur traditionellen Herstellung von Nachgerbstoffen in zentralen Produktionsstandorten fernab der Gerbereien – deutlich verbessert werden kann“, sagt Luis López-Remón, Leiter des Geschäftsbereichs Leder bei LANXESS. 

Eine Gerberei könnte auf diese Weise einen Teil ihres Eigenbedarfs an Nachgerbstoffen, wie sie LANXESS in seiner X-Biomer-Reihe anbietet, vollautomatisch und weitgehend selbstständig herstellen. „Das Projekt ist ein vielversprechender Schritt in Richtung eines noch nachhaltigeren Produktionskonzeptes“, erklärt Dietrich Tegtmeyer, Leiter des Projekts bei LANXESS. „Auf der einen Seite werden durch eine ‚Vor-Ort‘- und ‚Just in time‘-Produktion enorme Ressourcen in Logistik und Verpackung gespart, auf der anderen Seite muss ein Abfallprodukt wie Falzspäne nicht entsorgt werden, sondern dient als Rohstoff für die benötigte Nachgerbchemie.“

Das Gemeinschaftsprojekt mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund fünf Millionen Euro wird nahezu zur Hälfte durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt und ist auf drei Jahre angesetzt. Derzeit werden bei LANXESS im Leverkusener Labor die Verfahren auf einen solchen chemischen Recyclingprozess hin angepasst und optimiert. Für die Planung und den Bau der Pilotanlage ist hauptsächlich das Leverkusener Forschungsinstitut INVITE verantwortlich. Um das neuartige Produktionskonzept unter realen Bedingungen zu testen, soll im April 2017 eine entsprechende Anlage fertiggestellt sein, die dann nach einigen Probedurchläufen zur Überprüfung der Mess- und Regeltechnik Mitte 2017 bei HELLER-LEDER in Betrieb gehen soll. 

Die von INVITE konzipierte modulare Anlage wurde bisher vor allem mit Blick auf prozesstechnologische Verbesserungen und zur Erzielung flexibler, kontinuierlicher Produktionsprozesse entwickelt. Für die konzipierte Pilotanlage stehen nun erstmalig die Vorteile einer Nutzung im Sinne eines dezentralen Produktionskonzeptes für einen industriellen Einsatz im Fokus. „Diese Projektidee bedeutet für uns einen wesentlichen Schritt hinein in ein breiteres Anwendungsspektrum“, sagt Armin Schweiger, Geschäftsführer von INVITE. „Wir sehen das ReeL-Projekt auch als einen deutlichen Technologieimpuls.“

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „r+Impuls – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Impulse für industrielle Ressourceneffizienz“ gefördert. Mit der Fördermaßnahme werden Projekte unterstützt, die innovative Technologien und Produkte aus dem Labor in die wirtschaftliche Anwendung bringen.

Vollständige Verwertung ohne Emissionen

Bei einer Gerberei mittlerer Größe fallen etwa ein bis zwei Tonnen Falzspäne pro Tag an. Mit einer von LANXESS geleasten Produktionsanlage könnte der Betrieb daraus direkt vor Ort eine vergleichbare Menge an flüssigem X-Biomer-Produkt zur Nachgerbung herstellen. Die Abfälle werden dabei zu hundert Prozent verwertet, es bleiben keinerlei Rückstände übrig und es werden keine Emissionen erzeugt. „Das Ziel des Projektes ist es, dem Gerber X-Biomer etwa zu vergleichbaren Kosten wie beim Bezug herkömmlicher Nachgerbstoffe anbieten zu können. Konzeptionell höhere Produktionskosten sollen zum Beispiel durch die entfallenden Logistikkosten kompensiert werden. Dieses Konzeptmodell gilt es, in der Pilotierung zu verifizieren. Darüber hinaus wird das Projekt in jedem Fall voll und ganz der Nachhaltigkeit zu Gute kommen“, sagt Tegtmeyer.

Nachhaltigkeit wird in der Branche immer bedeutender Nachhaltigkeit ist für die Lederbranche inzwischen essentiell. LANXESS bietet daher innerhalb seines Programms „Sustainable Leather Management“ seinen Kunden aus der Lederindustrie innovative Technologien an, um die Herstellung nachhaltiger, ökologisch verträglicher Produkte und Verfahren zu unterstützen – ohne Abstriche bei der Qualität zu machen. Die Produkte des Unternehmens bringen messbare Vorteile hinsichtlich verminderter Emissionen bzw. einer reduzierten CO2-Bilanz, was letztlich dem Klimaschutz zugute kommt. Neben einer gesteigerten Effizienz in Produktion, Verarbeitung und Recycling wird ein noch verantwortungsvollerer Umgang mit dem Rohstoff und mit den Abfällen erreicht.

Der Geschäftsbereich Leder

Der Geschäftsbereich Leather gehört zum LANXESS-Segment Performance Chemicals, das im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erzielte. Der Geschäftsbereich ist weltweit aktiv und in sechs Ländern präsent. Er beschäftigt global rund 1.500 Mitarbeiter, davon mehr als 150 in Deutschland.  

LANXESS Deutschland GmbH

LANXESS ist ein führender Spezialchemie-Konzern, der 2016 einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro erzielte und aktuell rund 16.700 Mitarbeiter in 25 Ländern beschäftigt. Das Unternehmen ist derzeit an 54 Produktionsstandorten weltweit präsent. Das Kerngeschäft von LANXESS bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von chemischen Zwischenprodukten und Spezialchemikalien und Kunststoffen. Mit ARLANXEO, einem Gemeinschaftsunternehmen mit Saudi Aramco, ist LANXESS zudem führender Anbieter für synthetischen Kautschuk. LANXESS ist Mitglied in den führenden Nachhaltigkeitsindizes Dow Jones Sustainability Index (DJSI World) und FTSE4Good.

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