Schiffsfonds MS Emilia Schulte

Ausschüttungen an Investoren 90 Prozent unter Plan

(PresseBox) ( Bremen, )
Mit erheblichen Verlusten müssen Investoren bei ihrer Schiffsbeteiligung "MS Emilia Schulte" des Emissionshauses Lloyd Fonds rechnen. Laut der auf Investorenschutz spezialisierten KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht haben Anleger bis heute nur 8,5 Prozent vom Kommanditkapital als Ausschüttungen erhalten. Vorgesehen waren jedoch 80 Prozent.

"Um das Schlimmste zu verhindern, sollten die Anteilseigner des Fonds umgehend prüfen, ob sie Schadenersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung geltend machen können", empfiehlt Jan-Henning Ahrens, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie KWAG-Partner. Als Begründung für eine Schadenersatzklage kommen Pflichtverletzungen des Beratervertrags mit der Bank oder Sparkasse, die dem Investor seinerzeit die Schiffsbeteiligung vermittelt hatte, in Betracht.

Eine fehlerhafte Anlageberatung liegt beispielsweise vor, sobald der Vertrieb Kick-backs, also Rückvergütungen für den Verkauf von Fondsanteilen, verschwiegen hat. Gute Chancen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen, bestehen ebenfalls bei einer mangelhaften Prospektgestaltung durch das Emissionshaus - im vorliegenden Fall Lloyd Fonds.

Der Schiffsfonds "MS Emilia Schulte" wurde im Jahr 2002 emittiert, in 2003 platziert. Die Auflösung des Fonds ist für das Jahr 2015 vorgesehen. Von den rund 18,6 Millionen Fondsvolumen wurde knapp die Hälfte - rund acht Millionen Euro - als Eigenkapital von den Investoren aufgebracht.

Das Containerschiff mit einer Ladekapazität von 834 TEU war bis zum Juni 2009 für eine Tagescharter von 8.250 US-Dollar unter Vertrag. Im Anschluss daran bis zum Jahr 2011 für die Festcharter von 8.900 Dollar täglich. "Das wirtschaftliche Ergebnis dieser Schiffsbeteiligung total verhagelt hat die Tatsache, dass das Fondsmanagement die Wechselkursentwicklung zwischen Dollar und Euro völlig falsch eingeschätzt hat", erläutert Fachanwalt Ahrens. So wurde für die zwölf Jahre Fondslaufzeit ein Umtauschverhältnis von

0,975 bis 1,00 US-Dollar je Euro angenommen. Demnach eine beinahe dramatische Aufwertung des "Greenbacks".

Tatsächlich lagen die Wechselkurse in den Jahren 2002 bis einschließlich 2011 in einer Spanne zwischen 1,00 und 1,45 Dollar je Euro. Zu einem entsprechend für in Euro rechnende Investoren ungünstigen Wechselkurs mussten also die prognostizierten Chartereinnahmen getauscht werden.

Mit der Zeit türmte sich ein Schuldenberg der Fondsgesellschaft gegenüber ihren Gläubigern von weit mehr als 2,3 Millionen Euro auf. "Um die drohende Insolvenz abzuwenden, wurden von den Investoren Ausschüttungen von knapp zwei Millionen Euro zurückgefordert", sagt Jan-Henning Ahrens. Und fügt hinzu: "Offenbar haben Investoren im Rahmen des aufgezwungenen Sanierungskonzepts ihr gutes Geld dem schlechten hinterhergeworfen."

Zwar liegen für das Geschäftsjahr 2011 bis dato keine aktuellen Zahlen vor. Doch nach KWAG-Erkenntnissen sind Verluste bei den Chartereinnahmen von knapp 30 Prozent entstanden. Deshalb sollten Investoren mit Ausschüttungen für das Jahr 2011 nicht rechnen und "stattdessen die Notbremse ziehen, also berechtigte Schadenersatzansprüche durchsetzen", empfiehlt KWAG-Partner Jan-Henning Ahrens.
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