Elektronische Zollabfertigung: EU-Kommission kürt ETN-Projekt

(PresseBox) ( Bad Homburg, )
Die europäische Zollsoftwareallianz EurTradeNet (ETN) ist von der „Information Society Directorate General“ der EU-Kommission zum Projekt des Monats April benannt worden. Grund: Durch die in mehreren Schritten im Rahmen des eTEN-Programms erfolgende Implementierung werden der länderübergreifende Datenaustausch vereinfacht und vereinheitlicht sowie Zollabfertigungen erleichtert. Das auf einem Ausschreibungsgewinn basierende 18-monatige IT-Förderungsprojekt wird nach Mitteilung der deutschen ETN-Mitbegründerin Kewill CSF GmbH das paneuropäische Zollservice- und Compliance-Portfolio der internationalen Zollsoftwarekooperation nachhaltig ergänzen.

Laut Kewill CSF-Geschäftsführer Wolfgang Schwab fördert das eTEN-Programm der EU die Bereitstellung innovativer, paneuropäischer Dienste von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Interesse. Diese sollten zum wirtschaftlichen EU-Wachstum beitragen und Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung, sozialen Zusammenhalt sowie die Beteiligung aller an der wissensgestützten Wirtschaft erhöhen. Primärziel sei die EU-weite Verbreitung von E-Services unter Leitung des „Information Society Directorate General“.

Die ETN-Group habe sich gegen Projektteams aus ganz Europa durchgesetzt und sei von unabhängigen Expertenausschüssen aufgrund ihres Serviceangebotes, Gemeinschaftswertes, Europa-Fokus und ihrer betrieblichen Zukunftsfähigkeit ausgewählt worden. Schwab: „Um EU-Firmen eine einheitliche, zukunftsfähige Schnittstelle für den Warenverkehr zu bieten, werden wir unsere Servicebausteine während des Projektes weiter verfeinern. Basierend auf dem Message Service Providing (MSP) - ein entgeltlicher Service, der es ermöglicht, von den Zollverwaltungen generierte Nachrichten mit allen Handelspartnern der Supply Chain zu teilen – gewährleistet ETN den einheitlichen Zugriff auf die unterschiedlichen europäischen Zollverfahren.“

Technisch basiere das Netz auf einem XML-Format und Protokollen der ETN-Technical Group, die durch die Kewill CSF in ihrer Rolle als Technical Leader des ETN definiert werden. Diese Unified Interface Data Structure
(UIDS) ermögliche Anwendern den einheitlichen Zugriff auf die IT-Verfahren von zwölf Zollverwaltungen über eine einzige Schnittstelle. UIDS könne in die Unternehmenssoftware integriert werden und ermögliche eine automatische Generierung und Verbreitung von Zollnachrichten. Die Verbindung zu den paneuropäischen ETN-Services ermögliche es Firmen, vom eigenen Unternehmenssystem aus auf verschiedene europäische Zollverwaltungen zuzugreifen. Zollsoftwarespezialist Wolfgang Schwab: „Die Umwandlung in das Landesformat übernimmt der nationale ETN-Partner.“

Derzeit umfasse ETN folgende Länder und Partner: Spanien (Taric), Deutschland/Schweiz (Kewill CSF/DSLV), Polen (SKG-Glowka), Niederlande (Minihouse), Belgien (Dexx), Portugal (Moredata), Slowenien (Trinet), Slowakei (Beset), Litauen (Vilniaus Avilda) und Irland (Icarus). Für die Koordination sei die New Knowledge Network S. A. in Madrid zuständig.

Der Nachrichtenaustausch über das ETN-Netzwerk steht laut Kewill CSF nicht nur den Kunden der involvierten Softwareanbieter, sondern vereinbarungsgemäß allen Interessenten zur Verfügung. Deshalb müssten die jeweiligen Softwarepartner die UIDS-Formate diesen auch zwecks Informationsverarbeitung übermitteln. Zu den geplanten Nachrichtendiensten gehöre das Manifest-Projekt, das im Wesentlichen die deutsche Summarische Zollanmeldung abbilde und für den innerhalb der EU zu erwartenden Pre-Arrival-Advice vorgesehen sei (Vorabanmeldung der Waren zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Ankunft an der EU-Grenze).

Hier werde es in Kürze die Gestellungsmeldung und die Information über die Erledigung in einem Folgeverfahren auf Sendungsebene geben. Im Zuge der EU-weiten Automated Export System (AES)-/Export Control System (ECS)-Einführung wird laut Schwab „für ein neues Zollverfahren erstmals von Beginn an auch die UIDS-Schnittstelle zur Verfügung stehen“.
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