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Pressemitteilung BoxID: 683013 (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH))
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IWH-Konjunkturbarometer Ostdeutschland: Ostdeutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn mit Wachstumsschub

(PresseBox) (Halle (Saale), ) Nach der Stagnation der Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr hat die Konjunktur auch in Ostdeutschland zu Beginn dieses Jahres kräftig Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg - saisonbereinigt nach dem Berliner Verfahren - um 1,2% und damit doppelt so stark wie in den Alten Bundesländern (0,6%). Wachstums­treiber waren das Verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe. Hier sind vor allem die deutschlandweiten Impulse wirksam geworden, die von den deut­lich erhöhten Inve­sti­tionen in Ausrüstungen und Bauten herrühren.

Die Industriekonjunktur in Ostdeutschland bietet allerdings kein einheitliches Bild. Während die Hersteller industrieller Investitionsgüter und in deren Gefolge auch die Er­zeuger von Vorleistungsgütern an der Kräftigung des Aufschwungs teilhaben, ist die Produktion von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern gesunken. Auch die Ge­winnung von Kohle und Energie gab nach, die milden Wintermonate dämpften hier die Nachfrage. Die Her­steller von Investitions- und von Vorleistungsgütern profi­tierten nicht nur von der guten Konjunktur im Inland, sondern auch von der hohen Nachfrage auf ihren Märkten im Ausland. Während die Erzeuger von Vorprodukten bereits das dritte Quartal nacheinander ihre Umsätze im Ausland steigern konnten, fehlt es bei Inve­stitions­gütern noch an Kontinuität. Auf ein deutliches Minus im Schlussquartal folgte ein noch kräftigeres Plus zu Jahresbeginn. Insgesamt stieg die industrielle Wert­schöp­fung in den Neuen Bundesländern im ersten Quartal um gut zwei Prozent.

Das ostdeutsche Baugewerbe partizipiert in hohem Maße am Anziehen der deutsch­land­­weiten Investitionskonjunktur. Es ist äußerst schwungvoll in das Jahr 2014 ge­startet. Dank der günstigen Witterung konnten Arbeiten vorgezogen werden, die ur­sprüng­lich für später geplant waren. Mit reichlich sechs Prozent wurde das bereits hohe Produktionsniveau vom vierten Quartal deutlich übertroffen. Das Ver­kehrs­gewerbe, der Bereich Information und Kommunikation sowie die Unterneh­mens­dienst­­leister wurden vom florierenden Geschäft der Industrie- und der Bau­unter­nehmen kräftig mitgezogen. Der Beitrag der öffentlichen Dienstleister zur Wertschöpfung stagnierte.

Für das zweite Quartal 2014 deuten die vorlaufenden Konjunkturindikatoren insge­samt auf eine moderatere Gangart hin. Die witterungsbedingten Sondereffekte beim Bau und seinen Zulieferzweigen entfallen, sodass in diesem Bereich vorübergehend mit einem leichten Rückgang zu rechnen ist. Allerdings sehen die Unternehmen laut Bauumfrage des IWH ihre zukünftigen Geschäfte weiterhin in einem äußerst posi­tiven Licht. Im Verarbeitenden Gewerbe dürfte der Aufschwung seine Basis verbrei­tern und auf die Konsumgüterproduzenten übergreifen. Die Investitionsgüterher­steller bleiben auf Expansionskurs. Die Reichweite der Auftragsbestände zeigt laut Verbandsbericht im ostdeutschen Maschinenbau nach oben. Auch die Industrieum­frage des IWH meldet eine Mehrheit der Unternehmen, die mit viel Zuversicht in die nähere Zukunft blickt.

Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erforscht Prozesse der Transformation von Institutionen und Märkten sowie die wirtschaftliche Integration in Europa. Diese Leitfragen werden aus der Perspektive der Makroökonomik, der Strukturpolitik und mit Blick auf die Rolle der Finanz­systeme bearbeitet. Das IWH liefert wissenschaftlich fundierte Beiträge zur aktuellen Wirtschafts­politik. Dabei schlägt das IWH die Brücke von der Theorie zur Praxis mit dem Ziel, Wirtschaftspoli­tik empirisch zu fundieren. So ist das Institut Mitglied der Projektgruppe Gemein­schaftsdiagnose, die halbjährlich Gutachten zur Lage der Wirtschaft in der Welt und in Deutsch­land für die Bundes­regierung erstellt, und Partner eines europäischen Forschungskonsortiums zur Untersuchung der ökonomischen Aufholprozesse in Mittel- und Osteuropa (7. Forschungs­rahmen­programm der EU).

Das IWH ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 89 selbst­ständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis zu den Geis­teswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch rele­vante Fragestellungen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Weitere Informationen unter www.leibniz-gemeinschaft.de