Mein Lehrer, das Handy

Berlin, (PresseBox) - Wie groß ist das menschliche Herz? Was heißt Heidelbeere auf Englisch? Wo liegt Sierra Leone? Wer sich weiterbilden möchte, muss nicht mehr unbedingt dicke Bücher wälzen. Heute ermöglichen Apps für mobile Geräte, an jedem beliebigen Ort zu lernen.

Fachleute sprechen von "Mobile Learning", wenn Lerninhalte dem Nutzer mithilfe von kabellosen Geräten permanent zur Verfügung stehen. Mobiltelefone oder Tablet-PCs sind hierfür bestens geeignet. Viele Modelle sind heute so leistungsfähig wie ein Computer und haben einen komfortablen Bildschirm. Außerdem tragen viele Menschen ihre Mobilfunkgeräte meist bei sich, sodass sie jederzeit alles Notwendige griffbereit haben, um sich unterwegs weiterzubilden.

Vielfältige Themen und Funktionen
Anbieter von Lernsoftware haben dieses Potenzial inzwischen erkannt: Das belegt die Zahl der Lern-Applikationen, die es für Smartphones gibt. Unter dem Stichwort "Bildung" beispielsweise finden Nutzer mehr als 30.000 solcher Programme. Das Spektrum reicht von Mathe-Aufgaben für die Sekundarstufe II über Angebote zum Spracherwerb bis zu Software, die das Zwitschern im Garten dem richtigen Vogel zuordnet.
Die Lern-Apps richten sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder. Genauso vielfältig wie die Themen sind die Funktionen. Beispiel Sprachen: Während manche Apps wenig mehr leisten als ein gewöhnliches Wörterbuch, warten andere mit hilfreichen Zusatzfunktionen auf. So können sich Nutzer beispielsweise anhören, wie ein Muttersprachler das gesuchte Wort ausspricht. Einige Apps fragen Vokabeln ab oder trainieren selbst knifflige Grammatik. Auch für andere Themen bieten Apps einen multimedialen Mehrwert: Komplexe Inhalte wie etwa IT-Anwendungen werden verständlicher, wenn sie Schritt für Schritt in einem Film erläutert werden. Über Naturphänomene wie die Fotosynthese oder das Klima gibt es ebenfalls Lehrfilme.

Einsatz mit Augenmaß
Ein großer Vorteil beim mobilen Lernen: Jeder kann sein Lerntempo selbst festlegen und die Informationen und Inhalte schnell und jederzeit mit dem Handy abrufen. So lässt sich sogar die U-Bahn-Fahrt zur Arbeit effektiv nutzen. Zudem unterstützt M-Learning Jugendliche beim Umgang mit den neuen Medien, der später in vielen Berufen voraus-gesetzt wird.
Gute Lern-Applikationen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie didaktisch an die Situation des mobilen Lernens angepasst sind. Das bedeutet: Die Inhalte sollten in Einheiten geteilt sein, die sich in kurzer Zeit erledigen lassen - beispielsweise während der Nutzer im Wartezimmer einer Arztpraxis sitzt. Auch eine Pausenfunktion ist sinnvoll, um die Einheit unterbrechen und später fortsetzen zu können. Erste Anhaltspunkte über die Qualität von Apps bieten die Kommentare anderer Nutzer. Dabei gilt: Je mehr Kommentare von unterschiedlichen Menschen, desto höher ist die Chance auf echte Einschätzungen.

Experten raten jedoch davon ab, zu viel oder ausschließlich mit Apps zu üben. Gerade bei Schülerinnen und Schülern sollten sie gezielt als zusätzliche, eher spielerische Methode eingesetzt werden. Auch haben die mobilen Lernhelfer ihre Grenzen: Komplexe Sachverhalte, in die man sich tief einarbeiten muss, lassen sich per App nicht vermitteln. Das häppchenweise Lernen ist dabei - anders als bei eher mechanischem Lernstoff wie Vokabel- oder Mathetraining - sogar eher von Nachteil.

Vor dem Download: Qualität und Sicherheit gründlich prüfen
Die Test- oder Basisversionen von Apps sind häufig kostenlos. Für aufwendige mobile Lernprogramme zahlen Interessierte in der Regel ein- oder zweistellige Eurobeträge. So wie bei Lehrbüchern kommt es also darauf an, sich vorher über die Qualität zu informieren. So empfahl beispielsweise die Stiftung Warentest von elf getesteten Englisch-Vokabeltrainern nur einen einzigen. Generell sollten Nutzer beim Herunterladen von Apps das Thema Sicherheit im Blick behalten. Die Stiftung Warentest hat im Mai 2012 beliebte Smartphone-Apps getestet und bei etwa der Hälfte Datenschutzmängel festgestellt. Diese Apps geben persönliche Daten meist ohne Wissen und Zustimmung des Nutzers weiter.

Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF)

Das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema mobile Kommunikation. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern gegründet wurde. Weitere Infos zum Thema Mobilfunk bietet das IZMF unter der gebührenfreien Hotline 0800/330 31 33 oder unter www.izmf.de.

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