Wirken, Ausrüsten, Trennen, Tragen - Schick in vier Schritten

Mit abgestimmter Wirk- und Ausrüstungstechnologie zu Online-Prozessen für Nahtlos-Artikel

(PresseBox) ( Obertshausen, )
Die heutige Mode ist schick, komfortabel und schnelllebig wie nie zuvor. Auf die hohe Dynamik der Trends reagieren die Hersteller entlang der gesamten Herstellungskette mit der ständigen Weiterentwicklung ihrer Produktionstechnologien. Arbeiten die Unternehmen dabei Hand in Hand, lassen sich die Optimierungseffekte maximieren.

Ein Beispiel für die geschickte Verknüpfung hocheffizienter Fertigungsschritte stellt das Miteinander von KARL MAYER mit der Firma BRÜCKNER Textile Technologies dar. Gegenstand der Kooperation ist die kontinuierliche Ausrüstung von gewirkten Seamless-Artikeln.

Die nahtlosen Teile werden auf einer RDPJ in einem Stück gefertigt und zugleich um gezielt platzierte Spannränder ergänzt. Die zusätzlichen Materialstreifen dienen der Aufnadelung im Spannrahmen für die spätere Fixierung. Damit wird die Veredelung der schlauchförmigen Teile in Breitform möglich – eine Prozessgestaltung mit nahtlosen Übergängen, deren Umsetzung bei einem Ausrüster erfolgreich getestet wurde. Details zu den entsprechenden Arbeiten sind nachfolgend dargestellt.

Schritt 1: Das Wirken

Für die Herstellung konfektionsarmer oder nahtloser Kleidung sind die Modelle der RDPJ- und DJ-Baureihe prädestiniert. Die Raschelmaschinen mit den zwei Nadelbarren zeigen hierbei eine einzigartige Flexibilität. Die Fertigungsmöglichkeiten umfassen
- Röhrenformen mit variablen Durchmessern entlang des Umfangs, beispielsweise als eingearbeitete Körperkonturen für eine perfekte Passform
- gezielt platzierte funktionelle Zonen mit unterschiedlichen Dehnwerten und Maschenweiten, beispielsweise für Shape-Effekte oder Abschlüsse an den Armen, Beinen oder am Rumpf
- direkt eingearbeitete Nähte
- klar umrissene Lochstrukturen im Jacquardstyle neben Glattbereichen
- unterschiedliche Muster in der Front- und Rückseite eines Teils.

Durch technische Features wie Multispeed und innovative Detaillösungen, die die Musterung, die Garnzufuhr und den Warenabzug betreffen, können die Parameter des Stoffs präzise eingestellt und kontrolliert werden.
Für den Test in der Praxis fertigte eine RDPJ 4/2 (Abb. 1) mit der Arbeitsbreite 138“ und mit der Feinheiten E 24 drei Langarm-Shirts in einer Warenbahn. Die Artikelsequenz wurde mit zwei Spannrändern für die spätere Einbindung in den Spannrahmen begrenzt (Abb. 2). Bei der Fertigung kamen ein Coregarn im Jacquard und ein Standardgarn in den Grundbarren zum Einsatz. Daraus ergibt sich eine Zusammensetzung von 81 % PA 6.6 und 19 % Elastan. Der Materialeinsatz bei der Fertigung der Langarm-Shirts mit der RDPJ beträgt:

GB2: PA6.6 dtex 40f34
PJB 3-1: PUE dtex44 + PA6.6 dtex 38f34
PJB 3-2: PUE dtex44 + PA6.6 dtex 38f34
PJB 4-1: PUE dtex44 + PA6.6 dtex 38f34
PJB 4-2: PUE dtex44 + PA6.6 dtex 38f34
GB5: PA6.6 dtex 40f34

Schritt 2: Die Ausrüstung

Zur Umsetzung der Relaxierung und Thermofixierung von konventionellen Seamless-Artikeln und Strümpfen wird üblicherweise die Einzelschlauchausrüstung eingesetzt.
Dabei wird jedes einzelne Stück auf einen speziellen Rahmen aufgezogen und der Fixierung zugeführt. Die entsprechenden Kleinanlagen umfassen einen Trockner, eine Dampfkammer und einen Tunnel zur Heißluftfixierung. Zur Ausrüstung gerade geschnittener Schlauchartikel und Strümpfe stehen jeweils separate technische Ausführungen zur Verfügung. Hinsichtlich der Größe der verfügbaren Arbeitsfelder, der erreichbaren Temperaturen und der Prozesssicherheit ist die Schlauchausrüstung allerdings nicht ideal für den Einsatz elastanhaltiger Maschenwaren geeignet.
Zur Nachbehandlung hochelastischer Artikel hat die Firma BRÜCKNER Textile Technologies hochmoderne Ausrüstungstechnologien im Angebot. Die Breitenausrüstung auf dem Spannrahmen mit der bewährten Prozessführung wurde durch die Einarbeitung von Spannrändern in die Warenbahn nun auch für Artikel im schlauchförmigen Seamless-Style zugänglich gemacht.
So kann direkt an den Wirkprozess eine Vorfixierung angeschlossen werden. Die Vorteile hieraus sind vor allem eine Reduzierung der Bruch-, Falten- und Zieherneigung. Zudem wird das Risiko von Farbabweichungen durch zu hohe Fixiertemperaturen, von Elastizitätsunterschieden und von Breitenschwankungen vermieden.

Die nachfolgenden Prozessstufen umfassen das kontinuierliche Färben im Jet und die anschließende Thermofixierung.
Der eingesetzte Spannrahmen POWER-FRAME VNB (Abb. 3) arbeitet mit einer Siebbandunterstützung für den Support der Ware beim Transport durch die Anlage. Das Band wird zudem vertikal mit kurzen Amplituden bewegt und erzeugt damit einen dezenten Rütteleffekt, der die Ware auflockert und die Krumpfung im Dämpferbereich fördert. Weitere technische Features der Anlagentechnik sind

- ein Intensivdämpfer vor dem Trockner, der in Verbindung mit dem gleichzeitigen Relaxieren der Ware auf dem Transportband zu äußerst geringen Restkrumpfwerten führt
- Trockner mit einer exakt einstellbaren Ober- und Unterluftmenge sowie einer gleichmäßigen Luft- und Temperaturverteilung über die gesamte Länge und Breite der Ware
- kurze Warenwege, speziell am Einlauf der Anlage zur Vermeidung von Längungen und Maschenverschiebungen
- Pyrometermessungen der realen Warentemperatur zur exakten Kontrolle und Reproduzierbarkeit der Fixierzeit und Temperatur
- ein hochwirksames Kühlfeld im Auslauf zum „Einfrieren“ des Warenzustands.

Die Ausstattung der Anlage führt zu einer Ware mit präzisen und reproduzierbaren Dimensionen durch eine optimale Gleichmäßigkeit des Warengewichtes in Länge und Breite. Die Ausrüstungsversuche lieferten minimale Differenzen zwischen den äußeren und mittleren Panels. Die Abweichungen betrugen maximal +/- 1cm. Nach einer anschließenden Wäsche bei 60 °C ergab sich ein maximaler Restkrumpf von 0 bis 5 %.
Zudem konnten aus den Arbeiten generelle Empfehlungen für die Behandlung des Textils abgeleitet werden

- möglichst kurze Warenwege, speziell im Einlauf der Anlage zur Minimierung von Längungen; vorteilhaft sind Unterstützungsantriebe für erforderliche Leitwalzen
- eine dichte Positionierung des Siebbands an der Ein- und Auslaufwalze zur Vermeidung von Durchhängen und damit Längungen der Ware
- ein geringer Abstand der Nadelleisten zum Siebband zur Vermeidung von Maschenverschiebungen und Gewichtsunterschiede insbesondere im Randbereich der Ware.

Schritt 3: Das Heraustrennen der Kleidungsstücke aus der Warenbahn
Schritt 4: Das Tragen

Reaktionen des Marktes auf die gewirkten Seamless-Produkte

Mit ihrem ausgewählten Eigenschaftsprofil setzen die Produkte der RDPJ- und DJ-Baureihe in den Bereichen Netzstrümpfe, Unterwäsche, Oberbekleidung, Medizintextilien und Sportswear Trends. Kollektionen beispielsweise von Cifra, Shiseist, Leonisa, Zerofit oder mash mania überzeugen bereits am Markt. Insbesondere die Möglichkeiten zur Integration funktioneller Zonen mit gezielter Kompression sind für die Hersteller interessant. Konventionelle Wege für die Umsetzung von Bereichen mit unterschiedlichen Dehnwerten in der Ware führen über die Verwendung verschiedener Qualitäten, die aufwändig in komplexen Designs kombiniert werden. Dieses Vorgehen ist mit einem hohen Aufwand für die Materialbeschaffung, Kosten bei der Fertigung und unbequemen Nahtstellen beim Tragen verbunden.
Für positive Bilanzen sorgen die Doppelraschelmaschinen zudem durch eine einzigartige Produktivität. Bei einer Drehzahl von 250 bis 300 rpm lassen sich z. B. mit der RDPJ in E 24 pro Stunde rund 20 Langarm-Shirts, 240 Strumpfhosen oder ca. 55 Shape-Höschen herstellen. Dabei verarbeitet die effiziente Maschine die verschiedensten Garnmaterialien. So können im Jacquardbereich auch unelastische Garne eingesetzt werden und selbst die Vermaschung von blankem Elastan zu unterschiedlichen Strukturen ist möglich.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.