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Pressemitteilung BoxID: 594682 (ISS International Business School of Service Management)
  • ISS International Business School of Service Management
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Dienstleistungsforschung mit der Praxis für die Praxis

(PresseBox) (Hamburg, ) In BMBF-Verbundprojekt PROMIDIS[1] erforschen vier wissenschaftliche Projektpartner mit Unterstützung von zwei Wirtschaftsverbänden und zwei Praxispartnern aus der produzierenden Industrie Methoden zur Messung der Produktivität industrieller Dienstleistungen / Für den Praxistransfer werden jetzt weitere KMU eingebunden, die industrielle Dienstleistungen als Kerngeschäft erbringen / Mit Experteninterviews und durch Fallstudien ermitteln die Wissenschaftler den tatsächlichen Bedarf und die Erwartungshaltung der industriellen Dienstleister sowie ihrer Kunden / Ziel ist die Entwicklung von praxistauglichen (Software-)Werkzeugen für die Produktivitätssteuerung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)

In der Produktion von Investitionsgütern und Handelswaren ist die Nutzung von Methoden und Werkzeugen zur Messung von Produktivitätskennzahlen und die daraus abgeleitete Produktionssteuerung ein gängiges Verfahren. Für die Dienstleistungswirtschaft fehlen solche Instrumente noch. Partner aus der Wissenschaft, von Wirtschaftsverbänden und aus der produzierenden Industrie wollen Abhilfe schaffen. In dem im Oktober 2012 gestarteten und auf drei Jahre angelegten Verbundprojekt PROMIDIS "Produktivitätsmanagement für industrielle Dienstleistungen stärken" erforschen sie die Messung, Bewertung und Verbesserung der Produktivität für industrielle Dienstleistungen. Die Forscher arbeiten an der Konzeption, Entwicklung und Erprobung von Methoden und Instrumenten, die später in der Form von Softwarewerkzeugen zur Verfügung gestellt werden. Speziell für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) soll es damit relativ einfach möglich werden, die Produktivität ihrer Dienstleistungen zu messen und zu steuern. Die Projektpartner streben beispielsweise die Entwicklung eines Produktivitäts-Cockpits an, mit dem man anhand vorliegender Zahlen und Fakten aus dem Betrieb verschiedene Szenarien der Dienstleistungserbringung konfigurieren und simulieren kann. Szenarien für Geschäftsmodelle und Abläufe können somit unter verschiedenen Blickwinkeln und anhand von Prognosen für den realen Einsatz getestet und bewertet werden.

Um die Forschungsansätze und -erkenntnisse frühzeitig in die betriebliche Wirklichkeit zu übertragen und dort zu erproben, läuft seit kurzem die Auswahl von geeigneten KMU, die industrielle Dienstleistungen als Kerngeschäft erbringen, mit dem Ziel diese als Anwendungspartner in die PROMIDIS-Forschungsarbeit einzubinden. Sie stellen reale Anwendungsszenarien aus ihrem Betrieb als Fallstudien für den Praxistransfer und die Erprobung zur Verfügung. Ergänzend zu den Fallstudien werden Experteninterviews durchgeführt, mit denen die PROMIDIS-Forscher bedeutende Mess- und Steuerungsmethoden der Dienstleistungsproduktivität ermitteln. Diese Untersuchungen werden federführend vom Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (Prof. Dr. Jens Hogreve) durchgeführt. Sie sollen wichtige Erkenntnisse liefern, was in der Praxis tatsächlich gebraucht wird, um die Ressourceneffizienz zu verbessern, ohne dabei die Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit zu verschlechtern.

Die Erkenntnisse aus den Forschungsarbeiten aller Projektpartner werden zusammengeführt und fließen in die Konzeption und Entwicklung von Methoden und Instrumenten ein, die künftig eine Messung, Bewertung und Verbesserung der Dienstleistungsproduktivität für KMU ermöglichen. Den Unternehmen wird dadurch geholfen, die Dienstleistungsqualität bei gleichzeitig bestmöglicher Ressourcennutzung kontinuierlich zu verbessern. Ansatzpunkte sind dabei nicht nur die operationale Produktivität durch beispielsweise eine optimale Maschinenauslastung oder die Erhöhung von Durchlaufgeschwindigkeiten, sondern vor allem auch die Einbeziehung der für den Erfolg von Dienstleistungen ausschlaggebenden, heute aber noch sehr schwer messbaren sogenannten Kundenproduktivität, die sich in den Faktoren Kundenzufriedenheit und Dienstleistungswahrnehmung durch den Kunden erfassen lässt. Kunden bringen zunehmend eigene Ressourcen in einen interaktiven Wertschöpfungsprozess mit ein. Ein systemischer Ansatz soll helfen, die Einflüsse zwischen den Akteuren aufzuzeigen und besser zu verstehen.

Das ISM Institute of Service Management gGmbH Hamburg an der International Business School of Service Management koordiniert das BMBF-Verbundprojekt PROMIDIS und bringt selbst vor allem eine Erfassung und Auswertung des aktuellen Stands der Technik ins Projekt ein. Projektleiter Prof. Dr. Peter Weiß, der an der ISS auf dem Gebiet Service Operations Management lehrt und forscht, sieht in praxistauglichen Mess- und Steuerungsinstrumenten nicht nur großes Potential zur Stärkung der Dienstleistungsproduktivität. Er betrachtet sie auch als Werkzeuge für die Erschließung neuer Geschäftsfelder: "Mit den modernen Maschinen, Geräten und Apparaten stehen immer mehr Sensordaten zur Verfügung, fast immer sogar automatisch bzw. fernabrufbar. Auf solchen Daten lassen sich neue Dienstleistungen für Kunden entwickeln, die über die bisherigen Dienstleistungen wie Ersatzteile, Wartung und Pflege hinausgehen. Der Kundenprozess muss zukünftig in den Mittelpunkt der Betrachtungen rücken, darauf aufbauend, lassen sich dann ganz neue Geschäftslogiken und -felder identifizieren, beispielsweise die Produktivitätsbewertung und -steuerung des Kundenprozesses als Dienstleistung", erklärt Weiß.

Neben dem ISM und der KU Eichstätt-Ingolstadt sind das RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft e.V. Kompetenzzentrum Eschborn und die DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. Frankfurt/M Forschungspartner und führen selbst Teilprojekte im Rahmen von PROMIDIS durch. Die AFSMI German Chapter e.V., Wiesbaden sowie der Industrieverband SPECTARIS e.V., Berlin engagieren sich als Valuepartner und unterstützen das Projekt als Verbände, die Ergebnisse an die von ihnen vertretene Wirtschaft zu verbreiten.

PROMIDIS ist Mitglied der strategischen Partnerschaft „Produktivität von Dienstleistungen“, die eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nach dem Modell einer Public-Private-Partnership ist. Sie verfolgt die übergreifende Verknüpfung von Fragen der Dienstleistungsproduktivität mit zentralen Fragen des Innovationsmanagements für Dienstleistungen sowie das Vorantreiben der forschungspolitischen Diskussion zur Produktivität von Dienstleistungen. Sie hat das Ziel, der inhaltlichen Weiterentwicklung des gesamten Forschungs- und Entwicklungs- (FuE-) Bereichs der Produktivität von Dienstleistungen.

Weitere Informationen:
http://www.promidis.de
http://www.iss-hamburg.de
http://www.pt-dlr.de/
http://www.service-productivity.de

[1] PROMIDIS - „Produktivitätsmanagement für industrielle Dienstleistungen stärken“

ISS International Business School of Service Management

Die ISS Hamburg ist eine staatlich anerkannte private Hochschule. Alle B.A.-, M.A.- und MBA-Studiengänge sind von der FIBAA gemäß den Qualitätsanforderungen des deutschen Akkreditierungsrates offiziell akkreditiert. Die flexiblen Studienprogramme der ISS sind an die modernen Ansprüche von Berufstätigen angepasst und lassen sich in alle zeitlichen Budgets integrieren. Neben dem kompakten Studienverlauf und der individuellen Betreuung aller Studierenden charakterisieren kleine Lerngruppen, die Vielzahl an Praxisprojekten sowie der stetige Wissenstransfer aus aktuellen Forschungsprojekten die ISS Hamburg.