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Pressemitteilung BoxID: 18668 (Kartenhaus Kollektiv Grafische Dienste GmbH)
  • Kartenhaus Kollektiv Grafische Dienste GmbH
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  • Ansprechpartner
  • Joachim Kerschensteiner
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PDF-Lösung zur LKW-Maut vorgeschlagen

Schnelle und kostengünstige Methode zur LKW-Mauterfassung

(PresseBox) (Regensburg, ) Im Februar 2004 haben wir dem Bundesverkehrsministerium einen Vorschlag zur Erweiterung der Mautstreckenerfassung überreicht.

Ziel unseres Vorschlages ist es, in Ergänzung zur geplanten Erfassung der Mautstrecken mittels Telematikgeräten eine weitere Möglichkeit für die Fahrtdatenerfassung zur Verfügung zu stellen, die sich ausschließlich auf schon vorhandene Technik stützt und daher kurzfristig einsatzfähig ist.

Dies ist nach unserer Meinung deshalb sehr wichtig, weil selbst in der vollen Ausbaustufe des derzeitigen Systems nur ca. 500.000 OBUs in LKWs eingebaut werden sollen. Täglich werden aber (nach einer Schätzung des Verkehrsministeriums) ca. 1 Mio. mautpflichtige Fahrzeuge unterwegs sein, sodass folglich die Hälfte der Fahrten über 3.500 Terminals oder über das Web-Interface von Toll Collect gebucht werden müssen. Langwierige Sitzungen am Web-Interface, vor allem in Stoßzeiten mit Traffic-Engpässen, sind vorhersehbar und werden die Disponenten und andere Bucher enorm belasten. Ein Blick auf die Flash-Anwendung, die auf der Web-Site von Toll-Collect eine manuelle Einbuchung von Fahrten ermöglichen soll, macht klar, dass die Grenzen der bisherigen Möglichkeiten für manuelle Einbuchungen sehr schnell erreicht sein werden, abgesehen davon, dass die Anwendung bei einem komplexeren Streckenverlauf gerne abstürzt.

Unser Vorschlag befasst sich daher hauptsächlich mit der Optimierung der manuellen Anmeldemöglichkeiten für Disponenten und LKW-Fahrer. Mit Hilfe von PDF-Formularen, die in der Lage sind, im Offline-Modus Mautstrecken und Mautbeträge schon beim Ausfüllen unmittelbar zu berechnen, können alle mautspezifischen Daten einfach, sicher, schnell, plattformunabhängig und kostengünstig festgestellt und auf elektronischem Weg (via FDF) an den Mautbetreiber übermittelt werden. Für die Berechnung der Mautstrecken konnten wir eine vollständige Entfernungstabelle des bundesdeutschen Autobahnnetzes (ca. 2700 Anschlüsse) als Datenbank in das Formular integrieren. Je nach Ausführung und Komprimierungsgrad erreichen wir dabei Dateigrößen zwischen 3 und max. 5 MB, die wir für einen einmaligen Download durchaus für zumutbar halten, da das Formular, einmal am Rechner vorhanden, beliebig oft verwendet werden kann. Wird das Formular nach dem Ausfüllen übertragen oder archiviert, so beträgt die Dateigröße der FDF-Datei gerade einmal 4 KB.

Durch eine integrierte (auf Wunsch kartengebundene) elektronische Signatur und eine Barcode-Verschlüsselung sind die Formulare rechtsgültig und hochgradig fälschungssicher. Die Verwendung von „Adobe Document Server for Reader Extensions“ ermöglicht das Erteilen von Berechtigungen an die Anwender von Acrobat Reader zum Speichern, Ausfüllen, Kommentieren, Signieren und Versenden von Adobe PDF-Dokumenten sowie die empfängerseitig automatisierte Datenerfassung. Die (verborgenen) Zusatzfunktionen des Readers werden ab Version 5.1ff durch das Formular selbst aktiviert.

Jeder Internetrechner ist als Terminal ohne Zusatzkosten verwendbar, da die zur Anzeige und Bearbeitung der Formulare benötigte Software von Adobe kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt wird. Der Einsatz von PDF-Formularen ist zum bestehenden System hochkompatibel, gleichzeitig äußerst flexibel, extrem sicher und kommt mit sehr geringen Datenmengen aus. Er stellt einen schnellen, unkomplizierten und kostengünstigen Weg zur Datenannahme aus einem großen Benutzerkreis dar. Aufgrund des geringen technischen Aufwands für den Grundausbau kann er in sehr kurzer Zeit realisiert werden.

Für den Fall, dass es zu einer Neuausschreibung des gesamten Systems kommen sollte, stellt unsere Methode als alleinstehende Lösung eine interessante Alternative zum Vignettensystem dar, das im Vergleich zum Mautsystem nur etwa ein Viertel der eingeplanten Mittel erlösen kann.

Durch die Nutzung der XML-Schnittstelle der PDF-Formulare kann eine Automatisierung der Ausfüllvorgänge etwa durch eine Dispositionssoftware erreicht werden. Auch eine mobile Anmeldung über Notebook, Handheld-Computer oder über Pocket–PC aus dem Fahrzeug heraus ist realisierbar. Die Positionsbestimmung kann, aber muss dabei nicht zwingend über GPS erfolgen. Im Gegensatz zu einspurigen Geräte- und Verfahrenslösungen stellt unser System sicher, dass viele verschiedene Software- und Gerätehersteller jeweils ihre spezielle Lösung zu einem Detailproblem entwickeln und verkaufen könnten.

Ähnlich der Entwicklungsgeschichte des Personal Computers wäre in unserer offen ausgelegten Architektur eine beständige Weiterentwicklung des Systems möglich. Da wir in erster Linie einen Übertragungs- und Signaturstandard festlegen würden, könnten zukünftig alle mit dem Thema befassten Dienstleister und Entwickler gleichermaßen am System teilhaben und es damit kontinuierlich ausbauen. Wie steht es denn eigentlich mit dem digitalen Fahrtenschreiber?

Bis heute haben wir noch keine Gelegenheit bekommen, unseren Vorschlag bei Toll-Collect oder im Ministerium persönlich vorzustellen. Während uns DaimlerChrysler Services, Mobility Management GmbH im Auftrag von Toll Collect kurz mitteilte, dass kein Bedarf an der angebotenen Leistung bestehe, warten wir noch auf Nachrichten aus dem Verkehrsministerium.

Die Bundesregierung wäre bei einer zügigen Inkenntnisnahme unserer Anregung nicht dazu gezwungen gewesen, Ende Februar den Vertrag mit Toll - Collect zu verlängern. Das System könnte sich im Grundausbau innerhalb von wenigen Monaten realisieren lassen. Die Mauteinnahmen des ersten Monates würden ausreichen, die technische Umsetzung der Maßnahme vollständig zu finanzieren. Der technische und organisatorische Aufwand für das System ist so gering, dass es möglich wäre, das BAG selbst ohne weitere Ausschreibung sofort mit der Realisation und dem Betrieb zu beauftragen. Eine solche „IT-Insourcing-Aktion“ hätte weitreichende Folgen: In 2004 wären noch ca. 1 Mrd. € an Mauteinnahmen zu realisieren und in der Folge müsste der Staat nicht eine Marge an Toll – Collect (anfänglich weit über 20%) bezahlen. Im Übrigen könnte damit ein fulminanter Startschuss für die weitere Entwicklung von hochqualitativen E-Government-Lösungen ausgelöst werden.

Nicht zu vergessen: Es hätte damit gezeigt werden können, dass der geschickte Einsatz einer simplen IT-Technik oft vielen monopolistischen Geräte- und Systemlösungen von etablierten Marktführern überlegen sein kann.

Eine Bildschirmpräsentation kann heruntergeladen werden unter:
http://www.kartenhauskollektiv.de/Medien/Maut_Bildschirmpraesentation.pdf

Weiteres Material, etwa unser Beispielformular oder eine Druckversion unseres Vorschlags wird auf Anfrage an: info@kartenhauskollektiv.de kostenlos zugestellt.

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