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Pressemitteilung BoxID: 195699 (Institut für Rundfunktechnik GmbH)
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IFA 2008: Radio aus der Mailbox

(PresseBox) (Berlin / München, ) Das Institut für Rundfunktechnik ist auf der IFA 2008 vom 29. August bis 3. September 2008 zu Gast bei der ARD in der Messehalle 2.2. Gemeinsam mit den Partnern ARD Digital, ARD.de und ARD-Text präsentiert das IRT am Stand "Digitale Welt" neue technische Entwicklungen und Trends in Hörfunk, Fernsehen und Online. Die Münchner Forscher zeigen dort erstmals Projektergebnisse zu einer völlig neuartigen Form, wie Radio zukünftig genutzt werden könnte.

Unter dem Projektnamen Mailbox-Radio wurde gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk erforscht, inwieweit sich die Stärken des traditionellen Radios mit der neuen Nutzungsform des Radio-Podcasts, entstanden durch Internet-und MP3-Technik, kombinieren lassen. Aus den Ergebnissen derartiger Projekte werden wichtige Impulse für zeit- und ortssouveränes Radiohören und somit zu Mehrwertdiensten für den Neustart des digitalen terrestrischen Hörfunks in Deutschland erwartet.

Voraussetzung für das Szenario bei Mailbox-Radio ist ein Speicher im Empfangsgerät, beispielsweise in Form einer einfachen Speicherkarte oder - wie bei MP3-Player - als Festplattenspeicher. Darüber hinaus werden im Radioprogramm einer Rundfunkanstalt unhörbare Markierungen, sogenannte Tags (engl. Etikett), zu jedem einzelnen gesendeten Programmbeitrag im digitalen Radio mit übertragen. Das Mailbox-Radio empfängt zunächst die Signale wie ein herkömmliches Radio und kann diese auch in gewohnter Weise über den Lautsprecher wiedergeben. Neu ist jetzt, dass gezielt Beiträge anhand der Markierungen in einem Speicher aufgezeichnet und verwaltet werden können. Jeder Radiobeitrag landet auf diese Weise als MP3-Datei mit den Informationen zur Sendung, zum Moderator oder zum Wort- oder Musiktitel in der "Mailbox" des Radios. Wie ein Briefkasten füllt sich so die Speicherkarte des Geräts. Wurde eine interessante Sendung oder ein tolles Musikstück verpasst, so kann sich der Hörer jetzt anhand der Spielliste im Speicher auf die Suche machen.

Die Markierungen werden zusammen mit den zugehörigen Texten auf Basis des technischen Standards Dynamic Label plus signalisiert. Damit können zahlreiche Informationen zum Beitrag, wie beispielsweise Titel, Interpret, Sendungsname sowie eine Kennzeichnung für Beginn und Ende signalisiert werden. Alle Informationen dazu werden aus den Redaktionssystemen der Rundfunkanstalt bereitgestellt und in einem Datenkanal gemeinsam mit dem Tonsignal übertragen. Der Bayerische Rundfunk testet derzeit diese Entwicklung in seinen digitalen Radioprogrammen "Bayern 2" und "Bayern 4 Klassik".

Auf der Empfangsseite enthält das Mailbox-Radio einen Softwaredecoder für die Radiosignale. Dieser Decoder trennt das Audiosignal von den Markierungen und speichert die einzelnen Beiträge als MP3-Dateien in einer Datenbank. Die Verwaltungsdaten dafür liefern die Markierungen. Aus einem linearen Programm entsteht somit im Radio eine Spielliste der einzelnen Radiobeiträge, die auf Fingertipp abgespielt werden können.

IRT-Projektleiter Heinrich Twietmeyer plant schon weiter: "Im nächsten Schritt könnte die Aufzeichnung auch personalisierbar erfolgen. Das heißt, im Gerät kann vorher eingestellt werden, für welches Themengebiet sich der Hörer interessiert. Dann würden beispielsweise nur Hörspiele oder Wissensmagazine aufgezeichnet werden. Für die IFA mussten wir den notwendigen Demonstrationsempfänger noch selbst entwickeln, aber ich bin mir sicher, dass wir mit derartigen Diensten neue Impulse für die Digitalisierung des Hörfunks geben können und dass sich künftig solche Funktionen in Taschenradios, MP3-Player oder Handys wiederfinden werden."

Zu finden ist das Projekt Mailbox-Radio in der Halle 2.2 der ARD am Stand "Digitale Welt".
Dort präsentiert das IRT darüber hinaus neue Entwicklungen zum hochauflösenden Fernsehen HDTV und wie digitale Fernsehprogramme mit interaktiven Inhalten des Internets kombiniert werden können.

Institut für Rundfunktechnik GmbH

Das Institut mit Sitz in München unterstützt mit seinem Leistungsspektrum seine Gesellschafter, die Rundfunkanstalten ARD, ZDF, DLR, ORF und SRG/SSR. Daneben arbeitet das IRT mit einer Vielzahl an Kunden aus den Bereichen Rundfunk, Medien, Kommunikations- sowie Informationstechnik zusammen und kooperiert mit verschiedenen Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Seit seiner Gründung im Jahr 1956 fördert das IRT den Erhalt des Rundfunks auf nationaler und internationaler Ebene und begleitet die Anpassung des Rundfunkgedankens an neue Marktumfelder und Bedürfnisse.

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