Digitaler Rohstoff: Geoinformation – GisInfoService.de für Nordrhein-Westfalen und Bayern im Internet

Ostfildern/Scharnhauser Park, (PresseBox) - Der Umweltjournalist Volker Angres vom ZDF hat auf der INTERGEO 2007 mit Initiatoren aus der Wirtschaft und den Vertreter der Behörden die vernetzte Nutzung staatlicher Geoinformationen im Rohstoffsektor vorgestellt und die Portal GisInfoService.de für Bayern und Nordrhein-Westfalen online geschaltet. Damit ist das GIW-Leitprojekt IX "Rohstoffe" in drei Bundesländern umgesetzt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Rohstoffindustrie wird wesentlich von einer kostengünstigen, umweltverträglichen, sicheren und möglichst ortsnahen Rohstoffversorgung bestimmt. Die Rohstoffsicherung kann nur im Kontext mit anderen, zum größten Teil konkurrierenden Nutzungsinteressen wie Wasserversorgung, Natur-, Landschaftsschutz oder Bauleitplanung beurteilt werden. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der langfristigen Sicherung dieser Aspekte zu. Eine schnelle, kontinuierliche und jederzeit aktuelle Betrachtung aller möglichen Einflussfaktoren, dokumentiert in ortsreferenzierten staatlichen Informationen, ist hierfür unabdingbar. Als Beispiel mag hier die Vogelschutzrichtlinie der EU dienen: nur wenn neu ausgewiesene Schutzgebiete frühzeitig bekannt sind, können Rohstoffunternehmen - häufig mit einer Betriebsplanung von bis zu 30 Jahren in die Zukunft - auf diese Thematik rechtzeitig eingehen.

Auf der weltweit wichtigsten Messe für Geoinformation, Geodäsie und Landmanagement, der INTERGEO 2007 in Leipzig, haben nun die Geschäftsführer der Rohstoff-Branchen das 2006 in Baden-Württemberg eingeführte WebGIS-Portal GisInfoService.de Länder übergreifend für Bayern und Nordrhein-Westfalen freigeschaltet. Die Umsetzung für die übrigen Bundesländer soll sukzessive folgen (s. Abbildung 1). Federführend betreiben die Vereinigung Rohstoffe und Bergbau (VRB) sowie der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V. (BBS) dieses Vorhaben. Die operative Umsetzung erfolgt über die Steine und Erden Service Gesellschaft SES GmbH, Ostfildern, in Verbindung mit der Fa. In Medias Res GmbH, Freiburg.

Betreiberin des NRW.GisInfoService ist der Wirtschaftsverband Baustoffe Nord-West e.V., dessen Vorsitzender Michael Schulz die strategische Bedeutung von Geodaten für seine Branche betonte. In Bayern wird das Portal Bayern.GisInfoService von der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Bergbau und Mineralstoffbetriebe e.V. (ABBM) betrieben. Das Portal wurde am 27.9.2007 auf der ABBM-Jahrestagung in Bad Reichenhall online vorgestellt.

Das Länder übergreifende Geoninformationssystem wurde möglich durch intensive Vernetzung und politische Unterstützung in der Kommission für Geoinformationswirtschaft des Bundeswirtschaftministeriums (GIW-Kommission), der Plattform der Wirtschaft in der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE). Im Leitprojekt "Rohstoffe" der GIW-Kommission wurden Wirtschaft und Behörden der Länder an einen Tisch gebracht. Wirtschaftsvertreter erarbeiteten innerhalb eines Jahres gemeinsam mit Vermessungsbehörden, Umweltämtern und Geologischen Diensten bedarfsorientierte Austauschformate, Nutzungsbedingungen und Preismodelle für die notwendigen staatlichen Geoinformationen. Serververnetzungen mit Online-Verbindungen zwischen Behörden und der Wirtschaft wurden ermöglicht. Auf diese Weise kann sicher gestellt werden, dass die Daten bei den Anbietern aktuell gepflegt und von den Nutzern jeder Zeit bedarfsgerecht abgerufen werden können. Entscheidendes Plus von GisInfoService ist, das grundsätzlich auch die Kombination öffentlicher mit betrieblichen Daten möglich ist.

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