"Ich bereue nichts" am 21.01.2018

(PresseBox) ( Karlsruhe, )
Zum Theaterstück:

Edward Snowden ist ein ehemaliger Soldat und Wachmann, der ohne Hochschulabschluss, nur durch Talent, schnell Karriere bei der CIA machen konnte. Er lebte den amerikanischen Traum. Allerdings stand dem jungen Computerspezialisten bald etwas Entscheidendes im Weg, das sich nicht gut mit seiner Tätigkeit vertrug: sein Gewissen. So stahl und veröffentlichte Edward Snowden 1,7 Millionen Dateien, die
größtenteils geheime Überwachungs- und Spionageprogramme der USA und ihrer Verbündeten betreffen. Seither sind Prism, Tempora und das Kanzlerinnenhandy in der öffentlichen Diskussion – und Edward Snowden auf der Flucht. In Europa wird er als Symbol der Aufklärung und der Emanzipation gefeiert, in seiner Heimat als Hochverräter verachtet.

Enthüllt sich das Internet als Überwachungsmaschine, mit der wir nebenbei Flüge buchen und Bücher bestellen können? Träume und
Leidenschaften sind privat; der Schutz der Privatheit ist Grundprinzip moderner Demokratien im Unterschied zu totalitären Staaten, die ihre Bürger überwachen.

Jan-Christoph Gockel inszenierte in Karlsruhe nach der Möwe zuletzt das NSU-Projekt Rechtsmaterial in Zusammenarbeit mit dem Autor und Dramaturgen Konstantin Küspert. Das Team hat Kontakt zu Publizisten aus dem Umfeld des Whistleblowers aufgenommen und nähert sich
diesem Helden wider Willen mit einem fiktiven Monolog, der seinen Zwiespalt zwischen Patriotismus und Gerechtigkeitssinn behandelt.

Der Darsteller Thomas Halle wurde für seine schauspielerische Leistung in diesem Stück bei der Woche junger Schauspieler in Bensheim mit dem Günther-Rühle-Preis ausgezeichnet.

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