Gedämpfte Geschäftserwartungen: Weinbranche versucht, ihre Marktanteile zu halten

(PresseBox) ( Trier, )
Die jüngsten Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage unter den Unternehmen der Weinwirtschaft zeigen aufgrund der weltweit kleinen Ernte 2012 eine gedämpfte Geschäftserwartung auf. Sehr deutlich bringen dies die Rückmeldungen der Weinkellereien zum Ausdruck, die von den Mengenverlusten der Ernte hart getroffen sind und Probleme haben, im internationalen Handel die Marktanteile für deutsche Weine zu halten. Etwas entspannter bewerten die Weingüter an der Mosel die Situation, obschon auch hier das unterdurchschnittliche Ernteergebnis in vielen Betrieben zu Umsatzverlusten führen wird.

"Die Kellereien konkurrieren im Einkauf von Wein derzeit mit zukaufenden Selbstvermarktern und Sektkellereien. Dies führt zu Verschiebungen im Markt und lässt einzelne Rebsorten oder Qualitätsstufen knapp werden", beschreibt Albrecht Ehses, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, die Situation. Insbesondere die Knappheit an einfachen Landweinen oder traditionellen Rebsorten, die im Export eine wichtige Rolle spielen, und die damit verbundenen aktuellen Preissteigerungen führen dazu, dass rheinland-pfälzische Weine im Ausland Marktanteile verlieren.

Die Durchschnittspreise sind zwar über alle Vermarktergruppen hinweg gestiegen, doch haben im gleichen Zeitraum beispielsweise die Qualitätsweine der Mosel im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 27 Millionen Liter im Exportvolumen verloren. Dieser Rückgang ist teilweise von rheinhessischen Weinen ausgeglichen worden, die im Export um 6 Prozent auf 44 Millionen Liter zulegen konnten, bei einem Durchschnittspreis von 2,23 Euro/Liter. "Besonders preissensible Märkte reagieren sehr schnell, wenn der Lebensmittelhandel nicht mit ausreichenden Mengen zu entsprechenden Preisen versorgt werden kann", so Ehses weiter. So seien die Rückgänge besonders stark in Großbritannien, Russland, USA und China. Stabil hingegen zeigten sich die skandinavischen Märkte, Kanada und einzelne osteuropäische Länder.

Im Inlandsmarkt sind es die befragten Weingüter, die mit der derzeitigen Geschäftslage zufrieden sind. Sie haben mit der Ernte des Vorjahres ihren Bedarf gut decken und den Flaschenweinverkauf insgesamt leicht steigern können. Neben den Lieferungen an Endverbraucher hat der Absatz an die Gastronomie zugelegt. Auch die Kellereien sind rückblickend mit ihren Ergebnissen mehrheitlich zufrieden und melden eine gute Geschäftslage, obschon sie in vielen Fällen ihren Bedarf mit ausländischen Weinen sichern mussten.

Die derzeitigen Lagerbestände werden von allen Betriebsgruppen als zu niedrig eingestuft, sodass die Befragten von leicht steigenden Fassweinpreisen ausgehen. "Die kleine Ernte in vielen europäischen Anbaugebieten wird dem deutschen Wein helfen, seine Marktanteile zu sichern", prognostiziert Ehses, "doch es bleibt spannend, wie die Konsumenten auf das insgesamt höhere Weinpreisniveau reagieren werden."
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