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Pressemitteilung BoxID: 649580 (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH))
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IWH-Bauumfrage im vierten Quartal 2013: Baukonjunktur hält sich auf hohem Niveau

(PresseBox) (Halle (Saale), ) Das Geschäftsklima zum Jahresende 2013 bezeichnen die knapp 300 vom IWH befragten Bauunternehmen weiterhin als außerordentlich gut. So verharrt die Geschäftslage bei einem vergleichsweise milden Winterwetter auf einem Niveau, das bisher nur während des Baubooms Anfang der 1990er Jahre, während des milden Winters zum Jahreswechsel 2011/2012 sowie im Herbst dieses Jahres erreicht wurde. Die Bauproduktion und auch die Liquidi-tätsausstattung wurden von den Unternehmen sogar höher als im Quartal zuvor bewertet, die Baupreise blieben dagegen in etwa stabil.

Nach einem witterungsbedingt schwachen Start haben im Verlauf des Jahres 2013 vor allem der Wohnungsbau und der öffentliche Bau kräftig zugelegt. Dafür dürfte neben den flutbedingten Reparaturarbeiten die - bei niedrigen Zinsen und steigenden Einkommen - generell gute Baukonjunktur verantwortlich sein. Die Aussichten bis zur Jahresmitte 2014 verharren ebenfalls auf einem recht hohen Niveau. Die Auftragslage stellt sich laut Umfrage zum Jahresende sogar besser dar als zuvor. Die Ertragserwartungen, die im Sommerhalbjahr einen Dämpfer erhalten hatten, verbessern sich wieder deutlich. Bei den Preisen sehen die Unternehmen im Schnitt aber nur geringe Möglichkeiten für Anhebungen.

Die Situation ist aber zwischen den Bausparten gespalten. Die im Hochbau tätigen Unternehmen signalisieren zum Jahresende eine leichte Verschlechterung der Lage. Allerdings war die Stimmung im dritten Quartal aufgrund der einsetzenden Maßnahmen zur Beseitigung der Flutfolgen deutlich überzeichnet und dürfte nunmehr eher auf eine Normalisierung hindeuten. So verbessert sich trotz abflachender Bauproduktion die Liquiditätsausstattung leicht und die Baupreise ziehen wieder etwas an. Auch bleiben die Unternehmen hinsichtlich der zukünftigen Baugeschäfte optimistisch: Die Bauproduktion hält sich angesichts hoher Auftragsbestände auf dem Vorquartalsstand. Dabei gehen die Unternehmen von weiter durchsetzbaren Baupreis- und Ertragssteigerungen aus.

Im Tiefbau verharrt die aktuelle Geschäftslage auf einem Niveau, das nur Anfang der 1990er Jahre und im Bauboomjahr 2011 erreicht wurde. Die Auftragslage hat sich deutlich verbessert und mit Liquidität dürften die Tiefbauunternehmen ebenfalls wieder etwas besser ausgestattet sein. Die Aussichten bis in den Sommer 2014 geben dagegen leicht nach. Zwar sind die Produktionserwartungen bei guter Auftragslage vor allem im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Beseitigung der Flutschäden aufwärtsgerichtet. Bei den Ertragserwartungen fallen sie allerdings mit einer stagnierenden und bei den Bau­preiserwartungen mit einer rückläufigen Tendenz deutlich von den anderen Sparten ab.

Die Ausbauunternehmen sind sowohl hinsichtlich ihrer aktuellen als auch der zu erwartenden Baugeschäfte optimistischer als noch im Herbst. Der Auftragseingang hat sich zuletzt wieder verstärkt und die Liquiditätsausstattung erweist sich im Sparten­vergleich als besonders gut. Den Firmenmeldungen nach ist für die kommenden Monate zudem von wieder steigenden Baupreisen und Erträgen auszugehen, nachdem es hier im Verlauf des Jahres zu einer Normalisierung gekommen war.

Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erforscht Prozesse der Transformation von Institutionen und Märkten sowie die wirtschaftliche Integration in Europa. Diese Leitfragen werden aus der Perspektive der Makroökonomik, der Strukturpolitik und mit Blick auf die Rolle der Finanz­systeme bearbeitet. Das IWH liefert wissenschaftlich fundierte Beiträge zur aktuellen Wirtschafts­politik. Dabei schlägt das IWH die Brücke von der Theorie zur Praxis mit dem Ziel, Wirtschaftspoli­tik empirisch zu fundieren. So ist das Institut Mitglied der Projektgruppe Gemein­schaftsdiagnose, die halbjährlich Gutachten zur Lage der Wirtschaft in der Welt und in Deutsch­land für die Bundes­regierung erstellt, und Partner eines europäischen Forschungskonsortiums zur Untersuchung der ökonomischen Aufholprozesse in Mittel- und Osteuropa (7. Forschungs­rahmen­programm der EU).

Das IWH ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbst­ständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis zu den Geis­teswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch rele­vante Fragestellungen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Weitere Informationen unter www.leibniz-gemeinschaft.de.

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