Alfred-Hauptmann-Preis 2019 für Epilepsieforschung an Wissenschaftler von IQVIA und Uniklinik Erlangen vergeben

Gemeinsamer Preis der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Epileptologie und Schweizerischen Epilepsie-Liga für beste wissenschaftliche Arbeit aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der Epileptologie

(PresseBox) ( Frankfurt, )
Medikamentenwechsel, auch bei identischen Wirkstoffen, erhöhen bei Epilepsie-Patienten das Risiko eines Anfalls um über 30 %. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die von IQVIA-Forscher Prof. Dr. Karel Kostev zusammen mit Prof. Dr. Hajo M. Hamer und Dr. Johannes Lang vom Universitätsklinikum Nürnberg publiziert wurde und für welche die Wissenschaftler nun den Alfred‐Hauptmann‐Preis 2019 verliehen bekamen. Diese Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Deutschen und Österreichischen Gesellschaft für Epileptologie gemeinsam mit der Schweizerischen Epilepsie‐Liga für die beste wissenschaftliche Arbeit aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der Epileptologie vergeben.

Epilepsie ist die häufigste neurologische Erkrankung. In Deutschland sind etwa eine halbe Million Menschen betroffen.[1] Die medikamentöse Therapie mit Antiepileptika zielt auf Anfallsfreiheit bei guter Verträglichkeit ab.[2] In einer Studie untersuchten Wissenschaftler von IQVIA und dem Universitätsklinikum Erlangen, ob der Wechsel von Substanzen, wie er z.B. im Rahmen von Rabattverträgen erfolgt, Effekte auf die Anfallsfreiheit hat. Das Ergebnis: Sowohl beim Wechsel des gleichen Wirkstoffs etwa auf ein anderes generisches Medikament als auch beim Umstieg von einem Original auf ein Generikum oder umgekehrt erhöht sich das Risiko für einen Anfall um über 30 %.

Zugrunde gelegt waren der Untersuchung anonymisierte Behandlungsinformationen auf Basis der retrospektiven Datenbank IMS® Disease Analyzer, die ein Abbild der Versorgung in der Alltagspraxis, sog. „Real-World Evidence“, ermöglicht.[3] In die Auswertung waren insgesamt 3.530 Patienten mit Epilepsie-Diagnose aus neurologischen Praxen in Deutschland einbezogen, die zwischen 2011 und 2016 behandelt wurden und in eine Studien- sowie eine Kontrollgruppe aufgeteilt waren.

Die Studie impliziert klare Handlungsempfehlungen unter anderem dahingehend, dass eine Umstellung antiepileptischer Medikamente bei anfallsfreien Patienten zu deren Wohl vermieden werden sollte. Dazu Prof. Dr. Karel Kostev, wissenschaftlicher Forschungsleiter bei IQVIA: „Unter Umständen geringeren Kosten für Medikamente steht bei deren Wechsel die Gefahr höherer Kosten für das Gesundheitssystem gegenüber, wenn es zu Anfällen kommt. Gleichermaßen wird dadurch auch die Lebensqualität der Patienten erheblich eingeschränkt. Werden diese Ergebnisse aus der Versorgungsforschung zur Kenntnis genommen und in der Praxis berücksichtigt, können sie entscheidend zu einer Verbesserung der Behandlung von Patienten mit Epilepsie beitragen“. 

Für die Studie erhielten die Autoren Prof. Dr. Hajo M. Hamer und Dr. Johannes Lang (Erlangen) sowie Prof. Dr. Karel Kostev (Frankfurt) im Mai d.J. in Basel den Alfred-Hauptmann-Preis 2019 verliehen. Diese Auszeichnung vergibt die Deutsche und die Österreichische Gesellschaft für Epileptologie gemeinsam mit der Schweizerischen Epilepsie‐Liga alle zwei Jahre für die beste wissenschaftliche Arbeit aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der Epileptologie.

Der Preis ist nach dem deutschen Neurologen Alfred Hauptmann benannt, der 1912 die antikonvulsive Wirkung von Phenobarbital entdeckte.

Publikation:

Johannes D. Lang, Karel Kostev, Hajo M. Hamer et al. Switching the manufacturer of antiepileptic drugs is associated with higher risk of seizures: A nationwide study of prescription data in Germany. Ann Neurol 2018;84:918–925. https://doi.org/10.1002/ana.25353

[1] Quelle: https://www.epilepsie-vereinigung.de/epilepsie/krankheitsbild/haufigkeit/, zuletzt abgerufen am 16.05.2019

[2] Quelle: https://www.netdoktor.at/therapie/antiepileptika-6166394, zuletzt abgerufen am 16.05.2019

[3] IMS® Disease Analyzer ist eine Datenbank von IQVIA, die anonymisierte Therapie- und Behandlungsverläufe zeigt. Dadurch lassen sich Krankheits- und Therapieverläufe über viele Jahre darstellen. IMS® Disease Analyzer beruht auf einer repräsentativen Stichprobe von mehr als 2.500 niedergelassenen Ärzten in der Bundesrepublik Deutschland, die mit EDV-Systemen ausgestattet sind.
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