Big Data: 82 % der Jobs entstehen in 2 % der deutschen Unternehmen

Joblift untersucht den Status Quo im Umgang mit Massendaten in Deutschland

(PresseBox) ( Hamburg / Berlin, )
Rund 500 Unternehmer diskutieren diese Woche auf dem G20-Jungunternehmergipfel aktuelle Chancen und Hürden von Big Data. Aus diesem Anlass widmete sich die Metajobsuchmaschine Joblift dem Stellenmarkt im Bereich Big Data, um ihrerseits mehr über den Umgang deutscher Unternehmen mit der wachsenden Datenflut zu erfahren. So stellt sich unter anderem heraus, dass Großkonzerne mehr als die Hälfte aller Datenanalysten rekrutieren, die monatlich ausgeschriebenen Stellen von mittelständischen Unternehmen jedoch rund doppelt so stark zunehmen. Zudem unterstreicht die Analyse zwei zentrale Hindernisse in der Nutzung großer Datenmengen: Datenschutz findet vergleichsweise wenig Beachtung und der Einsatz veralteter Datenbanken ist weiterhin stark verbreitet.

Big Data-Jobs entstehen und wachsen am stärksten in der IKT-Branche
Zunächst nahm Joblift eine Branchenzuordnung der 36.957 Jobanzeigen, die in den vergangenen 24 Monaten im Big Data-Umfeld veröffentlicht wurden, vor. Wenig überraschend schrieb die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) mit 16 % die meisten Stellen aus, gefolgt von der Industrie mit 12 % der Ausschreibungen. Auf den Plätzen drei bis fünf schließen sich der Handel mit 11 %, das Finanz- und Versicherungswesen mit 9 % sowie die Medienbranche mit 2 % der Jobanzeigen an. Was das Wachstum der Stellenanzeigen angeht, so machte sich dieses am deutlichsten in der Medien- und IKT-Branche bemerkbar: Hier nahmen die Anzeigen um durchschnittlich 6 % jeden Monat zu, wohingegen sie in Industrie um 5 % und im Handels- sowie Finanzsektor um lediglich 3 % anstiegen.

Rund die Hälfte aller Stellen entstehen in Großkonzernen, im Mittelstand nehmen sie jedoch mehr als doppelt so stark zu
Eine Analyse der Unternehmensgrößen zeigt auf, dass Großkonzerne bei der Rekrutierung von Big Data-Experten die Nase vorne haben: 52 % der ausschreibenden Firmen zählen mehr als 1.000 Mitarbeiter. Dementgegen veröffentlichten Organisationen mit bis zu 49 Angestellten nur 18 % der Stellen, obwohl diese laut Statistischem Bundesamt rund 98 % aller deutschen Betriebe ausmachen. Dennoch scheinen kleine und mittelständische Firmen verstärkt nachzurüsten, was den Umgang mit großen Datenmengen angeht. So stiegen die Jobausschreibungen bei Firmen bis 49 Mitarbeitern um durchschnittlich 4 % jeden Monat an, während sie in Konzernen ab 1.000 Mitarbeitern um 3 % wuchsen. Am stärksten ziehen jedoch Unternehmen mittlerer Größe mit 50 bis 200 Mitarbeitern nach – obwohl diese in den letzten zwei Jahren nur 15 % der Stellen ausschrieben, betrug das Stellenwachstum hier 7 %.

Der Energiesektor stellt rund 30-mal mehr Datenschutzbeauftragte im Big Data-Umfeld ein als der Handel
Zu den Hemmschuhen der intelligenten Nutzung von Daten werden hierzulande häufig Einschränkungen genannt, die mit dem Datenschutz zusammenhängen. Experten empfehlen in diesem Zusammenhang dessen frühzeitige Integration in Hinblick auf Big Data. Dementsprechend analysierte Joblift die im untersuchten Zeitraum ausgeschriebenen Datenschutzjobs für den Bereich Big Data. So kamen auf die knapp 37.000 Stellen für Datenanalysten lediglich 245 Datenschutzbeauftragte. Während der Handel nur einen Datenschutzbeauftragten auf 724 Big Data-Experten einstellte, betrug dieses Verhältnis in der Industrie eins zu 380, in der IKT eins zu 265, in der Finanzindustrie eins zu 216 sowie in der Medienbranche eins zu 178. Den stärksten Fokus auf Datensicherheit legt jedoch die Energiebranche: Sie schrieb insgesamt zwar nur 121 Stellen für Big Data-Spezialisten aus, allerdings auch fünf im Bereich Datenschutz, was ein Verhältnis von eins zu 24 darstellt.

Mehr als ein Drittel der Anzeigen fordert Kenntnisse klassischer Datenbankmodelle
Eine zweite wesentliche Herausforderung besteht im Gebrauch relationaler Datenbanksysteme, die es nicht erlauben, die verfügbaren Datenmengen ausreichend auszuwerten. In der Tat zeigt die Analyse noch keine Abkehr von relationalen Datenbanken auf, die dem Vorwurf eingeschränkter Skalierbarkeit ausgesetzt sind: 14.182 Stellenanzeigen, also 38 % aller Big Data-Ausschreibungen, verlangen Kenntnisse im Umgang mit relationalen Datenbanken wie SQL. Demgegenüber stehen 7.868 Vakanzen (21 % der Anzeigen), die auch beziehungsweise ausschließlich Erfahrungen im Umgang mit nicht relationalen Datenbanksystemen fordern. Man kann also davon ausgehen, dass viele Unternehmen noch mit althergebrachten, weniger geeigneten Datenbanktechnologien arbeiten.

 

 
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