PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 374194 (Knorr-Bremse AG)
  • Knorr-Bremse AG
  • Moosacher Straße 80
  • 80809 München
  • http://www.knorr-bremse.de
  • Ansprechpartner
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Knorr-Bremse auf der IAA Nutzfahrzeuge 2010: Energieeffizienz und Fahrsicherheit

(PresseBox) (München, ) Knorr-Bremse präsentiert auf der 63. Internationalen Automobilausstellung Nutzfahrzeuge vom 23. bis 30. September in Hannover zahlreiche Innovationen, von denen Fahrzeughersteller wie Flottenbetreiber gleichermaßen profitieren (Halle 17, Stand A 30). Im Mittelpunkt stehen dabei Technologien zur Erhöhung der Energieeffizienz und Fahrsicherheit durch Fahrerassistenzsysteme. Den unterschiedlichen Kundensegmenten wie Truck und Bus, Trailer und Achse sowie Aftermarket und Service wird dabei auf dem Messestand jeweils mit verschiedenen Produktinseln Rechnung getragen. Darüber hinaus gibt es ein "Regional Technology Center", in dem auf regionenspezifische Anforderungen an Bremssysteme wie etwa in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) eingegangen wird.

Energieeffizienz und Schadstoffreduzierung

Das Thema Energieeffizienz hat in der Nutzfahrzeugbranche in den letzten Jahren signifikant an Bedeutung gewonnen. Für diese Entwicklung gibt es zwei Gründe. Zum einen haben Klimawandel und zunehmende Naturkatastrophen die Dringlichkeit von energieeffizienten Technologien in das Bewusstsein gerückt. Zum anderen führt auch steigender Kostendruck zu der Forderung nach höherer Energieeffizienz neuer Produkte. Knorr-Bremse misst deswegen der Entwicklung kraftstoffsparender Technologien seit Jahren hohe Priorität bei und präsentiert auch bei der diesjährigen IAA zahlreiche innovative und auf die Marktanforderungen zugeschnittene Lösungen.

Einen beachtlichen Beitrag zur Energieeffizienz und Schadstoffreduzierung leistet die Electronic Air Control (EAC2), die eine Weiterentwicklung des bereits erfolgreich am Markt eingeführten Systems EAC1 ist. Das System kombiniert bewährte Pneumatikkomponenten mit elektronischer Intelligenz und kann dadurch pro Nutzfahrzeug und Jahr bis zu mehrere hundert Liter Kraftstoff einsparen. Im Gegensatz zu konventionellen Systemen, die bei vorhandenem Bedarf unabhängig von der Fahrsituation den erforderlichen Bremsdruck durch den Kompressor aufbauen, steuert EAC2 die Förderphasen des Kompressors nach einem intelligenten Muster: Bei Bergauffahrten oder Überholmanövern schaltet das System den Kompressor in den Leerlauf und entlastet damit den Motor. Im Gegenzug nutzt die Schubphasenregelung vorhandene überschüssige Energie zur Befüllung des Bremssystems - beispielsweise beim Abbremsen oder bei einer Talfahrt. Die intelligente Steuerung in der EAC2 bietet zusätzlich die Möglichkeit der Steuerung des Kompressors mit Kupplung. Diese Entwicklung von Knorr-Bremse trennt oder verbindet Kompressor und Motor je nach Bedarf. Bei einem mit ausreichend Druckluft befüllten Bremssystem kuppelt das System den Kompressor vom Motor ab, sodass dieser nicht einmal mehr die Energie für den Leerlauf des Kompressors aufwenden muss. Bei einer Kombination von Kompressor mit Kupplung und EAC2 lassen sich die einzelnen Einspareffekte hinsichtlich Kraftstoffverbrauch der beiden Komponenten noch verstärken und zugleich reduziert sich der CO2 Ausstoß - und das um bis zu 2,5 Tonnen im Jahr.

Das Ziel der Kraftstoffeinsparung verfolgt auch das Pneumatic Booster System (PBS). Es nutzt die ohnehin im Bremssystem zur Verfügung stehende Druckluft und bläst sie zur kurzzeitigen Leistungssteigerung intelligent dosiert in den Ansaugkrümmer des Motors ein. Bereits nach einer halben Sekunde Aktivität des PBS steht genügend Sauerstoff zur Verfügung, um das "Turboloch" beim Beschleunigen zu eliminieren. Durch diese signifikante Steigerung der transienten Leistung kann man somit früher schalten und eine niedrigere durchschnittliche Motordrehzahl realisieren, ohne Nachteile bei der Fahrleistung in Kauf nehmen zu müssen. Mit diesem sogenannten Downspeeding sind je nach Fahrprofil Kraftstoffeinsparungen zwischen 2 und 4,5 Prozent erreichbar. Darüber hinaus ist durch Einsatz des Systems aber auch ein Downsizing des Motors möglich, da ein mit PBS ausgerüstetes Fahrzeug so beschleunigt, als hätte es einen um 20 bis 30 Prozent vergrößerten Hubraum. Für gleiche Anforderungen könnten Motoren mit geringerer Leistung, weniger Gewicht und niedrigerem Verbrauch eingesetzt werden. Da der Luftbedarf von PBS wesentlich von der Einsatzart abhängig ist, entwickelt Knorr-Bremse ein für Kunden und Fahrzeuge optimiertes Gesamtsystem aus PBS, Kompressor und Luftaufbereitung.

Eine Lösung zur Druckluftbeschaffung bei Hybridfahrzeugen präsentiert Knorr-Bremse auf der IAA mit dem Schraubenkompressor. Anders als bei konventionellen Systemen ist der Schraubenkompressor nicht mit dem Motor verbunden. Er nutzt die elektrische Energie aus den Batterien des Fahrzeugs. Das hat den Vorteil, dass der Einbauort flexibler gewählt werden kann - beispielsweise auf dem Fahrzeugdach oder im Chassis. Weitere Pluspunkte sind die niedrigen Schall- und Schwingungswerte sowie die vibrationsarme und kontinuierliche Verdichtung.

Fahrsicherheit

Fahrerentlastung und Unfallvermeidung sind im Zuge der zunehmenden Verkehrsleistung wichtige Ziele für neue Technologien rund um das Thema Fahrsicherheit. Diesem Thema misst auch die Europäische Kommission hohe Bedeutung bei, indem sie die Reduzierung der Verkehrstoten von 52.200 im Jahr 2000 auf 26.100 im Jahr 2010 als Ziel stellte. Knorr-Bremse trägt mit seinen elektronischen Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen für Nutzfahrzeuge wesentlich zur Fahrzeugstabilisierung und Kollisionsvermeidung bei. Die elektronischen Fahrerassistenzsysteme sorgen zusammen mit den bewährten, zuverlässigen Bremssystemen für deutliche Effekte bei der Unfallvermeidung.

Der maximale Beitrag zur Unfallvermeidung wird durch die vollständige Vernetzung aller Assistenzsysteme untereinander und mit dem Bremssystem erreicht. Ein umfassendes Sicherheitssystem wird von Knorr-Bremse durch die Integration von Funktionen wie z.B. der Koppelkraftregelung (Coupling Force Control, CFC), der Antischlupfregelung (ASR), des Retarderblendings und des elektronischen Stabilitätsprogramms ESP in die aktuellsten Plattformen der Bremssteuerungen EBS und ABS bereitgestellt.

Insbesondere durch die Integration des ESP ist die elektronische Bremssteuerung EBS aktueller denn je: Beginnend ab 2011 schreibt der Gesetzgeber in Westeuropa die Ausrüstung mit ESP für bestimmte Typen von schweren Nutzfahrzeugen vor. Das elektronische Stabilitätsprogramm unterstützt durch aktive Eingriffe in Bremssystem und Motorsteuerung den Fahrer dabei, auch in kritischen Situationen die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten. Durch das gezielte Einbremsen einzelner Räder wird die drohende Umkipp- oder Einknickgefahr abgewendet. Viele Unfälle können dadurch schon im Ansatz verhindert werden. Seit 2009 liefert Knorr-Bremse neben dem ESP für Sattelzüge und Busse auch ESP für Gliederzüge an seine Kunden aus.

Als EBS für Anhänger zeigt Knorr-Bremse die Weiterentwicklung der zweiten Generation des Trailer-EBS TEBS G2.1 auf der IAA Nutzfahrzeuge. Mit der aktuellen Version des Trailer-EBS wird die Produktpalette vervollständigt und abgerundet, zusätzliche Funktionalitäten realisiert und die bereits vielseitige Einsetzbarkeit des Produktes somit erweitert. Insbesondere mit der Funktionalität für die ABS-Konfigurationen von Fahrzeugen mit mehr als drei Achsen steht das Trailer-EBS nun für alle Fahrzeugtypen zur Verfügung.

Eine Kombination des Trailer-EBS mit dem Trailer Roadtrain Modul (TRM) ermöglicht darüber hinaus ein sicheres und schnelles Bremsen von überlangen Nutzfahrzeugen mit Anhängern oder Aufliegern wie "EuroCombi" und Roadtrains. Bei einem 60 Meter langen Schwertransporter mit einem konventionellen pneumatischen Bremssystem stehen 75 Prozent der Bremskraft bei einer Signalübertragung per Druckluft erst nach 1,6 Sekunden zur Verfügung. Durch das TRM in Kombination mit dem Trailer-EBS wird die Ansprechverzögerung durch eine elektronische Signalübertragung signifikant auf weniger als eine Viertelsekunde reduziert. Das TRM kann auch an Fahrzeugkombinationen eingesetzt werden, deren Zugfahrzeug kein elektronisches Bremssystem besitzt. Drucksensoren wandeln in diesem Fall die pneumatischen in elektronische Signale um und geben sie über einen CAN ohne Verzögerung an das Trailer-EBS weiter.

Neben den Anforderungen der unterschiedlichen Kundensegmente stehen bei der Entwicklung von Knorr-Bremse die regionenspezifischen Marktanforderungen und Gegebenheiten im Fokus. Dies wird durch die Präsentation der neuesten Plattform der Bremssteuerung ABS auf der IAA eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit dem ABS bietet Knorr-Bremse eine skalierbare und kostengünstige Lösung, die seit 2006 mit integrierter ESP-Funktion lieferbar ist und technisch exakt auf die regionalen Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden kann. Das äußerst robuste Design der ABS Komponenten ermöglicht insbesondere den Einsatz in den BRIC-Märkten. Auch damit liefert Knorr-Bremse einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit weltweit. Mit integrierter ESP-Funktion trägt die Bremssteuerung zudem der ESP-Gesetzgebung in Europa bereits Rechnung.

Durch Einsatz intelligenter Umfeldsensorik basierend auf moderner Radar- und Videotechnologie werden die Funktionen der Bremssteuerungen EBS und ABS im Bereich der Fahrerassistenzsysteme darüber hinaus deutlich erweitert.

Zwei der wichtigsten neuen Fahrerassistenzsysteme, die auf der IAA präsentiert werden, sind der Notbremsassistent (Autonomous Emergency Brake System, AEBS) und der Spurassistent (Lane Departure Warning, LDW). Der Notbremsassistent unterstützt den Fahrer, drohende Auffahrunfälle, z.B. bei einem Stau auf der Autobahn, zu vermeiden. Ein Radarsensor und eine Videokamera überwachen dabei ständig den vorausfahrenden Verkehr und warnen einen Fahrer bei einer Gefahrensituation zunächst mit einem akustischen Signal. Bei Nichtbeachtung durch den Fahrer erfolgt ein autonomer Bremseingriff, der bis zu einer Vollbremsung des Fahrzeugs führen kann. Der Spurassistent bestimmt mit Hilfe einer Videokamera den Verlauf der Straßenführung. Bei einem unabsichtlichen drohenden Verlassen der Fahrbahn wird der Fahrer durch akustische Signale gewarnt.

Seit Mitte 2009 liefert Knorr-Bremse über seine US-amerikanische Tochter Bendix zudem einen adaptiven Fahrgeschwindigkeitsregler (Adaptive Cruise Control System, ACC) mit aktiver Bremse und Kollisionswarnung in Serie. Durch den Erwerb von Eaton VORAD im Jahr 2009 erlangte Knorr-Bremse die Marktführerschaft bei ACC Systemen in Nordamerika.

Ein weiteres System zur Erhöhung der Sicherheit und Kraftstoffeffizienz im Nutzfahrzeug ist das Reifendruck- und Temperaturüberwachungssystem (Tyre Pressure Monitoring System, TPMS), das Knorr-Bremse durch den Erwerb des kanadischen Marktführers Smarttire seit 2009 anbietet. Das drahtlose Sensoriksystem kann bei beinahe jedem Nutzfahrzeug nachgerüstet werden und ist eine ebenso kostengünstige wie wirksame Möglichkeit, Druck und Temperatur von Reifen an Sattelzugmaschinen, Anhängern, Lkws und Bussen ständig zu überwachen. Der Fahrer kann per Knopfdruck und in Echtzeit den Luftdruck abrufen. Das System warnt, wenn der Reifendruck unter ein bestimmtes Niveau fällt oder die Temperatur des Reifens über 90 Grad Celsius steigt. Neben der Sicherheitsrelevanz trägt TPMS auch wesentlich zur Treibstoffeinsparung bei: Schon ein um 10 Prozent zu geringer Reifendruck hat einen Anstieg des Treibstoffverbrauchs von bis zu 1,5 Prozent zur Folge.

Weltweite Systemkompetenz

Knorr-Bremse bietet zur Erhöhung der Energieeffizienz und Sicherheit weltweit regionenspezifische Lösungen und Innovationen an, die genau auf die Erfordernisse der jeweiligen Märkte und Länder zugeschnitten sind. Zur Veranschaulichung wurde auf dem IAA-Messestand ein Regional Technology Center (RTC) eingerichtet. Gemäß dem Motto "Globale Präsenz ermöglicht lokale Lösungen" hat sich Knorr-Bremse bei der Entwicklung seiner Produkte an den Kundenbedarfen in verschiedenen Ländern orientiert, wo sehr unterschiedliche klimatische Umstände, Infrastrukturen und Verkehrsbedingungen gegeben sind.

Darüber hinaus leistet Knorr-Bremse die lokale Fertigung nahezu des gesamten Produktportfolios in den BRIC-Staaten. Globale Systemkompetenz und eine weltweite Präsenz mit einem weitverzweigten Niederlassungsnetz ermöglichen es Knorr-Bremse dabei, die Gegebenheiten vor Ort zeitnah bei Innovationen zu berücksichtigen.

TERMINHINWEIS:

Am 22. September 2010 um 13:30 Uhr findet am Stand von Knorr-Bremse (Halle 17, Stand A 30) ein Pressegespräch zum Thema "Lösungen zur Kraftstoffeinsparung und Erhöhung der Fahrsicherheit" statt.

Knorr-Bremse AG

Der Knorr-Bremse Konzern ist weltweit der führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Als technologischer Schrittmacher treibt das Unternehmen seit über 100 Jahren maßgeblich Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service moderner Bremssysteme voran. Weitere Produktfelder sind im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge automatische, elektropneumatisch oder elektrisch angetriebene Einstiegssysteme, außerdem Klimaanlagen, Steuerungskomponenten und Scheibenwischer sowie Bahnsteigtüren. Das Produktspektrum des Bereichs Systeme für Nutzfahrzeuge umfasst neben dem kompletten Bremssystem inklusive Fahrerassistenzsystemen Drehschwingungsdämpfer und Lösungen rund um den Antriebsstrang wie das Pneumatic Booster System (PBS) und Getriebesteuerung zur Effizienzverbesserung und Kraftstoffeinsparung.