Migrantische Ökonomie früher und heute - IAT startet Forschungsprojekt

(PresseBox) ( Gelsenkirchen, )
Menschen mit Migrationshintergrund leisten einen immer wichtigeren Beitrag zur Gründungslandschaft Deutschlands. So wird inzwischen jedes sechste Jungunternehmen von einer Person mit einem Migrationshintergrund geführt. Das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule) startet jetzt ein Forschungsprojekt, um die migrantische Ökonomie im Wandel der Zeit zu untersuchen. Ziel des Projektes, das durch die hochschulinterne Forschungsförderung der Westfälischen Hochschule finanziert wird, ist ein Vergleich des Gründungsgeschehens in den 60er Jahren und heute, um einen vertiefenden Einblick in die Praxis – Motive, Verhaltensweisen, Barrieren etc. – zu erhalten. Kern des Projektes bildet die Status-Quo Analyse migrantischen Gründungsverhaltens im Vergleich zu bekannten Gründungsmustern aus der Vergangenheit in Bezug auf Branchen, Geschäftsmodelle, Finanzierung, Netzwerke, Gender, Ethnie sowie EU-MigrantInnen/Drittstaatenangehörige.

„Die migrantische Ökonomie hat sich in den vergangenen Dekaden stark verändert“, stellen die IAT-Projektleiterinnen Alexandra David und Judith Terstriep fest. So werden z.B. zunehmend Gründungen in technik-nahen und service-orientierten Branchen vorgenommen (Stichwort: Digital Entrepreneurship), während die traditionellen Branchen wie Gastronomie oder Handel eine geringere Rolle spielen. Hinzu komme, dass obwohl die zweite und sogar dritte Generation von MigrantInnen sich selbst oft nicht mehr als Teil der Migrantenökonomie sieht, sie sich dennoch am Gründungsverhalten der vorherigen Generation orientieren. Beispielsweise gründet auch die "junge" Generation der MigrantInnen lieber in Gruppen (oft Familienangehörige und Freunde) als alleine. Dabei wird statt auf Banken-Finanzierung eher auf familiäre oder Community-nahe Geldquellen zurückgegriffen. Unterschiede gibt es zwischen den MigrantInnengruppen: EU-MigrantInnen gründen anders als Drittstaatenangehörige, die sich nach wie vor mit anderen Eintrittsbarrieren konfrontiert sehen. Positiv hervorzuheben ist, dass migrantische GründerInnen sowohl zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen wie zum Sozialkapital am Standort.
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