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Pressemitteilung BoxID: 520812 (Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF))
  • Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF)
  • Hegelplatz 1
  • 10117 Berlin
  • http://www.izmf.de
  • Ansprechpartner
  • Daniela Rechenberger
  • +49 (30) 2091698-23

20 Jahre digitaler Mobilfunk

(PresseBox) (Berlin, ) Früher ein "Funkknochen" von 16 Kilo, heute ein multimediales Leichtgewicht. Das Mobiltelefon ist ein ständiger Begleiter geworden, beruflich wie privat. Der Durchbruch in Deutschland erfolgte vor 20 Jahren mit der Einführung des digitalen Netzes. Das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) blickt auf einige Meilensteine zurück.

Mobil telefonieren kann man seit fast 100 Jahren: Schon 1926 führten Bahnreisende der 1. Klasse auf der Fahrt zwischen Berlin und Hamburg draht-los Gespräche. In den 50er Jahren schritt der Netzausbau voran und 1958 ging in Deutschland mit dem sogenannten A-Netz das weltweit erste kommerzielle Mobilfunknetz in Betrieb. Die Geräte waren aber nicht wirklich mobil: Bis zu 16 Kilo wog ein Mobiltelefon und mit Preisen zwischen 8.000 und 15.000 Mark war es einem kleinen Kreis Privilegierter vorbehalten.

Erschwinglich für jedermann wurde der Mobilfunk mit der Digitalisierung. Sie startete im Sommer 1992 mit dem neuen D-Netz. Es ist bis heute in Betrieb, verarbeitet alle Sprachsignale digital und ist damit deutlich schneller als die vorherigen analogen Funknetze. Bald wurden auch die Geräte schneller, kleiner und bezahlbar. 20 Jahre später gibt es in Deutschland mehr als 114 Millionen Mobilfunkanschlüsse, das sind 1,4 Handys pro Einwohner.

Vom Nebenprodukt zum Massenmarkt

Ein Meilenstein in der Verbreitung des Mobilfunks war 1995 die Einführung der SMS. Sie war ursprünglich ein Nebenprodukt: Die Netzbetreiber wollten damit nur ihre Kunden über Störungen informieren. Doch diese waren von der Möglichkeit der kurzen Textmitteilungen so angetan, dass sie selbst anfingen, begeistert SMS zu tippen. Inzwischen verschickt jeder Deutsche am Tag durchschnittlich fast zwei Kurzmitteilungen und für das Verfassen von SMS gibt es ein eigenes Wort: simsen.

Trotz der breiten Akzeptanz des digitalen Mobilfunks haben die Menschen auch zahlreiche Fragen zu der neuen Technologie. Dabei geht es um technische Entwicklungen und Anwendungen genauso wie um mögliche gesundheitliche Auswirkungen. Seit 2001 ist das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Medien, öffentliche und private Institutionen. Sein Ziel ist es, das große Interesse an umfassenden Informationen zum Mobilfunk zu befriedigen.

Mobil unterwegs mit Internet und App

Das digitale Mobilfunknetz hat sich seit seinem Start kontinuierlich weiter entwickelt. Neben der Sprache können Mobilfunkgeräte längst auch Daten übertragen und haben sich so zu tragbaren digitalen Alleskönnern entwickelt: Digitalkamera, MP3-Player und der Zugriff auf das Internet sind bei vielen inzwischen Standard. Diese "Smartphones" verfügen über ein eigenes Betriebssystem, ähnlich dem eines Computers, und können mit Zusatzprogrammen für mobile Geräte, sogenannten Apps, als Vokabeltrainer, Navigationssystem, Fremdenführer oder individueller Sportcoach dienen. Mittlerweile ist in Deutschland etwa jedes dritte Handy ein Smartphone.

Mit Hochgeschwindigkeit in die Zukunft

LTE (Long Term Evolution) macht die mobile Welt noch schneller. Theoretisch kann der neue Standard Daten mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit pro Sekunde übertragen. In neun Bundesländern ist das mobile Breitbandnetz schon nutzbar, auch sind die ersten LTE-fähigen Smartphones auf dem Markt. Durch die beschleunigte Datenübertragung werden in Zukunft weitere mobile Anwendungen möglich. Doch am häufigsten genutzt bleibt bislang die ursprüngliche Funktion des Mobilfunks: das Telefonieren.

Wichtige Begriffe rund um den Mobilfunk

A-, B- und C-Netz

Das A-Netz war das erste deutsche Funktelefonnetz. Es bestand zwischen 1958 und 1977 und basierte auf der analogen Übertragungstechnik. Der mobile Verbindungsaufbau lief noch handvermittelt über das "Fräulein vom Amt". Später folgten das ebenfalls analoge B-Netz (1972 bis 1994) und das teilweise digitale C-Netz (1985 bis 2000).

Analoge Datenübertragung

Klassisches Beispiel einer analogen Übertragung ist das Telefon. Hier wird nicht nur die reine Information, sondern beispielsweise auch die Lautstärke wirklichkeitsgetreu in Form von elektrischen Schwingungen übertragen.

D-Netz

Das im Sommer 1992 gestartete D-Netz ist ein voll digitalisiertes, zellulares Mobilfunknetz nach dem GSM 900-Standard. Besonderes Kennzeichen ist das automatische Weiterschalten von Verbindungen beim Übergang von einem Sendebereich in einen anderen sowie das automatische Auffinden von Teilnehmern, deren Standort nicht bekannt ist (Roaming). Die Übertragung findet im 900-MHz-Bereich statt.

Digitale Datenübertragung

Sie basiert auf nur zwei, diskreten, sequent aufeinander folgenden Zuständen, den so genannten Bits, die in der Regel durch zwei elektrische Spannungspotenziale repräsentiert werden. Den Potenzialen werden die logischen Werte 0 und 1 zugeordnet.

Datenrate

Die Datenrate bezeichnet die digitale Datenmenge, die innerhalb einer Zeiteinheit über einen Übertragungskanal übertragen wird. Sie wird gemessen in Dateneinheiten pro Zeiteinheit. Die kleinste Dateneinheit ist das Bit, weshalb sie häufig als Bitrate in der Einheit Bit pro Sekunde (bit/s oder englisch bps) angegeben wird. Beispiele:

- GSM (Global System for Mobile Communications): 9,6 kbit/s
- UMTS (Universal Mobile Telecommunications System): 384 kbit/s
- UMTS mit HSPA (High Speed Packet Access): bis 14,4 Mbit/s
- UMTS mit HSPA+: bis 28,8 Mbit/s
- LTE (Long Term Evolution): bis über 100 Mbit/s
- WLAN (Wireless LAN): 1 bis 600 Mbit/s

Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF)

Das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema mobile Kommunikation. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern gegründet wurde. Weitere Infos zum Thema Mobilfunk bietet das IZMF unter der gebührenfreien Hotline 0800/330 31 33 oder unter www.izmf.de.