Zensur in der Schule: Fazit zum Tag der Pressefreiheit

(PresseBox) ( Berlin, )
Anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am 3. Mai zieht die Jugendpresse Bilanz: Nach wie vor findet Zensur in deutschen Schulen statt. Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht selbstverständlich. Doch das Auftreten von Schülerzeitungen zeugt vielerorts von einem neuen Selbstbewusstsein.

Meinungsfreiheit ist Menschenrecht - doch nicht in der Schule. Zwar zieht die Jugendpresse Deutschland, die Organisation von mehr als 15.000 jungen Journalisten, die Pressefreiheit für junge Medienmacher grundsätzlich auf einem positiven Weg. Doch erschreckende Einzelfälle gibt es immer wieder.

Deshalb bietet die Organisation ihren Mitgliedern seit einem halben Jahr eine kostenlose Rechtsberatung durch einen Fachanwalt an. Hier können sich verunsicherte junge Schreiber in Rechtsfragen beraten lassen. Im Schnitt gehen jede Woche zwei Anfragen ein. Hierbei arbeitet sie mit der Kanzlei THOMAS RECHTSANWÄLTE aus Berlin zusammen. "Die Fragen reichen von Verständnisfragen zum Bildrecht bis hin zur Zensur durch die Schulleitung", erklärt Sebastian Nikoloff, Mitglied im Bundesvorstand der Jugendpresse Deutschland.

Dabei sieht Nikoloff gerade die Schulen als staatliche Institutionen in besonderer Verantwortung: "Wenn Schulen zensieren, vermitteln sie den Schülerinnen und Schülern ein völlig falsches Bild vom Staat. Statt mündiger Bürgerinnen und Bürger ziehen sie Duckmäuser heran."

In vielen Fällen wenden sich betroffene Redaktionen an die Jugendpresse. "In der Regel zeigen sich Schulen unseren Argumenten zugänglich und erkennen es als Teil ihres Bildungsauftrags an, auch kritische Berichterstattung in Schülerzeitungen zu ermöglichen und zu fördern", so Nikoloff. Mitunter schalten die Behörden jedoch auch auf stur. Dann nehmen Schüler und deren Eltern selten das Risiko einer rechtlichen Auseinandersetzung auf sich. "Gerade in Situationen, wo wir nicht mehr vermitteln können, können wir dank unserer Rechtsberatung mit anwaltlichem Beistand nun konkret weiterhelfen", so Nikoloff. Erst im vergangenen Jahr hatte der Schüler Stephan Albrecht dank der Rechtsberatung der Jugendpresse geklagt und sich gegen die Schulleitung durchgesetzt.

"Besonders bedenklich ist, dass Schülerzeitungsredakteure in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen und bei kritischer Berichterstattung mitunter schlechte Noten befürchten", sagt Nikoloff. Der größte Feind sei daher die Schere im Kopf der Redaktionen, die Kritik schon verhindert, bevor sie zu Papier gebracht wurde. Hier wirkt die Organisation mit bis zu 500 Seminaren und Workshops im Jahr entgegen, auf denen sie Teilnehmern journalistische Standards und ethische Grundlagen vermittelt und zu mehr Mut in der Berichterstattung aufruft.

Dabei könne man feststellen, dass junge Schreiber selbstbewusster werden und das Recht auf ihre Meinung einfordern. "Es ist schön zu sehen, mit wie viel Leidenschaft unsere Mitglieder einfordern, ihre Meinung sagen zu dürfen", so Sebastian Nikoloff. "Denn in diesem gesunden Selbstverständnis der Journalisten von morgen liegt die Zukunft einer Presse, die ihrer Rolle als vierte Macht gerecht wird."
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