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Pressemitteilung BoxID: 738148 (KRUK Deutschland GmbH)
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Thema Schulden: Angstbeladen und doch normal

TNS Emnid untersucht Emotionen und Meinungen zu Schulden in Deutschland

(PresseBox) (Berlin , ) .

- 62 Prozent der Deutschen halten Schulden für weit verbreitet und normal
- Kredite sind trotzdem sehr riskant, finden 67 Prozent
- Häufigste Gefühle zu Schulden sind Stress, Verunsicherung und Angst
- Aber: Schulden sind kein Grund für Scham, denken sechs von zehn Befragten
- Mit 54 Prozent hat die Mehrheit Verständnis für Menschen in der Schuldenfalle

Die deutschen Verbraucher befinden sich nach eigener Einschätzung in einer unbequemen Situation: Schulden machen gilt einerseits als üblich und wird andererseits doch als sehr riskant angesehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von TNS Emnid im Auftrag des Forderungsmanagers KRUK Deutschland GmbH. Die KRUK-Gruppe ist Marktführer für Forderungsmanagement in Zentraleuropa und seit Anfang dieses Jahres auch in Deutschland aktiv. Der Experte für Verbraucherfinanzen untersucht in der "KRUK Schuldenwelten-Studie 2015 - Emotionen und Meinungen zu Schulden in Deutschland" erstmals das Meinungsbild, die Gefühle und Normen von deutschen Verbrauchern zu Schulden und Überschuldung. Im März 2015 wurden für die repräsentative Studie 754 Deutsche über 18 Jahre von dem Institut TNS Emnid per Telefon befragt.

Emotionen in Bezug auf Schulden - oft gefühlt, kaum erforscht

Schulden sind kein Nischenthema, im Gegenteil: Jeder fünfte Deutsche hat bereits Erfahrungen mit Überschuldung gemacht und sah sich schon einmal in der Lage, Schulden nicht zurückzahlen zu können. Es gibt detaillierte Untersuchungen zur Sozialstatistik von Schulden - aber die mit Schulden verbundenen Emotionen wurden bisher kaum untersucht. Für Piotr Krupa, den Vorstandsvorsitzenden von KRUK, sind die Gefühle und Werte dagegen besonders wichtig: "Wer Menschen mit Schulden wirklich helfen will, muss verstehen, wie sie denken. Deswegen stellen wir auch die Fragen, die sonst kaum jemand stellt: Wie fühlen sich Schulden an? Mit welchen Vorurteilen sind Schuldner von Seiten der Gesellschaft konfrontiert? Je besser wir die Ursachen und Motivationen verstehen, desto besser können wir auf die Menschen eingehen."

Schulden sind kein Grund für Scham

Mit 62 Prozent findet die Mehrheit der Befragten, dass Schulden machen heutzutage weit verbreitet und normal ist. Das Thema hat ein großes Stück von seinem Tabu verloren. Weniger Menschen als gemeinhin angenommen, verbinden Schulden mit Gefühlen wie Scham (43 Prozent) oder Erniedrigung (37 Prozent). Vier von zehn Befragten (38 Prozent) sind sogar der Meinung, dass es normal sei, Rechnungen oder Kreditraten nicht rechtzeitig zu bezahlen. Bei der jüngeren Generation unter 30 Jahre gelten Schulden überdurchschnittlich oft als normal. Sie gehen zu 73 Prozent davon aus, dass Verschuldung heute zum Leben dazugehört. Die junge Generation hat das Bild von Deutschland als Sparernation fast gänzlich aufgegeben.

Schulden machen Angst

Trotzdem nehmen Verbraucher Schulden nicht auf die leichte Schulter: Mit 90 Prozent ist die überwältigende Mehrheit überzeugt, dass man Schulden vermeiden sollte, wenn sie nicht unbedingt erforderlich sind und 67 Prozent bezeichnen Kredite sogar als "sehr riskant". Auch unter emotionalen Gesichtspunkten sind sie ein Ausnahmezustand: Die am häufigsten genannten Emotionen sind Stress (67 Prozent) und Verunsicherung (64 Prozent), gefolgt von Angst (59 Prozent) und Ruhelosigkeit (58 Prozent). Es wird deutlich, dass Schulden kaum jemanden kalt lassen: Nur 16 Prozent bringen Gleichgültigkeit mit dem Thema in Verbindung. Für 54 Prozent wäre es dementsprechend eine Erleichterung, Schulden zu begleichen. 40 Prozent wären stolz auf zurückgezahlte Beträge und sehen folglich in der Schuldentilgung eine besondere Leistung.

Schuldentilgung - Werte wichtiger als Finanzen

Der emotionale Sprengstoff von Schulden spiegelt sich auch in den Motivationen wider, sie zu begleichen. Für sechs von zehn Verbrauchern (59 Prozent) in Deutschland ist die Familie der wichtigste Grund, Schulden zurück zu zahlen. Ihre Ruhe und Sicherheit sei sonst beeinträchtigt. Auch unter den dann folgenden Gründen sind mit "ein ehrlicher Mensch sein" (45 Prozent) und "ein ruhiges Gewissen" (38 Prozent) ethische Werte wichtiger als finanzielle Motivationen wie der Zugang zu neuen Darlehen.

Zu viele Schulden - die Mehrheit hat Verständnis

Die Mehrheit hält Schulden nicht für ein Charakterproblem. 39 Prozent führt Überschuldung auf äußere Umstände wie Arbeitslosigkeit und Krankheit zurück. 15 Prozent glauben sogar, dass eine übermäßige Verschuldung jeden treffen könne.

44 Prozent sind jedoch anderer Meinung und gehen härter mit überschuldeten Menschen ins Gericht. Gut jeder Vierte ging davon aus, dass überschuldete Menschen nicht mit Geld umgehen können. 15 Prozent sehen Überschuldung im Charakter der Schuldner begründet, etwa durch die Unfähigkeit zum Verzicht.

Krupa sieht in diesen Ergebnissen dennoch eine hoffnungsvolle Entwicklung: "Die Mehrheit der Gesellschaft weiß, dass Überschuldung jeden treffen kann. Vorurteile und Angst führen oft dazu, dass Schuldner sich verstecken und das Problem sich nur verschlimmert. Unsere Erfahrung zeigt, dass die allermeisten Menschen ihre Schulden wirklich zurückzahlen wollen. Wir setzen daher auf Hilfsangebote und einen partnerschaftlichen Umgang. Wir möchten den von Überschuldung betroffenen Menschen die Scheu nehmen, uns zu kontaktieren, um realistisch machbare Ratenzahlung zu vereinbaren."

KRUK Deutschland GmbH

Seit 2015 ist die KRUK Deutschland GmbH mit Sitz in Berlin im Bereich Forderungsmanagement aktiv. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt im Ankauf ganzer Forderungsportfolien, daneben betreut KRUK auch ausstehende Forderungen von externen Unternehmen. Der Forderungsmanager ist Teil der internationalen KRUK-Gruppe mit Hauptsitz in Breslau. Mit einem Marktanteil von 21 Prozent in Polen und 38 Prozent in Rumänien ist KRUK Marktführer in Zentraleuropa. Bis Dezember 2014 hat die KRUK-Gruppe 370 Schulden-Portfolios mit einem Nominalwert von rund 5 Milliarden Euro erworben und mehr als 3 Millionen Einzelfälle betreut.