EZB flutet Banken mit Liquidität

Der Interhyp-Zinskommentar vom 26. Juni 2009 von Robert Haselsteiner - Gründer und Vorstand der Interhyp AG

München, (PresseBox) - Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) vor einigen Wochen angekündigt hatte, dass sie den europäischen Banken zum ersten Mal Liquidität zu dem Leitzinsniveau von 1% für einen Zeitraum von 12 Monaten anbieten würde, hat sie diese Woche die Rekordsumme von 440 Mrd. Euro ins Bankensystem gepumpt. Damit haben die Banken jetzt für ein ganzes Jahr Mittel zu einem historisch tiefen Zins zur Verfügung und sind von der EZB und der Politik angehalten, diese Liquidität auch in Form von Krediten anzubieten. Mit diesem Schritt hat die EZB aber ein Signal gesetzt, dass sie die Leitzinsen für die nächsten Quartale bei 1,0% oder darunter halten möchte. Zudem versucht sie damit natürlich, die Zinsen mit langen Laufzeiten zu beeinflussen und nach unten zu bewegen. Diese waren zuletzt sehr deutlich angestiegen. Inwieweit dies gelingen kann, hängt aber viel mehr von den Konjunktur- und Inflationserwartungen der Investoren am Anleihemarkt ab. Derzeit überwiegen die Erwartungen einer Stabilisierung der Konjunktur auf dem neuen tieferen Niveau und die Angst vor mittelfristig höheren Inflationszahlen, die mit der drastischen Ausweitung der Staatsverschuldung weltweit begründet wird. Dazu kommt ein enormes Angebot an neuen Staatsanleihen, die wöchentlich auf den Markt gebracht werden und für welche die Käufer eine höhere Risikoprämie verlangen. Solange die Investorenstimmung positiv bleibt, sieht Interhyp den Zinsrückgang der letzten Woche nicht als einen Trendwechsel, sondern als eine Zwischenkorrektur in einer noch immer bestehenden Aufwärtstendenz. Interhyp rechnet daher für die nächste Woche mit etwas tieferen Konditionen bei einzelnen Banken, erwartet allerdings danach wieder einen Anstieg bei den längeren Laufzeiten.

Baufinanzierungskunden sollten daher die nächsten Tage konsequent nutzen und die Konditionen festzurren. Gerade mit 10- oder 15-jährigen Zinsbindungen kann man für hohe Kalkulationssicherheit sorgen. Auch Kombinationen von 5- und 15-jährigen Zinsbindungen können sinnvoll sein. Wenn man von der derzeit steilen Zinskurve profitieren möchte, bieten sich Kombinationen mit 5-jährigen Laufzeiten an oder sogenannte 50/50 Kombi-Darlehen, die von den niedrigen Geldmarktzinsen profitieren. Dabei kann die Sicherheit einer Festzins-Tranche, z.B. mit einer Zinsbindung von 10 oder 15 Jahren, mit den tiefen Zinsen einer EURIBOR-Tranche kombiniert werden. Damit verringern sich die monatlichen Belastungen deutlich und weitere Leitzinssenkungen werden durch die quartalsweise Anpassung der variablen Tranche direkt zu besseren Konditionen führen. Die variable Tranche kann aber auch zukünftig in ein Festzinsdarlehen gewandelt werden, so dass später Zinssicherheit erreicht wird. Zum Zinsanpassungstermin kann die variable Tranche zudem teilweise oder ganz getilgt werden. Damit entsteht große Flexibilität. Ebenso gefragt sind derzeit sogenannte Volltilger-Darlehen, die einen durchgehenden Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung bieten. Die höhere festgelegte Tilgung führt dabei aufgrund der steilen Zinskurve zu Konditionsvorteilen. Der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung erscheint gerade in diesen unsicheren Zeiten die beste und sicherste Anlage des Eigenkapitals zu sein und noch dazu die langfristig attraktivste Altersvorsorge. Die Baufinanzierungsexperten der Interhyp empfehlen daher in dieser Phase eher mehr Eigenkapital einzusetzen und auch höhere Tilgungen zu vereinbaren, da das Besparen der eigenen Immobilie im Gegensatz zu vielen Anlageformen hohe Kalkulationssicherheit bietet.

Tendenz
kurzfristig: abwärts
mittelfristig: aufwärts

Die Bestsätze bei Annuitätendarlehen für fünf Jahre liegen derzeit bei 3,35%, für zehn Jahre bei 4,25%, für 15 Jahre bei 4,45%, für 20 Jahre bei 4,71% und für 25 Jahre bei 4,92% effektiv.

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