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Pressemitteilung BoxID: 729527 (KuppingerCole Analysts AG)
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Kommentar: Facebook-Präsenz der Bundesregierung verhindert Bemühungen um mehr Datenschutz

(PresseBox) (Düsseldorf, ) Am 30. Januar 2015 hat das soziale Netzwerk Facebook seine Nutzungsbedingungen wieder geändert. Seit dem werden auch Daten gespeichert, die Nutzer auf Websites außerhalb von Facebook hinterlassen. Beispielsweise verraten Standortdaten, wo der Nutzer sich gerade aufhält und sollen so häufiger gezielt mit Werbung verknüpft werden. Fast gleichzeitig eröffnet die Bundesregierung ein eigenes Facebook-Profil. Mit Meldungen und Filmchen zeigt sie hier ihre Sicht der Dinge und bietet den Bürgern gleichzeitig eine Plattform für Kritik.

Martin Kuppinger, Principal Analyst und Gründer von KuppingerCole betrachtet diesen Schritt der Bundesregierung kritisch: "Während der Bundesjustizminister Heiko Maas dem Bundesverband der Verbraucherzentralen den Rücken bei deren Abmahnung von Facebook stärkt, macht die Bundesregierung ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt den Schritt hin zu einer eigenen Facebook-Präsenz". 

Mit den geänderten Nutzungsbedingungen hat Facebook seine Möglichkeiten, die Daten von Nutzern auszuwerten, massiv ausgebaut. Zwar erhält der Benutzer die Möglichkeit, seine Einstellungen für die eigene Privatsphäre besser steuern zu können Fakt ist aber, dass Facebook noch mehr Daten in schwer zu kontrollierender Weise sammeln kann. "Nutzer wissen nicht, welche Daten erhoben und wie sie verwendet werden" stellt auch Bundesjustizminister Maas fest. 

Laut Kuppinger sorgt die Bundesregierung mit ihrem Facebook-Profil dafür, dass Facebook indirekt auch Informationen über die politischen Interessen und Präferenzen der Nutzer erhält. Nachdem aber nicht nachvollziehbar ist, wie diese Informationen heute oder zukünftig genutzt werden können, ist das ein bedenklicher Schritt. Mit den zusätzlichen Informationen, die über das Facebook-Profil der Bundesregierung verfügbar werden, können beispielsweise auch Interessensgruppen zukünftig gezielt Werbung auf Facebook schalten. Es zeigt sich, dass die Implikationen von geschäftlichen Facebook-Profilen nicht verstanden werden. Der Wert von Facebook-Fans wird oftmals überschätzt - es handelt sich nicht um Kunden, nicht um Leads und auch nicht um Wähler, sondern bestenfalls um Personen mit einem mal mehr, oft aber nur vagem Interesse.

Das Geschäftsmodell von Facebook besteht darin, Informationen wie: Wer interessiert sich für meine Produkte, meine politischen Stellungnahmen (und welche) oder für meine sonstigen Aussagen auf Facebook? zu monetisieren - mit den neuen Geschäftsbedingungen, sogar noch mehr als bisher. Für ein Unternehmen hat dies zur Folge, dass solche Informationen auch für den Wettbewerb nutzbar werden. Somit könnte man auch sagen: Facebook ist die beste Möglichkeit, den Wettbewerb über seine (mehr oder minder interessierten) Follower zu informieren. 

"Im Marketing, aber auch in der Politik, sollte man diesen Zusammenhang verstehen und abwägen, ob der Mehrwert den implizit zu zahlenden Preis in Form von für Wettbewerber interessanten Daten zahlen möchte" so Martin Kuppinger.

Endbenutzern empfiehlt Martin Kuppinger, sich die neuen Einstellungen für die Privatsphäre genau anzuschauen und diese soweit wie möglich zu begrenzen, falls man auf Facebook bleiben will. Die Bundesregierung wäre laut Kuppinger in jedem Fall gut beraten, wenn sie sich erst einmal über den tatsächlichen Nutzen ihrer Facebook-Präsenz klar würde. 50.000 Follower sind keineswegs 50.000 Wähler. Die Bundesregierung sollte sich zudem über den Widerspruch zwischen ihrem Anspruch an starke Datenschutzregeln und ihrem Handeln klar werden: "Jetzt noch auf Facebook zu gehen, ist nicht einmal mehr modern - es ist schlicht der falsche Schritt zur falschen Zeit" so Martin Kuppinger.

Marketing-Verantwortlichen in Unternehmen sollte darüber hinaus aus Sicht von KuppingerCole genau analysieren, welchen Preis sie für den erhofften Mehrwert eines Facebook-Profils zahlen - oft zahlt man mehr, während der tatsächliche Nutzen deutlich geringer ist. Ein Facebook-Profil kann durchaus seinen Nutzen haben. Man sollte aber immer genau prüfen, ob wirklich ein Mehrwert entsteht.

KuppingerCole Analysts AG

KuppingerCole, gegründet im Jahr 2004, ist ein führendes globales Analystenunternehmen mit Hauptsitz in Europa mit Schwerpunkt auf Information Security und Identity & Access Management (IAM). Ein weiterer Kernbereich des KuppingerCole Researchs bildet Governance, Risk Management and Compliance (GRC). Unsere sehr erfahrenen Analysten wissen, wie mit Informationssicherheits- und Privacylösungen ein signifikanter Mehrwert für Unternehmen generiert werden kann - für on-premise-Anwendungen, Cloud-Lösungen, mobile Zugriffe und Social Computing-Plattformen.

KuppingerCole steht für Expertise, Thought Leadership, Neutralität und für einen ausgeprägten Praxisbezug und unterstützt damit Anwenderunternehmen, Integratoren und Softwarehersteller sowohl bei taktischen als auch strategischen Herausforderungen. Die Balance zwischen unmittelbarer Umsetzbarkeit und Zukunftssicherheit prägt das Handeln von KuppingerCole.

Gemeinsam mit dem Unternehmensgründer Martin Kuppinger beobachten die hoch qualifizierten und weltweit angesehenen KuppingerCole Analysten kontinuierlich den Markt und stellen ihre Expertise in Form von aktuellen Research Notes und durch herstellerneutraler Beratung ("Trusted Advisory") zur Verfügung.

Zu den Analysten gehören neben Martin Kuppinger unter anderen der Identity & Access Management Experte Matthias Reinwarth, die Informationssicherheitsexperten Mike Small, Amar Singh, Dr. Eric Cole und Alexei Balaganski, die Infrastruktur- und Projektexperten Dr. Horst Walther, Dr. David Goodman und Rob Newby, die Privacy und Datenschutzexperten Dr. Karsten Kinast und Dr. Scott David sowie das Identity Management-Urgestein Dave Kearns.

Als unabhängige Analystengruppe organisiert KuppingerCole Konferenzen, Seminare, Workshops und Webcasts im Bereich Informationssicherheit, IAM und GRC und ist Ausrichter der European Identity & Cloud Conference, die sich als die führende Veranstaltung für Meinungsführerschaft und Best Practices für Identity & Access Management, Cloud und Digital Risk in Europa etabliert hat.