PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 80463 (Koelnmesse GmbH)
  • Koelnmesse GmbH
  • Messeplatz 1
  • 50679 Köln
  • http://www.koelnmesse.de

Auf höchstem internationalen Niveau: Top-Leistung der Abfall- und Abwasserwirtschaft

(PresseBox) (Köln, ) Der Umgang mit Abfällen wandelt sich zusehends. Weg von der bloßen Entsorgung, hin zur sinnvollen Nutzung aller noch brauchbaren Wertstoffe. Europa, allen voran die Bundesrepublik Deutschland hat hier weltweit die Vorreiterrolle übernommen. Das zeigen nicht nur die geldwerten Ausgaben für den Umweltschutz, sondern vor allem technologische Innovationen auf höchstem Stand. Hightech über die reine Nutzung der Biologie hinaus prägt auch zunehmend die Behandlung von kommunalen und industriellen Abwässern. Beste Einblicke in die aktuelle technologische Entwicklung zum Schutz der Umwelt gewährt die Entsorga-Enteco 2006 - Internationale Fachmesse für Abfallwirtschaft und Umwelttechnik, die vom 24. bis 27. Oktober 2006 in Köln stattfindet.

Über 155 Milliarden Euro werden in den 25 Ländern der Europäischen Gemeinschaft jährlich insgesamt für den Umweltschutz ausgegeben. Fast die Hälfte, über 75 Milliarden Euro, steuern spezialisierte Dienstleistungsunternehmen insbesondere aus der Abfall- und Abwasserwirtschaft bei. Staatliche Institutionen tragen rund 50 Milliarden Euro. Und die Industrie liegt bei knapp 30 Milliarden Euro. Das sind zusammen rund 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der EU-25. Dies geht aus den aktuellen statistischen Erhebungen der Europäischen Union für das Jahr 2002 hervor.

Deutlich wurde dabei auch, dass die Investitionen der öffentlichen Hand in den alten EU-15 Ländern seit Mitte der 90er Jahre um über 40 Prozent zurückgegangen sind. Dafür sind allerdings die laufenden Ausgaben für den Umweltschutz in diesen Ländern im gleichen Zeitraum um rund 20 Prozent gestiegen. Die machten in 2002 rund drei Viertel der Gesamtausgaben aus. Sowohl investive als auch laufende Ausgaben sind bei den privaten Dienstleistern in den letzten Jahren ziemlich konstant verlaufen.

Anders stellt sich die Situation in den zehn neuen Mitgliedsländern der EU dar. Hier haben sich die öffentlichen Investitionen seit 1995 deutlich erhöht. Spitzenreiter ist Ungarn mit einer Steigerung um über 300 Prozent. Dies ist allerdings auch kein Wunder. Denn wollen die neuen Mitgliedsländer ihren Umweltschutz-Standard den EU-Anforderungen anpassen, müssen nach Schätzung der Europäischen Kommission insgesamt zwischen 50 und 80 Milliarden Euro investiert werden. Allein die Erfüllung der Vorgaben der Kommunalabwasser-Richtlinie wird 15 Milliarden Euro kosten.

Mittlerweile werden rund zwei Drittel aller Umweltschutzausgaben in der EU-25 für allgemeine Umweltschutzmaßnahmen, wie Erhalt der Artenvielfalt, Boden- und Grundwasserschutz oder Forschung ausgegeben. Danach kommt als zweitgrößter Posten mit 27 Prozent die Abfallentsorgung. Die Abwasserreinigung machte 2002 lediglich noch einen Anteil von acht Prozent aus. Zwei Jahre zuvor waren es jedoch noch fast 15 Prozentpunkte mehr. Ein Hinweis darauf, dass zumindest in den alten EU-Nationen die Abarbeitung der EU-Vorgaben Fortschritte gemacht hat. Maßnahmen zur Abluftreinigung spielen mit zwei Prozent insgesamt nur eine untergeordnete Rolle.

Private Dienstleister legen zu In der Bundesrepublik Deutschland wurden 2002 rund 34 Milliarden Euro für den Umweltschutz ausgegeben. Ziemlich genau die Hälfte davon entfiel auf die privatisierten öffentlichen Unternehmen. Die öffentliche Hand brachte es auf knapp zehn Milliarden, die Industrie auf circa sieben Milliarden Euro. Entnehmen lässt sich dies aus der aktuellen umweltökonomischen Gesamtrechnung (Stand 2005) des Statistischen Bundesamtes.

Ablesen lässt sich hier auch, dass die bundesdeutschen Ausgaben für den Um-weltschutz seit 1994 fast konstant geblieben sind. Deutliche Verschiebungen gab es jedoch bei den Finanziers. Während die Ausgaben des Staates und des Produzierenden Gewerbes in dieser Zeit deutlich um 36 bzw. 19 Prozent gesunken sind, haben die Ausgaben der privatisierten öffentlichen Entsorger um 69 Prozent (oder sieben Milliarden Euro) zugenommen. Dies ist, so das Bundesamt, in erster Linie auf die Verlagerung ehemals rein staatlicher Betriebe hin zu pri-vatwirtschaftlichen Unternehmensformen zurückzuführen. Staat und Entsorger zusammen haben ihre Ausgaben seit 1994 um 1,8 Milliarden Euro gesteigert. Beide geben ihr Geld zu rund 90 Prozent nahezu pari für Maßnahmen im Gewässerschutz und zur Abfallentsorgung aus.

In der Bundesrepublik fallen insgesamt über 366 Millionen Tonnen Abfälle an. Zwei Drittel davon werden - vorwiegend stofflich - verwertet. Zieht man von dieser Gesamtmenge die rund 223 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle sowie die jeweils rund 47 Millionen Tonnen Bergmaterial aus dem Bergbau sowie Industrieabfälle ab, bleiben noch knapp 50 Millionen Tonnen als Siedlungsabfall übrig. Die Verwertungsquote hierfür liegt mittlerweile bei fast 60 Prozent.

Zum Vergleich: In der Europäischen Union insgesamt wird die Gesamt-Abfallmenge auf rund 1,3 Milliarden Tonnen geschätzt. Knapp 200 Millionen Tonnen hiervon sind Siedlungsabfälle. Die Recyclingquote beträgt im Schnitt kaum über 20 Prozent.

Das Recycling von Wertstoffen aus Abfall wurde in der Bundesrepublik seit Anfang der 90er Jahre intensiver vorangetrieben als in den meisten anderen Ländern Europas und der Welt. Ins Leben gerufen wurde in dieser Zeit beispielsweise die Duale System Deutschland AG. Auf privatwirtschaftliche Initiative ursprünglich als gemeinnütziges Unternehmen gegründet, übernahm sie die Organisation der Getrennt-Erfassung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsmaterialien, die zuvor im Hausmüll landeten. Denn es galt, strenge Quotenvorgaben der Verpackungsverordnung für das Recycling und die Verwertung von Stoffen wie Papier/Pappe/Karton, Glas, Kunststoffen; Weißblech, Aluminium oder Verbund-Materialen einzuhalten.

Fast zeitgleich verabschiedete die Bundesregierung die so genannte Technische Anleitung Siedlungsabfall (TASi), 2001 konkretisiert durch die Abfallablage-rungsverordnung. Ihr zufolge darf seit Mitte 2005 kein Siedlungsabfall mehr ohne Vorbehandlung auf Deponien landen.

Von der Abfall- zur Rohstoffwirtschaft Die Ergebnisse dieser abfallpolitischen Maßnahmen sind beispielhaft. Mittlerweile werden über 80 Prozent der Verpackungsabfälle wiederverwertet. Die Recyclingquote bei Behälterglas liegt gar bei mehr als 90 Prozent. Schlusslichter sind die Kunststoffverpackungen mit 55 Prozent Verwertung. Seit 1993 hat sich zudem die getrennte Erfassung von Bioabfällen nahe zu vervierfacht auf jährlich über acht Millionen Tonnen. Rund die Hälfte hiervon wird in über 1.000 Anlagen zu Komposten und Gärrückständen, die als Bodenverbesserer vornehmlich in der Landwirtschaft, dem Landschaftsbau oder in Hobbygärten eingesetzt werden. Und von den in der Bundesrepublik rund 13.000 Tonnen gesammelten Geräte-Batterien werden über drei Viertel wiederverwertet.

In der Tat wird seit Juni 2005 kein Siedlungsabfall mehr ohne vorherige Behandlung deponiert. Um dies zu ermöglichen, hat die bundesdeutsche Abfallwirtschaft in den vergangen zwölf Jahren rund 20 Milliarden Euro in die benötigten Kapazitäten an thermischen und mechanisch-biologischen Anlagen sowie Logistik-Konzepte investiert.

Insgesamt erwirtschaftet die Entsorgungsbranche in der Bundesrepublik mit mehr als 4.000 Unternehmen Jahr für Jahr einen Umsatz von rund 37 Milliarden Euro. Allein der Abfallbereich bringt über 16 Milliarden Euro. Umsatz. Über 13 Milliarden Euro davon entfallen auf die privaten Entsorger.

Trotz aller Erfolge bei der Umsetzung von Verpackungsverordnung und TASi: Die gesamte Branche hat in den kommenden Jahren noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Da wäre zunächst einmal die Etablierung eines reibungslos funk-tionierenden Rücknahme- und Verwertungssystems für Elektro- und Elektronik-Schrott, in Erfüllung einer entsprechenden EU-Richtlinie.

Zudem wird ab Mai 2006 in der Bundesrepublik eine Pfandpflicht für Einweg-Getränke-Verpackungen eingeführt. Auch hier gilt es, neue Rücknahmesysteme zu installieren und Verwertungswege zu ebnen. Und nicht zuletzt befindet sich der Recyclingmarkt für Verpackungen derzeit in einem gravierenden Wandel. Die gemeinnützige DSD AG hat sich Anfang 2005 nämlich auf dringendes Anraten der obersten Kartell-Behörden in Brüssel und Berlin privatwirtschaftlich neu organisiert. Nun konkurrieren mehrere Duale Systeme um den Recyclingmarkt für Verpackungen.

Es ist also viel in Bewegung in der deutschen Entsorgungswirtschaft. In großen Schritten wendet sie sich ab von der bloßen, wenn auch umweltgerechten, Be-seitigung von Abfällen und hin zu einer Rohstoffwirtschaft. Kein Wunder, dass sich das auch auf die Branche selber auswirkt. Zur Bewältigung der derzeitigen grundlegenden Strukturveränderungen ist die Branche dabei, sich zu konsolidie-ren, so der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE). Mit Remondis (vormals Rethmann) und Sulo kristallisieren sich allmählich zwei deutschen Entsorgungsunternehmen heraus, die zu den zehn größten weltweit gehören. Zu den weiteren größeren Mitspielern in der Bundesrepublik zählen beispielsweise Sita Deutschland, Schönmackers, Fehr, Alba, Nehlsen, U-Plus und Tönsmeier.

EU-Vorgaben für Abwasser voll erfüllt Auch die bundesdeutsche Abwasserwirtschaft hat in den letzten Jahren den Großteil ihrer Hausaufgaben gemacht. Rund 95 Prozent der Bevölkerung sind an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Das gesammelte Abwasser wird nahezu vollständig in biologischen Kläranlagen gereinigt, und das zu 95 Prozent sogar in Anlagen, die zusätzlich über eine Reinigungsstufe zur Nähstoff-Elimination verfügen. Damit sind die Vorgaben der EU-Kommunalabwasser-Richtlinie bereits heute erfüllt.

Eine nicht zu unterschätzende Baustelle bleibt jedoch noch. Und die liegt unter der Erde. Nach Angaben der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA, Hennef) sind rund 20 Prozent des öffentlichen Kanalnetzes kurz- bis mittelfristig sanierungsbedürftig. Investitionsbedarf: bis zu 55 Milliarden Euro. Derzeit werden pro Jahr schon rund 1,6 Milliarden Euro in die Kanalsanierung investiert. Um den schleichenden Verfall des unterirdischen Anlagevermögens zu verhindern, müsste nach DWA-Angaben jedoch mindestens doppelt so viel aufgewendet werden.

Der überwiegende Teil der über 10.000 Kläranlagen samt der Kanalnetze wird jedoch - anders als in der Abfallwirtschaft - unter öffentlich rechtlichem Regime betrieben, sei es als kommunaler Eigenbetrieb (43 Prozent), Regiebetrieb (20 Prozent), Anstalt des öffentlichen Rechts (17 Prozent) oder in Form von Zweck- bzw. Wasserverbänden (13 Prozent). Bleiben noch rund acht Prozent für private Betreiber. Allerdings mit steigender Tendenz in den letzten Jahren. Angesichts immer knapper werdender Kassen der öffentlichen Hand ist es eine logische Entwicklung, privatwirtschaftliches Know-how und Kapital nutzbar zu machen.

Export-Weltmeister bei Umwelt-Technologien Nicht nur die bundesdeutschen Leistungen auf den Gebieten der Abfall- und Abwasserentsorgung stehen international auf höchstem Niveau. Auch Anlagen und Geräte für den Umweltschutz 'Made in Germany‘ genießen weltweit einen guten Ruf. Das belegen die aktuellen, dem Umweltbundesamt (UBA, Dessau) vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 2003. Danach hat Deutschland Güter, die potenziell zum Schutz der Umwelt eingesetzt werden können, im Wert von 35 Milliarden US-Dollar (knapp 30 Milliarden Euro) ins Ausland geliefert. Damit erreichen die deutschen Unternehmen einen Welthandelsanteil von knapp 19 Prozent.

Besser noch. Erstmals seit zehn Jahren nehmen sie wieder die Spitzenposition ein, eine Nasenlänge vor der US-amerikanischen Konkurrenz. Dritter ist nach wie vor Japan, allerdings schon mit neun Prozentpunkten Abstand.

Beliebteste Exportgüter sind Geräte der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik mit einem Wert von knapp 15 Milliarden US-Dollar (13 Milliarden Euro), gefolgt von Anlagen für die Wasser- und Abwasserwirtschaft (13 Milliarden US-Dollar/11 Milliarden Euro). Zudem stammen laut UBA auch die meisten Erfindungen in der Umweltschutztechnik aus Deutschland. Mit 23 Prozent aller jährlich beim Europäischen Patentamt angemeldeten Umweltschutzpatente liegt die Bundesrepublik ebenfalls knapp vor den USA (22 Prozent) und Japan (19 Prozent). Ein Grund mehr, die Entsorga-Enteco 2006 vom 24. bis 27. Oktober in Köln zu besuchen, wo das internationale Fachpublikum eine optimale Plattform vorfindet, um die Produkt- und Dienstleistungsinnovationen der beteiligten Branchen zu sichten und zu ordern.

Informationen zur Teilnahme an der Messe, zu Anreise und Unterkunft und Messe-Dienstleistungen vor Ort: Hotline Tel. +49 (0)221/821 3097, Fax +49 (0)221/821 3098, E-Mail entsorga-enteco@koelnmesse.de oder unter www.entsorga-enteco.de.

Weitere Presseinformationen finden Sie unter www.entsorga-enteco.de/presseinformationen. Weitere Informationen zum BDE erhalten Sie unter www.bde-berlin.de. Weitere Informationen zum VDMA erhalten Sie unter www.vdma.org.

Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.