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Pressemitteilung BoxID: 870520 (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH))
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Konjunktur aktuell: Deutsche Wirtschaft legt kräftig zu

(PresseBox) (Halle (Saale), ) Im Sommer 2017 befindet sich die Weltwirtschaft im Aufschwung. „Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte nach vorliegender Prognose im Jahr 2017 wie schon im Vorjahr mit 1,9% und im Jahr 2018 mit 2,0% expandieren“, prognostiziert Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirt­schaftsforschung Halle (IWH). Die öffentlichen Haushalte erzielen dabei weiter zunehmende Überschüsse. Der Zuwachs der Produktion in Ost­deutschland dürfte im Prognosezeitraum (wie schon in den vergange­nen drei Jahren) etwas über dem in Westdeutschland liegen.

Im Sommer 2017 ist die konjunkturelle Dynamik in der Welt recht hoch. Die Produktion stieg im zweiten Quartal in den USA, China und Japan deutlich schneller als zu Jahresanfang, und im Euroraum legte das Bruttoinlandspro­dukt noch etwas kräftiger als in den vergangenen Quartalen zu. Weil Preise und Löhne trotz der kräftigen Nachfrage nach wie vor zumeist nur moderat zulegen, dürfte die Geldpolitik die Konjunktur in den fortgeschrittenen Volks­wirtschaften auch im Jahr 2018 weiter stimulieren. Bei Unternehmensbefra­gungen gemessene Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass die Welt­konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2017 kräftig bleiben, aber nicht noch weiter an Schwung gewinnen wird. Geopolitische Risiken könnten die inter­nationale Konjunktur belasten.

Die deutsche Wirtschaft ist nun schon seit dem Sommerhalbjahr 2013 im Auf­schwung. Weil die Produktionskapazitäten wohl bereits etwas überausgelastet sind, steigen die Preise hierzulande etwas beschleunigt. Zudem hat der Euro seit Jahresbeginn deutlich aufgewertet, auch als Folge der guten wirtschaft­lichen Entwicklung im Euroraum insgesamt. Auf Dauer wird die Verteuerung deutscher Produkte die Dynamik des Aufschwungs in Deutschland verlang­samen und der Überauslastung entgegenwirken. Allerdings hat die deutsche Konjunktur im ersten Halbjahr 2017 sogar noch etwas angezogen. Das Brutto­inlandsprodukt dürfte nach vorliegender Prognose im Jahr 2017 wie schon im Vorjahr mit 1,9% und im Jahr 2018 mit 2,0% expandieren. Die öffentlichen Haushalte erzielen dabei weiter zunehmende Überschüsse. Der Zuwachs der Produktion in Ostdeutschland dürfte (wie schon in den vergangenen drei Jah­ren) etwas über dem in Westdeutschland liegen.

Die Langfassung der Prognose (Konjunktur aktuell: Deutsche Wirtschaft legt kräftig zu) enthält fünf Kästen:

Kasten 1: Annahmen und Prognosen bezüglich der Rahmenbedingungen

Kasten 2: Zur Schätzung des Produktionspotenzials und des Auslastungs­grads der deutschen Wirtschaft

Kasten 3: Zum Einfluss der Fluchtmigration auf den deutschen Arbeits­markt

Kasten 4: Das IWH-Prognose-Modell für das Bruttoinlandsprodukt in Ostdeutschland zur Schätzung des Produktionspotenzials

Kasten 5: Zur jüngsten Datenrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamt­rechnungen
 

Langfassung:
Brautzsch, Hans-Ulrich; Claudio, Joao Carlos; Drygalla, Andrej; Exß, Franziska; Hei­nisch, Katja; Holtemöller, Oliver; Kämpfe, Martina; Kiesel, Konstantin; Lindner, Axel; Scherer, Jan-Christopher; Schultz, Birgit; Wieschemeyer, Matthias; Zeddies, Götz: Konjunktur aktuell: Deutsche Wirtschaft legt kräftig zu. Konjunktur aktuell, Jg. 5 (4), 2017. Halle (Saale) 2017.

Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Die Aufgaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung und wirtschaftspolitische Beratung auf wissenschaftlicher Basis. Das IWH betreibt evidenzbasierte Forschung durch eine enge Verknüpfung theoretischer und empirischer Methoden. Dabei stehen wirtschaftliche Aufholprozesse und die Rolle des Finanzsystems bei der (Re-)Allokation der Produktionsfaktoren sowie für die Förderung von Produktivität und Innovationen im Mittelpunkt. Das Institut ist unter anderem Mitglied der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, die halbjährlich Gutachten zur Lage der Wirtschaft in der Welt und in Deutschland für die Bundesregierung erstellt.

Das IWH ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbstständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Weitere Informationen unter www.leibniz-gemeinschaft.de.